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Facebook Places: Was kann das neue „Discovery“-Portal?

Facebooks Graphsearch ist bereits allerhand Kritik ausgesetzt gewesen. Kein Wunder, dass es daher zuletzt recht still um die Suchfunktion auf Facebook wurde. Auch die zuletzt getesteten Formate, mit denen Facebook den unermeßlichen Datensatz von Abermillionen bewerteter lokaler Anbieter für die Nutzer zugänglich machen wollte, haben nicht wirklich zufriedengestellt, ganz abgesehen von der teilweise recht problematischen Qualität der Daten und Informationen, die dem Nutzer bei lokalen Branchensuchen auf Facebook präsentiert wurden. Um nun Abhilfe zu schaffen, hat Facebook - basierend auf der Graphsearch - ein lokales Branchenportal gestartet, dass unter dem Paradigma "Entdecke spannende Orte in Deiner Nähe" dem Nutzer eine Art "guided search" anbietet. Schauen wir uns einfach mal an, was es mit dem neuen Facebook Places auf sich hat...

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Facebook Places

Das neue lokale Such-Portal von Facebook ist unter der URL https://www.facebook.com/places zu finden. Dem Nutzer präsentiert sich dort im zentralen Blickfeld eine Suchmaske, die über attraktive Abbildungen von unterschiedlichen Locations rund um die Welt gelegt ist.

Interessanterweise hat der Nutzer an dieser Stelle nicht die Möglichkeit eine konkrete Branchen- oder Themen-Suche zu starten, denn der Suchschlitz akzeptiert nur die Eingabe einer Ortsbezeichnung.

Nachdem man bspw. „Berlin“ in die Suchmaske eingegeben hat, wird dem Nutzer eine sehr bildlastige Auswahl an Orten und Anbietern angeboten, die in folgender Reihenfolge sortiert sind:

  • Restaurants
  • Hotels
  • Bars
  • Cafés

Facebook Places Berlin

Zwischen den einzelnen Bereichen findet man ergänzend zu den unterschiedlichen Places und Locations zusätzlich eine Auswahl an individuellen Bewertungen zu bestimmten Orten. Neben der Auswahl einer Location über die Auflistung der einzelnen Anbieter kann so der Nutzer auch über die Inhalte interessanter Bewertungen einen neuen, spannenden Ort entdecken.

Bewertung auf Facebook Places

Weitere Bereiche aus denen lokale Anbieter aufgelistet werden sind folgende:

  • Öffentliche Sehenswürdigkeiten
  • Kultur & Unterhaltung

Darunter schließt sich schließlich eine Kartenansicht an, auf der die wichtigsten Berliner Stadtteile noch mal gesondert mit Pins hervorgehoben werden. Über die Listenansicht kann man anschließend direkt zu „Things to do in Kreuzberg“ navigieren, wenn einem der Sinn nach Kneipenabenden anstelle der Museumsinsel steht.

Facebook Places Kartenansicht

Interessiert man sich näher für eine bestimmte Location so gelangt man über die Auflistung der einzelnen Anbieter direkt zur Facebook-Seite der jeweiligen Location.

Sowohl das Format als auch das Design dieser Facebook-Seiten wurde nicht überarbeitet, weshalb man beim Wechsel von Facebook Places zu den herkömmlichen Seiten einen „Bruch“ zwischen der „hochglanzartigen“ Auflistung der unterschiedlichen Anbieter und der etwas in die Jahre gekommenen Präsentation der Facebook Seiten verspürt.

Was bietet das neue Facebook Places nicht?

Es verwundert ein wenig, dass man im dem neuen „Discovery“-Portal von Facebook überhaupt nicht gezielt nach einer bestimmten Branche oder einem bestimmten Thema suchen kann. So bleibt es in der Regel bei der Eingabe einer bestimmten Ortschaft und man hat anschließend die Möglichkeit das Angebot zu durchstöbern, um so ggf. neue Locations zu entdecken.

Für Touristen oder Neuhinzugezogene stellt dieses Feature sicher eine spannenden Funktion dar, da man darüber ohne großen Aufwand an aktuelle Tipps in den Bereichen „Essen, Trinken, Lifestyle & Kultur“ gelangt. Traditionell sind dies ohnehin die Kategorien, in denen Facebook sich keine Sorgen um aktuellen user generated content machen muss.

Nach wie vor gilt jedoch: Die weniger spannenden „unsexy“ Branchen, die für die Endkunden mit höheren Kosten verbunden sind (Dachdecker, Baufinanzierung, Fensterbauer, Steuerberater oder Hörgeräte-Anbieter) und bei denen die Nutzer sich nach Inanspruchnahme der Dienstleistung hinterher nicht getrieben fühlen im Internet darüber detailliert zu berichten, sind auf Facebook stark unterrepräsentiert. Teilweise beherrschen hier auch SPAM und Fake-Locations das Bild…

Mehr zum Thema „Lokale Suche auf Facebook“ hier im Blog:


4 Antworten zu “Facebook Places: Was kann das neue „Discovery“-Portal?”

  1. Naja, ich als Berliner würde sagen, dass ganze ist noch Ausbaufähig. Beispielsweise sind bisher in Berlin nur 3 von 12 Stadtbezirken richtig in Places gepflegt und hierbei handelt es sich dann schon um die neueren „Großbezirke“. Das ist für die Umkreissuche „restaurant“ „berlin“ doch noch etwas zu grob skaliert. 😉

    • Hallo Norman,

      der selben Meinung bin ich auch. Ich finde es schon ein Weilchen merkwürdig, wie schwer sich Facebook mit der Graphsearch tut, bzw. wie mies die Ergebnisse meistens sind.

      Gruß,
      Sebastian

  2. Stephan sagt:

    Auf dem „dorf“ herrscht noch gähnende Leere, obwohl es auch gepflegte Fanpages gibt :(
    https://de-de.facebook.com/places/Sachen-die-du-in-Stockach-unternehmen-kannst/112869312060295/

  3. Hallo Sebastian,
    danke für den Artikel. Mich überrascht es auch wie schwer sich Facebook mit dem GraphSearch bzw. allgemein mit der Facebook-Suche tut. Für lokale Unternehmen wäre es, wenn es richtig und sauber umgesetzt wird, eine tolle Alternative zu Google+ Local Ergebnisse, Yelp usw. Gerade im Mobile Bereich.

    Was mich bis jetzt noch sehr stört ist, dass man nicht nach bestimmten Branchen, Themen, Interessen mit Ortsbezug suchen kann. Die vorgegebenen Branchen beinhalten ja nur einen Bruchteil der real existierenden Branchen. Wie du schon gesagt hast, die „unsexy“ Branchen bleiben unberücksichtigt.

    Bin echt gespannt in welche Richtung sich Facebook mit Places entwickeln wird.

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