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Google Now jetzt mit „Produkte in der Nähe“

Digitalen Assistenten wie Google Now, IBM Watson & Co. steht eine spannende Zukunft bevor. Als logische, nächste Phase in der Evolution der Suche bieten diese - basierend auf den individuellen Daten, Verhaltensweisen und Präferenzen des Nutzers - einen erweiterten, dynamischen Informationsraum, in dem die Kontexte "Zeit & Ort" vielschichtig miteinander verknüpft werden. So wird man bspw. darüber informiert, dass man sich besser sputen sollte, wenn man den Flieger noch bekommen will, weil Stau auf den Straßen herrscht, oder was es an sehenswerten, touristischen Highlights "in der Nähe" zu finden gibt. Erst gestern hat Google für die Anwendung "Now" das neue Feature "products nearby" angekündigt, dass im heutigen Beitrag kurz vorgestellt wird.

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Google Now

Der virtuelle Assistent Google Now bietet bereits jetzt schon eine sehr interessante Vielfalt an Szenarien, in denen das System dem Nutzer hilfreich und personalisiert unter die Arme greifen kann. Angefangen vom Webprotokoll, dass aufzeichnet, wie weit man sich in einem bestimmten Zeitraum zu Fuß, oder mit dem Fahrrad fortbewegt hat, über Wetter- und Verkehrsdienste, Hotel- & Restaurant-Reservierungen, Sendungsrückverfolgung, Geburtstagserinnerungen, Währungsinformationen, Sehenswürdigkeiten und einiges mehr.

„Produkte in der Nähe“ basierend auf bisherigem Suchverhalten

Google Now Produkte in der NäheGestern hat Google nun angekündigt, diesen bunten Strauß an Assistenz-Optionen, um das interessante Feature „Produkte in der Nähe“ zu ergänzen. Dieser Schritt eröffnet für Mountainview die Option, Nutzer mithilfe des digitalen Assistenten „Google Now“ in Ladengeschäfte „vor Ort“ zu leiten.

„You’ve been looking for the perfect pair of hiking boots online, but haven’t gotten around to pulling the trigger. Starting today, if you’re out and about and near a store that carries those boots, you might see a Google Now card showing you the product and price to remind you that you wanted them. Now all you have to do is pop into the store and check if they’re in stock!“

Das Magazin Geekwire stellt sich in diesem Kontext die berechtigte Frage, wie es denn um die Verfügbarkeit der Produkte aussieht, die per Google Now angekündigt werden und stellt dabei folgende Behauptung auf:

„Unfortunately, Google Now doesn’t know whether a particular item is in stock at a particular store, so users might be directed to buy something only to find that it’s not actually there.“

Ohnen dem Geekwire Journalisten auf die Füße treten zu wollen, möchte ich dieser Aussage meinen Beitrag “Geschäfte in der Nähe” – Lokale Google Produktsuche entgegenhalten.

Aus diesem geht hervor, dass Google bereits vor zwei Jahren den Nutzern von Google Shopping verhältnismäßig erfolgreich signalisieren konnte, ob ein Produkt bei einem bestimmten Anbieter „auf Lager“ ist.

Die Voraussetzung hierfür ist die Verknüpfung des Google Merchant Centers mit einem dazugehörigen Google Places Konto. Anschließend lässt der Händler bei seinem Produktdaten-Feed den Hinweis „online only“ weg. Dies signalisiert, dass das Produkt auch direkt „vor Ort“ erhältlich ist. Es ist dabei übrigens zwingend notwendig, dass beim Google Places Eintrag die Öffnungszeiten angegeben sind, da sonst das Feature „Produkte auf Lager“ nicht funktioniert.

Nutzer, die nicht an der neuen Funktion interessiert sind, können das „location tracking“ in ihrem Assistenten deaktivieren.

Fazit

Die Verlängerung und Rückkoppelung der digitalen Sphäre an die reale Welt „um die Ecke“ stellt aus Nutzersicht in etlichen Situationen eine Bereicherung dar. Das Einkaufserlebnis „vor Ort“ ist emotional in vielen Fällen nicht mit einem Online-Einkauf zu vergleichen. Wenn Google im Bereich der Produkt-Suche mit dem Assistenten „Google Now“ erfolgreich die Brücke zwischen beiden Welten spannt, dürfte sich der Suchgigant aus Mountainview auch weiterhin einer zufriedenen Nutzerschaft erfreuen.

Genauer betrachtet kann man die neue Google Now Funktion „Produkte in der Nähe“ auch als einen entgegengesetzte Lösung zu Amazons „same dame delivery“ Service bewerten. Ersteres bietet in meinen Augen dem Verbraucher die berühmte „instant gratification“ noch eher, als das Päckchen, dass von der Drohne noch am Tag der Bestellung in den Vorgarten abgeworfen wird.

Spannt man das Netz noch etwas weiter aus, läßt sich dieser Vorstoß von Google unter Umständen auch als „growth hacking“ im Bereich der Advertising-Landschaft bewerten. Angesichts des Umstands, dass Google aufgrund der marktbeherrschenden Stellung in der Online-Werbung (AdWords, AdSense) „nicht mehr viel Luft nach oben“ zum Wachstum zur Verfügung steht, stellt die Verlagerung neuer Werbeformen in sich gerade erste entwickelnde Nutzerszenarien eine interessante Option dar, die getestet werden will…


2 Antworten zu “Google Now jetzt mit „Produkte in der Nähe“”

  1. […] KDE: Google Now jetzt mit “Produkte in der Nähe” […]

  2. […] Wie WinLocal berichtet, wird Google künftig, basierend auf dem bisherigem Suchverhalten, „Produkte in der Nähe“ in Google Now anzeigen. Dies hat unter anderem den Vorteil, dass Nutzer mithilfe dieser Option in Ladengeschäfte geleitet werden können. Weiterhin schafft es in punkto User-Experience emotionale Einkaufserlebnisse vor Ort: Google Now jetzt mit “Produkte in der Nähe” […]

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