KennstDuEinen Blog

Lokale Suchanfragen: Mobile überholt Desktop-PCs in den US

Der Tag musste kommen, da die Nutzung mobiler Endgeräte die Nutzung von althergebrachten Desktop-PCs im Kontext von lokalen Suchanfragen quantitativ ablöst. Jüngere Studien aus den US legen diesen Sachverhalt zumindest deutlich nahe. Ein Trend, der auch hierzulande in jedem Fall zu erwarten ist. Genau wie bei dem glücklichen Stockphoto-Paar hat "mobile" in vielen Fällen gar nicht was mit "unterwegs sein" zu tun, sondern reflektiert lediglich den ganz grundsätzlichen Wandel in der Gerätenutzung weltweit.

Geschrieben am von

mobile nutzer

Basierend auf einer aktuellen Untersuchung der „Local Search Associtation“ scheint die Aussage valide, dass mobile Endgeräte – allen voran Smartphones – mittlerweile häufiger im Kontext lokaler Suchanfragen verwendet werden, als PCs.

Basierend auf einer Nutzerbasis von 2.147 Nutzern kommt die Untersuchung zu folgendem Schluss:

„60% der US-amerikanischen Erwachsenen verwenden Smartphones oder Tablets anstelle von PCs, um vor einem Kauf oder der Beauftragung einer Dienstleistung online zu recherchieren.“

Im Vergleich zum Vorjahr 2014 ist die Nutzungsrate bei den PCs um 9% gefallen, wohingegen Tablets um 2% und Smartphones um 7% gestiegen sind:

Welches Gerät nutzen Sie am häufigsten wenn Sie online nach lokalen Informationen suchen?

Lokale Suche Verteilung auf Endgeräte

Ähnlich sieht es bei der Nutzung von Werbeanzeigen auf mobilen Endgeräten aus:

Hat ein Klick auf eine mobile Werbeanzeige zu Informationen geführt, die Sie anschließend zu einem Kauf veranlasst haben?

Kaufbereitschaft von mobilen Nutzern gegenüber allen Nutzern

Offensichtlich weisen sowohl die herkömmlichen mobilen Nutzer, als auch die sogenanten „mobile fanatics“ einen deutlich höhere Aktivität bei der aktiven Wahrnehmung von Ads mit anschließendem Kauf auf.

Doch was sind „mobile fanatics“ aus Sicht der LSA-Studie?

mobile fanatics LSA Study

Man versteht daher nicht nur einige wenige Geeks oder Tech-Nerds unter der Bezeichnung „mobile fanatics“, sondern schlappe 43% der gesamten mobilen Nutzerschaft, die sich nicht gerade durch eine ganz besonders herausragende Nutzungsaktivität auszeichnet. Ich würde nahezu meinen vollständigen privaten Bekanntenkreis, der größtenteils überhaupt nicht in der Medienwirtschaft bzw. im Online-Marketing arbeitet, zu den „mobile fanatics“ zählen…

Fazit

Diese Beobachtungen decken sich übrigens mit der Untersuchung „“Understanding Consumers’ Local Search Behavior” (PDF), die ich kürzlich hier im Blog in dem Beitrag „Aktuelle Google-Studie: Lokale Suche 2015“ vorgestellt habe.

Es ist nicht schlichtweg nicht mehr länger von der Hand zu weisen, dass der mobile Nutzer in Kombination mit einer entsprechenden Erwartungshaltung hinsichtlich der Informationslage und der Bedienbarkeit von Websites, das hauptsächliche Paradigma darstellt, nach dem sich die Konzeption und inhaltliche Ausrichtung von Websites zu richten hat.

Weiterlesen:
It’s Happened: Mobile Overtakes PCs for Local Information Lookups


4 Antworten zu “Lokale Suchanfragen: Mobile überholt Desktop-PCs in den US”

  1. Überprüfer sagt:

    Moment…

    „60% der US-amerikanischen Erwachsenen verwenden Smartphones oder Tablets anstelle von PCs, um vor einem Kauf oder der Beauftragung einer Dienstleistung online zu recherchieren.”

    Schön und gut, aber wichtiger ist doch nicht die „Recherche“ sondern der tatsächliche „Kauf“, oder?

    Und eine weitere Frage: Da der Tabletmarkt in diversen Bereich schon wieder füt tot erklärt wird – zählen Notebooks auch als mobile Geräte? Selbstverständlich. Von daher sollte man solche Studien immer mit Vorsicht genießen 😉

    • Hallo Überprüfer,

      Selbstverständlich muss man IMMER ALLE Untersuchungen mit Vorsicht genießen 😉

      Hier ein paar Entgegnungen:

      1)

      Schön und gut, aber wichtiger ist doch nicht die „Recherche“ sondern der tatsächliche „Kauf“, oder?

      Das stimmt in meinen Augen überhaupt nicht, denn wer im Vorfeld recherchiert und die Informationen findet, die er sucht, der wird dann auch kaufen.

      Es ist für die Ausrichtung von Websites stets ebenso wichtig diese auf die Recherche auszurichten, wie auf die Conversions.

      Deswegen ist es auch interessant zu wissen, wieviele und wonach die Nutzer suchen, um daraus ableiten zu können, ob hinterher überhaupt welche auch kaufen würden.

      2)

      „Da der Tabletmarkt in diversen Bereich schon wieder füt tot erklärt wird“

      Mal abgesehen davon, dass dieser Ausspruch lediglich eine sehr vage Behauptung darstellt: Haben Sie schon mal häufiger an der Ampel jemandem mit einem Netbook mal eben Google Maps nutzen sehen, wenn er einen Friseur sucht? Oder regelmäßig einen Nutzer gesehen, der in der U-Bahn mit einem Netbook eine Radwerkstatt sucht? Außer auf Konferenzen und in der Deutschen Bahn sind Netbooks doch kaum noch wirklich präsent…

      Notebooks zählen aller Erfahrung nach nicht wirklich zu den mobilen Geräten, da diese nicht von unterwegs aus von einer relevanten Anzahl an Nutzern im Kontext der lokalen Suche sondern vielmehr als Arbeitsgeräte genutzt werden.

      Aktuell machen Netbooks ungefähr 10% des lokalen Such-Traffics in DE aus, wenn ich mir quer über zahlreiche Websites die Nutzungsstatistiken zur Auflösung 1024×768 anschaue.

      Im Bereich des „convenience surfings“ auf der heimischen Sofa-Ecke mögen Netbooks daher im Sinne von „mobile“ im Kontext der lokalen Suche vielleicht eine gewisse Rolle spielen. Es sind aber letztlich zumeist stationär genutzte Geräte, die eben kleiner sind, und zudem noch in der Regel keine Touchscreens anbieten.

      Gruß,
      Sebastian

  2. Daniel sagt:

    Da hat ACID21 letztes Jahr auch eine schöne Infografik zu gemacht.

    https://www.acid21.com/Blog/Mobile-Commerce-in-Deutschland-Infografik/

  3. Rubi sagt:

    Wirklich interessante Zahlen, vor allem wenn man bedenkt, dass die Umsatzprognosen im deutschen E-Commerce auch im Jahr 2015 noch weiter ansteigen sollen. Ich hab mal irgendwas mit 70 Mrd. für 2015 gelesen.

Einen Kommentar schreiben