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10 weit verbreitete Local SEO-Mythen, die man lieber vergessen sollte

Ein Mythos hat seinen Ursprung im Nicht-Wissen. Mythen stellen Erklärungs- und Deutungsmuster der menschlichen Zivilisation dar, wie beispielsweise der biblische Mythos vom Garten Eden, die griechische Helden- und Göttermythologie oder auch der Mythos, der von verunsicherten Kulturkonsumenten auf weltberühmte Künstler projieziert wird. Im Bereich der Suchmaschinenoptimierung wimmelt es ebenfalls von Mythen. Aus dem einzigen Grund, da Nicht-Wissen im SEO-Umfeld weiter verbreitet ist, als handfestes Wissen. Der Mensch hinter dem SEO benötigt ein Erklärungsmuster und schon ist der nächste SEO-Mythos fabriziert. Derlei Mythen werden hinter im Web verbreitet, da viele das selbe Problem haben und alle händeringend nach einer passenden Antwort suchen. Dabei ist es dann auch zumeist herzlich egal, ob die Antwort zur Wahrheitsfindung beiträgt - hauptsache die Antwort befriedigt den SEO vordergründig mit seinem Problem. Auch im Bereich der lokalen Suchmaschinenoptimierung existieren Mythen, von denen ich die am häufigsten kolportierten heute ein Mal kurz vorstellen möchte.

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mythos

Immer wieder werde ich im Rahmen von E-Mails, Workshops und Nachbesprechungen von SEO-Audits gefragt, was für vereinzelte Maßnahmen man „denn nun ergreifen“ könne, um gezielt bestimmte Rankings nach vorn zu bringen. Immer wieder lautet mein Antwort: Es reicht nicht aus, mit kosmetischen Kleinigkeiten herumzualbern, wenn man eigentlich jeden Tag auf’s Neue die Chance hat, es richtig, oder sogar richtig gut zu machen.

Diese Antwort passt jedoch nicht allen und so kommt es durchaus immer wieder mal vor, dass man mir mitteilt, „man hätte nun selbst ein paar wichtige Punkte erledigt, die einen bei Google nach vorne bringen“. Nun gut. Das schaue ich mir doch gerne an. Selbstverständlich kann ich mir jedoch in den allermeisten Fällen eine gepfefferte Mail mit etlichen Hinweisen auf die fehlende Ganzheitlichkeit und Nachhaltigkeit der Maßnahmen, nicht verkneifen…

Ich möchte dabei betonen, dass ich nicht die Unternehmer kritisieren will, weil sie keine Ahnung von SEO haben – ich kann ja auch keine tolle Frisur schneiden, oder qualitätvolle Maler-Dienstleistungen anbieten – aber ich lasse es dann auch einfach und beauftrage lieber einen Fachmann.

Warum ein solches Verhalten im Bereich der Suchmaschinenoptimierung nicht so häufig der Fall ist, dafür gibt es sicherlich ein paar zutreffende Erklärungsmuster. Vermutlich ist der Hauptgrund einerseits die Fülle an Informationen im Web, die man sich selbst aneigenen kann, andererseits muss man tatsächlich viele Bereiche der Suchmaschinenoptmierung maximal als „unscharf“ bezeichnen, denn mehr Kentnisse als einen oberflächlichen Einblick, gepaart mit Erfahrung, bieten weder Tools noch Korrelations-Analysen in einigen „Abgründen“ der Suchmaschinenoptimierung, usw.

Hinzu kommt, dass die technologische Entwicklung bei den Suchmaschinen – allen voran Google – immer rascher voranschreitet, weshalb es in meinen Augen kaum Sinn macht, zahllose SEO-Aspekte isoliert zu betrachten, da man dabei stets Gefahr läuft sich einerseits in den Details zu verlieren (man wird verrückt!) und andererseits verliert man auch den Blick auf das große Ganze, was jedoch in meinen Augen den einzige gangbaren Weg darstellt, der in den kommenden Jahren im Bereich der Suchmaschinenoptimierung zu beschreiten ist.

Im Rahmen des heutigen Artikels und angeregt von Chris Silver Smith klasse Beitrag auf Searchengineland, ist es daher mein hauptsächliches Anliegen mit den am weitesten verbreiteten Mythen im Bereich der lokalen Suchmaschinenoptmierung abzurechnen, damit Unternehmern die Chance eröffnet wird, sich mit den wirklich wichtigen Themen auf einer Website zu befassen, die man tatsächlich verbessern kann.

Mythos 1: „Wir brauchen eine Domain, die die wichtigsten Keywords beeinhaltet“

Keyword-Domain
Nein! Ihr braucht keine Domain nach dem Muster www.steuerberater-lohnsteuerhilfe-stuttgart-feuerbach.de um in der lokalen Google Suche zu ranken. Relevante Suchbegriffe in der Domain zu führen, stellt eines der letzten Signale dar, die Google als Ranking-Faktoren im Bereich Local SEO auswertet.

Viel nachhaltiger ist es hingegen, wenn ein Unternehmen sich vergegenwärtigt, dass Nutzer sich die Namen von etablierten lokalen Anbietern durchaus merken können. Dies lässt sich daraus ableiten, dass zwischen 40% und 60% der Suchen nach einem lokalen Anbieter in der Regel „Brand Searches“, also die Suche nach bestimmtem Marken oder Firmennamen, darstellen.

Indem ein lokales Unternehmen beispielsweise Offline-Radiowerbung, zur Steigerung des örtlichen Bekanntheitsgrads schaltet, führt es indirekt automatisch auch noch SEO-Maßnahmen durch, die sich in mehr direkten Navigations-Suchanfragen über Google zu eben diesem Unternehmen niederschlagen. Damit werden bereits erste Nutzer-Signale an Google gesendet, dass das Unternehmen eine lokale Bekanntheit inne hat und damit als Marke bezeichnet werden kann.

Dies ergänzt man nun idealerweise mit Maßnahmen, wie beispielsweise Online-Empfehlungsmarketing mithilfe der Bestands-Kunden, damit eben diese Suchenden auf Firmen-Profilen im Web aktuelle Bewertungen und Kundenmeinungen lesen können.

Mythos 2: „Wir müssen gute Bewertungen im Web haben!“

Bewertungen
Nein! Ihr braucht kein Firmen-Profil auf dem zu 100% gute Bewertungen zu finden sind. Selbst wenn diese echt sind (was durchaus vorkommt!), könnten bei den Nutzern „die Alarmglocken schrillen“, denn Firmen-Profile mit ein paar konstruktiven, negativen Bewertungen sind schlichtweg glaubwürdiger.

Auch wenn Bewertungen auf Google+ Local die Klickrate von den Suchergebnissen zur Firmen-Website bzw. zum Google+ Local Profil verbessern und die Rankings positiv beeinflussen, ist es wichtig zu beachten, dass die Reviews einerseits den Google-Richtlinien für Bewertungen entsprechen müssen, andererseits sollte man als Unternehmer niemals „alle Eier in einen Korb legen“ und sich in jedem Fall mit ein paar weiteren, relevanten Bewertungsportalen wie z.B. KennstDuEinen, Yelp oder GoLocal auseinanderzusetzen, um auch über diese Plattformen aktives Online-Reputationsmanagement zu betreiben.

Auch externe Bewertungen stellen einen Ranking-Faktor im Bereich der lokalen Google Suche dar, denn diese gehen in der Regel mit einer „Local Citation“ einher, was das Äquivalent zu Verlinkungen im Bereich der klassischen Suchmaschinenoptimierung darstellt.

Das einzige was ein Unternehmen wirklich tun muss ist folgendes: Guten Service anbieten, gute Produkte anbieten, die Kunden ernst nehmen und Kritik dazu verwenden, das Unternehmen zu verbessern und kundenfreundlicher zu gestalten. Gute Bewertungen folgen dann (fast) von alleine.

Mythos 3: „Ach, dieses Twitter, Facebook oder Google+ sind nutzlos für mein Unternehmen!“

social media
Nein! Ihr braucht keine Facebook-Fanpage bzw. ein Twitter-Profil, um erfolgreicher Produkte zu verkaufen und Dienstleistungen anzubieten, denn dafür gibt es auch andere Instrumente, die besser messbare Werte über die Effizienz der Maßnahmen liefern sind. Dies gilt auch für eine Google+ Unternehmensseite, nicht jedoch für einen Google+ Local Eintrag, der unbedingt nötig ist, um in der lokalen Google Suche optimal zu ranken.

Es macht aber dennoch Sinn entsprechende Profile zu erstellen und diese inhaltlich minimal zu pflegen. Studien legen nahe [1], [2], [3], [4], [5], dass Verbraucher eher geneigt sind einen lokalen Anbieter zu beauftragen, wenn über diese aussagekräftige Bewertungen im Web zu finden sind. Da es kaum Zeit kostet, in regelmäßigen Abständen auf aktuelle Bewertungen des Unternehmens über Social Media-Plattformen mit einer Verlinkung hinzuweisen, bieten sich derlei Aktivitäten dazu an, den „guten Ruf im Internet“ zu verbreiten und zu konsolidieren.

Darüber hinaus besteht in den allermeisten Fällen auch noch die Möglichkeit, dass ein gepflegtes Firmen-Profil auf Facebook oder Twitter sehr weit oben in den Google-Rankings auftaucht. Auch hierüber können Nutzer ein Unternehmen erstmalig finden, weshalb es vornehmlich wichtig ist, dass überall im Web stets aktuelle und identische Kontaktinformationen zu finden sind.

Mythos 4: „Wir benötigen für jede Ortschaft und jeden Stadtteil in unserer Region einen gesonderten Google+ Local Eintrag“

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Nein! Google ist sehr wohl in der Lage ein Unternehmen in der lokalen Suche in mehreren umliegenden Städten zu verorten, auch wenn dieses nur einen Google+ Local Eintrag mit einer pysischen Adresse pflegt. Es ist jedoch wichtig in diesem Kontext darauf hinzuweisen, dass bei steigender Konkurrenzdichte und in größeren Städten, dies nur noch bedingt zutrifft, da die Nähe des Nutzerstandorts zur „Search Area“ einen recht wichtigen Ranking-Faktor darstellt.

Einige Unternehmen reagieren darauf recht geschickt, indem sie virtuelle Briefkasten-Adressen mieten und für diese „Standorte“ gesonderte Google+ Local Einträge erstellen. Eine häufig recht erfolgreiche Strategie, wenn sie denn sinnvoll umgesetzt wird. Hierzu gehört aber auch die Erkenntniss, dass für jede Standort-URL, die mit dem jeweiligen Google+ Local Eintrag verknüpft ist, gesonderte SEO-Maßnahmen ergriffen werden müssen.

Das geht in die Ressourcen und bringt auch die Gefahr mit sich, dass sich sowohl der Bekanntheitsgrad aus Nutzersicht „verwässert“ und sich auch die Link-und Citation-Popularität über mehrere Standort-URLs verteilt und damit der lokale Fokus flöten geht. Alternativ bietet Google auch die Möglichkeit die Adresse eines Unternehmens zu verbergen, um im Gegenzug ein Einzugsgebiet auf Google Places und Maps zu zeigen. Hierbei sollte man jedoch der Versuchung widerstehen einen unrealistischen 300km Radius als „Einzugsgebiet“ festzulegen, da mit Blick auf die lokalen Google-Rankings nicht von Erfolg gekrönt sein wird.

Mythos 5: „Wir müssen unsere Website für unser Geschäftsmodel nicht für die mobile Nutzung fit machen!“

mobile Endgeräte
Nein! Es ist egal, ob das Geschäftsmodell speziell auf die mobile Web-Nutzung ausgerichtet ist, oder nicht: Die Nutzer verwenden in jedem Fall mobile Endgeräte, weshalb es grundsätzlich Sinn macht eine Website zu pflegen, die sich auf Smartphones und Tablets gut verwenden läßt.

Dies gilt übrigens vor allem im Bereich der lokalen, mobilen Suche, wo Kriterien wie die „Nähe zum Nutzerstandort“ einen Ausschlag darüber machen, ob der jeweilige Anbieter vom Verbraucher aufgesucht wird. Darüber hinaus hat Google in den letzten Monaten wiederholt betont, dass Websites, die nicht für die mobile Nutzung optimiert sind, gegebenenfalls unter Ranking-Verlusten leiden müssen.

Mythos 6: „Ich muss nur eben noch schnell mal SEO machen und dann ranked mein neues Unternehmen auf Google+ Local!“

google+ local eintraege
Nein! In einem x-beliebigen Branchenumfeld einer mittelgroßen Stadt mit 19 Wettbewerbern ist es keinesfalls „mal eben so“ möglich, sich für relevante Branchen-Suchbegriffe an der Spitze der lokalen Google Suche zu positionieren.

Einerseits, weil der Platz mit Position A-G auf sieben Rankings beschränkt ist – andererseits, weil es Zeit braucht, bis der Google+ Local Eintrag angelegt und (per PIN) freigeschaltet ist und bis Google sämtliche relevanten Informationen über einem neuen, lokalen Anbieter indexiert hat („Local Citations“, Bewertungen, Links).

Zuletzt geht beim Start einer neuen Domain ohnehin immer ein wenig Zeit ins Land, bis diese vollständig von Google erfasst wurde und sich halbwegs stabile Rankings manifestieren.

Diesem „jungfräulichem“ Zustand steht eine Vielzahl an Signalen gegenüber, die Google über die lokalen Wettbewerber im Web, teilweise bereits seit Jahren indexiert hat. An einem derartigen „Bollwerk“ etablierter lokaler Anbieter kommt man keinesfalls mit „ein paar SEO-Maßnahmen“ vorbei.

Mythos 7: „Mein Unternehmen bietet sich für ansprechende Fotos/Videos nicht an!“

Abbildungen
Viel zu häufig kommt es vor, dass ein Unternehmen entweder gar keine oder nur wenig attraktive Abbildungen auf der Firmen-Website und auf weiteren Firmen-Profilen im Web verwendet. Dies kann potenzielle Kunden abschrecken und ignoriert die Tatsache, dass hochwertige Bilder und Videos, die Sichtbarkeit eines Unternehmens in der Google Suche steigern können.

Seitdem Google in den organischen Suchergebnissen auch Bilder- und Video-Resultate aus der „Universal Seach“ einblendet, stellt die Verwendung von hochwertigen Abbildungen und Image-Videos und die Optimierung derselben für die Google-Suche Teildispziplinen der klassischen Suchmaschinenoptimierung dar.

Aus diesem Grund sollten Innen- und Außenaufnahmen, Abbildungen vom Team, Kundenreferenzen und Produktabbildungen und vieles andere mehr, was man illustrieren kann, auch mit hochwertigen Abbildungen illustriert werden, die im Datei-Namen und im Alt-Tag relevante Keywords beeinhalten.

Linktipp: 7 Tips um durch gute Bilder online mehr Neukunden zu gewinnen

Humor bietet im Kontext von Abbildungen übrigens oftmals eine gute Möglichkeit den Nutzer anzusprechen, wie die obige Abbildung auf der Website des Berliner Klempner-Unternehmens RohrBlitz recht anschaulich demonstriert.

Mythos 8: „Ich muss herausfinden, wieviele Anrufe ich über unterschiedliche Kanäle erhalte – also muss ich überall bei Firmen-Einträgen im Web weiterleitende Tracking-Rufnummern verwenden!“

Tracking-Rufnummern
Nein! Es ist nicht sinnvoll überall im Web unterschiedliche Tracking-Rufnummern zu verwenden, die auf die lokale Rufnummer weiterleiten und zwar aus einem wichtigen Grund: Google zieht die Telefonnummer als einzigartiges Matching-Kriterium für lokale Unternehmen heran und gleicht diese mit anderen Firmen-Einträgen desselben Anbieters wie auch mit dem Google+ Local Eintrag ab.

Tauchen massive Abweichungen oder gar etliche unterschiedliche Rufnummern eines lokalen Unternehmens im Web auf so führt dies in der Regel dazu, dass Google nach der Indexierung der abweichenden Daten, die Rankings des entsprechenden Unternehmens in der lokalen Google Suche nach unten rutschen lässt.

Es geht demnach darum, sich gegenüber Google als seriöses Unternehmen zu positionieren, dass darauf achtet, dass im Web nur aktuelle und zutreffende Daten zu finden sind. Wenn man allerdings dennoch nicht auf Tracking-Rufnummern verzichten möchte, dann muss man darauf achten, dass dies technisch so gelöst wird, dass Google die weiterleitende Rufnummer nicht indexieren kann.

Da dies auf externen Portalen nicht immer ohne weiteres möglich ist, werden die Anrufe, die über die entsprechenden Verzeichnisse generiert werden, auch nicht messbar sein. Bei unserem Bewertungsportal KennstDuEinen.de bieten wir volle Messbarkeit übrigens bereits seit 4 Jahren für Firmen-Einträge lokaler Unternehmen an… wertvolle Informationen, die die große Mehrheit unserer Kunden mittlerweile im Alltagsgeschäft nicht mehr missen möchte.

Mythos 9: „Wir müssen mit unserem Unternehmen in die Stadtmitte ziehen, um besser von Google geranked zu werden!“

umzug
Ausnahme: Wenn man mit seinem Unternehmen in „Dachau“ sitzt, aber für „BRANCHE + München“ gefunden werden will, oder wenn sich der Firmensitz in „Königs Wusterhausen“ befindet und man für „BRANCHE + Berlin“ gefunden werden möchte, dann sollte man gegebenfalls einen Umzug in die Stadt „in“ der man ranken möchte, in Betracht ziehen. Gerade wenn man in einem kleinen Vorort in der Nähe einer großen Stadt sitzt, letztere aber das eigentlich relevante Einzugsgebiet darstellt.

Ansonsten gilt: Nein! Es ist jedenfalls keinesfalls so, dass Google generell Unternehmen im Ranking bevorzugt, die im geographischen Zentrum der Stadt liegen. Es geht hierbei vielmehr um einen, oder mehrere Bereiche in einer Stadt, zu denen Google die meisten Informationen im Web vorliegen. Man spricht hierbei auch von der „Location Prominence“, die ich in einem etwas länger zurückliegenden Artikel ausführlich besprochen habe.

Wenn man demnach dafür sorgen möchte, dass der Stadtteil, in dem man mit seinem Unternehmen sitzt, aus Sicht von Google relevanter werden soll, dann muss man sich daran setzen ausführliche Beschreibungen von Sehenswürdigkeiten, touristischen Highlights, Informationen zu Behörden, Unternehmen und Bildungseinrichtungen, die sich in dem Stadtteil befinden, ins Web zu stellen.

Das kann auf externen Websites wie der Wikipedia, oder auf Stadtportalen geschehen, aber auch auf lokalen Blogs, in Online-Medien, oder auch auf der eigenen Firmen-Website. Wichtig ist dabei darauf zu achten, dass wenn möglich immer die volle Adresse und Rufnummer im Inhalt genannt werden.

Bevor man jedoch einen Umzug in Betracht zieht, sollte man sämtliche Local SEO-Maßnahmen und auch die Klassiker der Suchmaschinenoptimierung angehen, denn über diese Hebel ist meist schneller ein Fortschritt zu sehen. Kombiniert mit Offline-Werbung, Mundpropaganda und Social Media sowie andere Werbemaßnahmen können deutlich mehr positive Effekte auf den Bekanntheitsgrad eines lokalen Unternehmens ausüben, als ein Umzug in die Stadtmitte an SEO-Vorteilen mit sich bringt.

Mythos 10: „Wir brauchen ein Netzwerk an Keyword-Domains für Microsites, die alle möglichen Suchanfragen abfangen!“

spinne im netz
Nein! Der Mythos, man würde mithilfe von ein paar EMDs (exact match domains) blitzschnell sämtliche Keyword-Nischen in den Google Rankings belegen, hält sich (nicht nur im Local SEO-Bereich) bereits seit längerem. Wohl auch weil immer mal wieder Beispiele in den Suchergebnissen auftauchen, dass Google derartigen Keyword-Domains bisweilen noch immer Vorteile zuweist, die diese keinesfalls verdient haben.

Ohne eine gezielte Keyword-Optimierung der Inhalte auf EMDs, ist es allerdings auch für diese unmöglich, nach wenigen Tagen zu den anvisierten Suchbegriffen in der Google Suche zu ranken. Eine schnelle Abkürzung für EMDs, bei der allerdings häufig nach einer Weile der Absturz vorprogrammiert ist, funktioniert jedoch über aggressiven Linkaufbau mit Keyword-Links.

Für kurzfristige Aktionen und Tests hingegen bieten sich EMDs daher durchaus an. Eine nachhaltige Lösung für etablierte Unternehmen stellt dies jedenfalls nicht dar… allenfalls eine ergänzende Strategie, um nach der Optimierung der Firmen-Website, gegebenenfalls noch ein wenig mehr Platz auf den Suchergebnissen für sich zu beanspruchen.

Das Hauptproblem an einer derartigen Strategie ist folgendes: In der Regel werden dann leider nicht 100% der Energie, Kreativität und des Know-How in die „echte Firmen-Website“ gesteckt, sonder verteilt sich über etliche Keyword-Domains. Dies führt dazu, dass alle Projekte nur halbherzig optimert werden, wenig Leidenschaft in den Inhalten und der Präsentation steckt und sich sämtliche Nutzersignale (Social Media, Verlinkungen in Foren, etc.) auf etliche Domains verteilen.

Besser wäre zu Beginn immer eine klare Fokussierung auf das Haupt-Projekt. Erst wenn dieses sich in der Google Suche so verhält, wie man es denn gerne aus Sicht des Unternehmens hätte, kann man sich daran setzen, weitere EMDs zu projektieren.

Doch auch hier lauern Fallstricke: Wer EMDs nachlässig projektiert und aus Faulheit Templates und Inhalte von bereits indexierten EMDs aus dem eigenen Netzwerke kopiert, der sorgt nicht nur streckenweise für „Duplicate Content“ sondern unter Umständen auch noch für ein strukturelles Muster im Rahmen der Querverlinkungen über alle Projekte hinweg.

Angesichts des Penguin-Algorithmus läuft man mit einem solchen undurchdachten Konzept im jedem Fall auch noch Gefahr als „Link-Netzwerk“ von Google auseinandergenommen zu werden. Abwenden kann man ein derartiges Penalty eigentlich nur durch qualitativ hochwertige und vor allem einzigartige Inhalte auf dem Keyword-Domainnetzwerk, dass man betreibt und indem man darauf verzichtet massive Querverlinkungen über keyword-relevante Link-Texte zwischen allen EMDs aufzubauen.

Fazit – Adieu Mythen, Hallo Realität!

Noch immer kursieren allerhand unzutreffende oder gar schädliche Mythen im Bereich der klassischen und lokalen Suchmaschinenoptimierung im Web. Unternehmen, die einige der hier vorgestellten Mythen aktuell verfolgen, sollten umdenken und sich von der Vorstellung verabschieden, man könne mit vereinzelten Manipulationen unternehmerische Ziele erreichen.

Es ist viel nachhaltiger und auf lange Sicht erfolgsversprechender, wenn Unternehmen die Realität der mobilen Web-Nutzung, die Perspektive der Nutzer und die grundsätzlichen Bedingungen der lokalen Google Suche und lokalen Suchmaschinenoptimierung in ihre Maßnahmen einbeziehen. Hierzu gehört auch die Erkenntnis, dass die Optimierung von Sichtbarkeit in der Google Suche auch vom „guten Ruf“ und dem Offline-Bekanntheitsgrad eines Unternehmens abhängt, was sich letztlich nicht realitätsgetreu durch kosmetische Eingriffe in Websites und Google+ Local Einträge manipulieren lässt.

Und wie betreibt nun man erfolgreich lokale Suchmaschinenoptimierung?

Es geht vielmehr um ein nachhaltiges und ganzheitliches SEO-Konzept, bei dem sich vor allem die klassische Suchmaschinenoptimierung, im Verbund mit der Online-Reputation und dem Einsatz von hochwertigen und nützlichen Website-Inhalten, positiv auf die Local SEO-Performance auswirkt.

Wie ein solches ganzheitliches SEO-Konzept aussehen muss, habe ich hier skizziert:

Worauf man beim Erstellen einer guten lokalen Firmen-Website achten sollte, habe ich hier zusammengestellt:

Welche Punkte außerdem noch vor SEO-Maßnahmen auf einer Website erfüllt sein sollten, wird in folgendem Artikel demonstriert:

Bildquelle: flickr/ kostalasa


15 Antworten zu “10 weit verbreitete Local SEO-Mythen, die man lieber vergessen sollte”

  1. Johannes sagt:

    Netter Artikel. Vielen Dank.
    Von vorher bekommt eigentlich kennst du einen seine Daten? Also die Daten über die verschiedenen Unternehmen

    • Hallo Johannes,

      die Unternehmen tragen sich selbst ein, oder werden von Bewertenden eingetragen. Zahlende Kunden tragen wir per Redaktion ein und diese erhalten ein erweitertes Firmen-Profil und Zugang zum Analyse-Backend.

      Gruß,
      Sebastian

  2. Johannes sagt:

    Alles klar. Danke für die Antwort! Noch einen schönen sonnigen Tag

  3. […] SEO-Mythen – und die machen auch vor Local SEO nicht halt. Sebastian Socha räumt diese Woche mit zehn Local-SEO-Mythen auf und erklärt unter anderem, warum nicht für jede Ortschaft bzw. jeden Stadtteil ein eigener […]

  4. Jana sagt:

    Zunächst danke für die unterhaltsame Zusammenstellung. Aber Voraussetzung für die Beschäftigung mit SEO Mythen ist für die Firma zunächst einmal die Erkenntnis das sie SEO machen sollte. Ich denke, dass ist der größte Mythos in der Firmenwelt „SEO brauche ich nicht“. Und wenn jemand SEO mit Mythen macht, ist es wahrscheinlich immer noch erfolgreicher, als wenn er gar nichts macht (irgendetwas an der Optimierung wird schon richtig sein und etwas Power verleihen).

  5. Svetlana sagt:

    Wenn es um Nichtwissen geht, Mythos Nummer 1 ist geheimnisvoller Google-Algorithmus

  6. […] 10 weit verbreitete Local SEO-Mythen – Mythen stellen Erklärungs- und Deutungsmuster dar, wie zum Beispiel der biblische Mythos vom Garten Eden oder auch der Mythos, der von verun-sicherten Kulturkonsumenten auf berühmte Künstler projiziert wird. Weiter… […]

  7. […] Ein Mythos hat seinen Ursprung im Nicht-Wissen. Mythen stellen Erklärungs- und Deutungsmuster der menschlichen Zivilisation dar, wie beispielsweise der biblische Mythos vom Garten Eden, die griechische Helden- und Göttermythologie oder auch der Mythos, der von verunsicherten Kulturkonsumenten auf weltberühmte Künstler projieziert wird. Im Bereich der Suchmaschinenoptimierung wimmelt es ebenfalls von Mythen. Aus dem einzigen Grund, da Nicht-Wissen im SEO-Umfeld weiter verbreitet ist, als handfestes Wissen. Der Mensch hinter dem SEO benötigt ein Erklärungsmuster und schon ist der nächste SEO-Mythos fabriziert. Derlei Mythen werden hinter im Web verbreitet, da viele das selbe Problem haben und alle händeringend nach einer passenden Antwort suchen. Dabei ist es dann auch zumeist herzlich egal, ob die Antwort zur Wahrheitsfindung beiträgt – hauptsache die Antwort befriedigt den SEO vordergründig mit seinem Problem. Auch im Bereich der lokalen Suchmaschinenoptimierung existieren Mythen, von denen ich die am häufigsten kolportierten heute ein Mal kurz vorstellen möchte.  […]

  8. Lissy sagt:

    Bei Mythos 5 hinsichtlich mobiler Optimierung stimme ich voll und ganz zu. Mobile Optimierung sollte wirklich ernst genommen werden, doch viele Leute denken immer noch sie bräuchten das nicht. Hier ist dazu auch noch mal ein interessantes white paper: http://www.shopgate.com/de/mobile_seo_ebook.

  9. Anna sagt:

    Hallo Sebastian,

    ich verfolge schon seit längerem diesen Blog und muss sagen, dass ich die Artikel super informativ finde. Ich hätte aber doch noch eine Frage zu Local Citations: Inwiefern muss die Telefonnummer auf diversen Branchenverzeichnissen genau identisch sein? d.h. macht es für Google einen Unterschied, wenn auf der Website (+49) 0123 / 45.67.89 steht und in den Verzeichnissen (0123) 45 67 89? Spielt Zeichensetzung also auch eine Rolle?
    Lg Anna

    • Hallo Anna,

      es macht keinen Unterschied, wenn die Schreibweisen geringfüigig variieren… allerdings so wie Du es beschrieben hast, könnte es zu Problemen kommen, denn diese Schreibweise ist absolut ungewöhnlich und maschinell nicht zuverlässig auswertbar.

      Mit dem unterschied zwischen 030/1234567 oder 030-1234567 bzw. 030 12 34 56 7 kommt Google i.d.R. klar. Problematisch sind v.a. unterschiedliche Citations, also auch wenn nur eine einzige Zahl abweicht…!

      Gruß,
      Sebastian

      P.S. Danke für das positive Feedback zum Blog! Das motiviert :-)

  10. […] 10 Local SEO Mythen, die man NICHT beachten sollte, stellt Sebastian Socha, Experte für lokale Suchmaschinenoptimierung, vor. Ein kleine Auswahl: […]

  11. […] 10 weit verbreitete Local SEO-Mythen, die man lieber vergessen sollte […]

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