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Facebook Place Tips: Lokale Empfehlungen per Beacon

Die Nutzung ortsbasierter Services wie Facebook Places, Foursquare & Co. wird seit einigen Jahren gehyped und regelmäßig wieder totgeschrieben. Dies liegt zum Teil an den realitätsfernen Nutzerfunktionen wie dem "Check-In" wie auch an Sicherheitsbedenken im Umfeld der bargeldlosen Bezahlvisionen wie bspw. "Google Wallet" und Konsorten. Das Jahr 2015 könnte hingegen das Jahr sein, in dem das lokale Internet in all seiner Fragmentierung endgültig seinen Durchbruch haben wird. Der Grund: kostengünstige Technologien wie Beacon bieten für die Kommunikation mit dem Nutzer vor Ort etliche interessante Ansätze, die dem lokalen, digitalen Marketing direkt am "point of sale" zum Auftrieb verhelfen könnten. Die System sind flexibel und können für zahlreiche unterschiedliche Kommunikationszwecke zum Einsatz gebracht werden. Auch Facebook experimentiert mit Beacon-Technologien und hat mit "Facebook Place Tips" nun einen Piloten gestartet, bei dem die Nutzer in bestimmten Gegenden per Beacon aktuelle Tips von Geschäften in der Nähe per Push-Benachrichtigung auf ihrem Smartphone erhalten.

Geschrieben am von

Facebook

Wie das Wall Street Journal berichtet, testet Facebook derzeit in acht New Yorker Burger Restaurants ein neues Features mit der Bezeichnung „Facebook Place Tips“. Basierend auf der kostengünstigen Beacon-Technologie werden Facebook Nutzern, die sich in der Nähe eines dieser Beacons befinden, ortsbasierte Empfehlungen auf ihrem Smartphone angezeigt.

Dieser Service wird in der Testphase auch rund um den Central Park, auf der Brooklyn Bridge, am Times Square und auf Liberty Island funktionieren. Dort sollen die touristischen Tips jedoch nicht per Beacon sondern per GPS in Kombination mit Mobilfunkmasten und WiFi-Signalen zu den Smartphones der Menschen vor Ort gelangen, da die Areale für die signalschwachen Beacons zu groß sind.

Wie funktionieren die Facebook Place Tips?

Facebook liefert Nutzern, die sich in der Nähe der Beacons befinden, aktuelle Tips und News von den Facebook-Seiten der einzelnen Orte noch über dem normalen News-Feed aus. Dies deutet darauf hin, dass die ortsbasierten Empfehlungen künftig möglicherweise sehr interessant für zielgerichtete lokale, digitale Marketing-Maßnahmen sein dürften, da die „Facebook Place Tips“ eine recht hohe Präsenz einnehmen und darüber hinaus maximal relevant für den Nutzer sind.

Der Service ist für lokale Geschäfte, Dienstleister und andere Anbieter derzeit noch kostenfrei. Man darf allerdings davon ausgehen, dass Facebook auch in diesem Bereich die Schaltung von ortsbasierten Anzeigen anbieten wird. Damit folgt Facebook dem derzeit anhaltenden Trend, die Trennung von „Inhalt“ und „Werbung“ zusehends zu verschleiern.

“We want them [ads] to blend in with the consumer experience”

Facebook betont in diesem Zusammenhang, dass Nutzer die Möglichkeit haben, den Service in der Facebook-App zu deaktivieren. Darüber hinaus verspricht Facebook nicht die Standorte der Nutzer zu speichern.

Facebook Beacon

Facebook Beacon

Bildquelle: Facebook Inc.

Nutzungsszenarios für Facebook Place Tips per Beacon

Die Beacon-Technologie bietet – vollkommen losgelöst von der Plattform Facebook – ganz generell eine Vielzahl unterschiedlicher ortsbasierter Anwendungsszenarien, die sowohl in kommerziellen, als auch touristisch-kulturellen oder gesellschaftlich-sozialen Zusammenhängen Anwendung finden können.

So könnte beispielsweise ein mobiler Würstchenstand per Beacon seine Anwesenheit in einem bestimmten Park signalisieren, ein Street Art Künstler ein Beacon neben seinem Kunstwerk installieren, dass die Betrachter mitsam weiterführenden Informationen in dessen Galerie lotst, oder ein soziales Projekt über die konkreten Aufgaben und Herausforderungen vor Ort hinweisen, wie sich auch selbstverständlich gerade bei Sehenswürdigkeiten der Anwedungszwecke geradezu aufdrängt.

Hier setzt lediglich die Kreativität und am Ende die Nutzerrelevanz die Grenzen (wie auch möglicherweise der Datenschutz). Als trivialer Anwendungszweck wären beispielsweise Rabatt-Angebote für Nutzer im Ladengeschäft vor Ort denkbar…

Die Beacon-Technologie im allgemeinen dürfte dank diesem Vorstoß von Facebook möglicherweise einen spürbaren Schub erhalten, was letztlich dazu führen könnte, dass auch andere Anbieter innovative Kommunikations- und Marketing-Angebote in diesem Bereich entwickeln.

Vor allem das Tracking von Nutzern direkt am PoS könnte dafür sorgen, dass die Attributionsproblematik (Stichwort: RoPo) von digitalen Marketing-Maßnahmen minimiert wird und künftig dank der Verwendung von Beacons die Lücke in der Conversion-Kette erfolgreich geschlosen wird. Facebook könnte mithilfe von Beacon künftig problemlos einzelne Nutzer identifizieren, die zunächst auf dem Desktop auf eine Anzeige angeschaut oder geklickt haben und später direkt beim Anbieter vor Ort vorbeigegangen sind.

Fazit

Die Beacon-Technologie ist eine spannende Entwicklung. Dank den niedrigen Kosten, dürften Beacons nun tatsächlich für einen Hauch von „Minority Report“ bei den Nutzern sorgen. Letztlich wird die Relevanz der „Facebook Place Tips“ darüber entscheiden, inwiefern die Nutzer in einem zweiten Schritt dann auch bereit sind, ortsbasierte Werbung für Anbieter in Ihrer Nähe auf ihrem Smartphone zu akzeptieren. Das Facebook hier zunächst eine klassische Politik der kleinen Schritte geht ist verständlich, da man die Nutzer ohnehin bereits regelmäßig mit aktualisierten AGBs und anderen Features wie dem Facebook Messenger irritiert.


3 Antworten zu “Facebook Place Tips: Lokale Empfehlungen per Beacon”

  1. […] Facebook Place Tips: Lokale Empfehlungen per Beacon – Die Nutzung ortsbasierter Services wie Facebook Places, Foursquare & Co. wird gehyped und regelmäßig wieder totgeschrieben. Dies liegt zum Teil an den realitätsfernen Nutzerfunktionen. Weiter… […]

  2. easymash.com sagt:

    Facebook Place Tips: Lokale Empfehlungen per Beacon

    Die Nutzung ortsbasierter Services wie Facebook Places, Foursquare & Co. wird seit einigen Jahren gehyped und regelmäßig wieder totgeschrieben. Dies liegt zum Teil an den realitätsfernen Nutzerfunktionen wie dem „Check-In“ wie auch an Sicherheitsbede…

  3. E.Müller sagt:

    Sehr interessant, man müßte das mal auf längere Zeit verfolgen und dran bleiben.

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