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Google VS. EU-Kommission: Einigung dank neuem SERP-Vorschlag in Sicht

Im Rahmen der laufenden Untersuchungen der EU-Kommission, die von den Wettbewerbern Googles unter der Führung der Lobby-Vereinigung ICOMP ins Leben gerufen wurden, hat das Unternehmen aus Mountainview zuletzt wiederholte Male überarbeitete Versionen der lokalen Suchergebnisse präsentiert. In der überarbeiteten Variante soll künftig die prominente Einblendung ausgewählter lokaler Bewertungs- und Branchenportale gewährleisten, dass Google seine eigenen Dienste gegenüber anderen Marktteilnehmern nicht bevorzugt. Im heutigen Artikel zeige ich den aktuellen status quo, bei dem sich abzeichnet, dass die EU-Kommission sich mit der Überarbeitung möglicherweise zufriedenstellen lassen wird.

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Google VS EU-Kommission

Wie Searchengineland unter Berufung auf eine Pressemitteilung der EU-Kommission berichtet zeichnet sich eine Einigung zwischen Google und der EU-Kommission in dem Streit um eine unfaire Präsentation der Suchergebnisse ab. Damit geht vermutlich schon bald eine mittlerweile drei Jahre schwelende Auseinandersetzung um den Kartellvorwurf hinsichtlich der Google-SERPs wohl bald zu Ende.

Wer sich dafür interessiert, der findet hier im Blog umfangreiche Hintergrundinformationen zu dem Verfahren:

Die neuen Vorschläge sehen weiterhin vor, dass zuoberst im sichtbaren Bereich der Suchresultate neben den hauseigenen Services wie bspw. „Google Shopping“ oder „Google Places“, auch eine Auswahl an Wettbewerbern inklusive deren Logo unter der Überschrift „Alternativen“ präsentiert wird.

Wie sieht der Vorschlag von Google für die EU-Kommission aus?

Um sich die Unterschiede zu vergegenwärtigen, die der neue Vorstoß von Google hinsichtlich überarbeiteter Suchergebnisse mit sich bringt, hier eine kleine Gegenüberstellung nach dem altbekannten „Vorher-Nachher-Prinzip“.

Vor der Umstellung [Ist-Zustand]
Lokale Google SERPs status quo klein
Zum Vergrößern bitte auf die Abbildung klicken

Nach der Umstellung [Vorschlag]
Lokale Google SERPs neu klein
Zum Vergrößern bitte auf die Abbildung klicken

Wie man unschwer erkennt, werden nun bei dem neuen Vorschlag zuoberst über den hauseigenen Google Places Suchergebnissen, die sich aus den Google+ Local Einträgen zusammensetzen, drei Wettbewerber inklusive deren Logo eingeblendet. In diesem Fall handelt es sich um Pagejaunes.fr, Viamichelin.fr sowie um das internationale Bewertungsportal Yelp.

Beschreibung des Problems & Bewertung des Google’schen Vorstoß seitens der EU-Kommission:

The first concern relates to the way Google displays specialised search services (such as hotel, restaurant or flight search engines) on its own web search results pages. Within its web search results, Google displays its own specialised search services more favourably than competing services. In many instances, relevant competing services are as a consequence more difficult for the user to find. Users are not informed of this favourable treatment of Google’s own services.

To address this concern, Google proposes to implement a threefold remedy for all its current and future specialised search services and for all search entry points (i.e. irrespective of how the search query is made).

  • Users will be informed by a label of the fact that Google’s own specialised search services are promoted.
  • These services will be graphically separated from other search results, so the distinction with normal web search results will be clear.
  • For relevant specialised search services, Google will display prominent links to three rival specialised search services in a format which is visually comparable to that of links to its own services. For instance, if the Google links have images, the rival links will have images as well, including on mobile devices.

Rivals will have control of how they want to present their offerings and hence their business model.

In instances where Google does not charge for inclusion in its specialised search service, rivals will not be charged to participate in the rival links. The three displayed rivals will be chosen from a pool of eligible specialised search competitors using Google’s normal web search algorithm.

In instances where Google charges for inclusion in its specialised search service, the three rivals will be chosen from a pool of eligible specialised search competitors based on a dedicated auction mechanism.

Fazit

Google schlägt zur Entkräftung des Vorwurfs die eigenen Services zu bevorzugen nun hauptsächlich drei Punkte vor, die die EU-Kommission und die Wettbewerber zufriedenstellen soll:

  • Es werden künftig kleine Labels besser darüber informieren, dass man einen hauseigenen Google-Dienst nutzt
  • Die hauseigenen Spezial-Suchmaschinen werden außerdem individuell gekennzeichnet und von den organischen Suchergebnissen separiert
  • Es werden drei Wettbewerber über den hauseigenen Google-Services angezeigt.

Die Wettbewerber können künftig per Opt-In die Teilnahme an dieser Präsentation beantragen. Die Anzeige als „Alternative“ über Google-Services wie „Google Places/Google+ Local“ wird anschließend algorithmisch für jedes Suchergebnis ermittelt. Bei kostenpflichtigen Services wie „Google Shopping“ richtet sich die Anzeige von Wettbewerbern nach dem gängigen Auktionsmodell.

Es wir in jedem Fall spannend zu beobachten sein, welche Anbieter sich innerhalb der jeweiligen Vertikale an dieser prominenten Stelle der Google SERPs etablieren werden können. Zumindest sorgt dieser Vorstoß dafür, dass dem Nutzer ein wenig auffälliger als bislang, passende Alternativen zu den Google-Services angeboten werden.

Damit rückt Google wenigstens im EU-Raum wieder ein kleines Stückchen von dem Prinzip der „Anwortmaschine“ ab, was in einem krassen Gegensatz zu den jüngsten Entwicklungen auf den lokalen Google-Suchergebnissen in den US steht:

Es bleibt abzuwarten, wie sehr das Pendel zwischen den beiden Polen „hauseigene Services promoten“ und „Wettbewerber auf den SERPs prominent präsentieren“ ausschlagen wird. Es könnte sich künftig ein flexibler Mittelweg abzeichnen, bei dem Google stets versucht innerhalb des legalen Rahmens und innerhalb des jeweiligen kulturellen und wirtschaftlichen Werte-Systems des jeweiligen Landes, das Maximum an Sichtbarkeit für die hauseigenen Services zu erzielen.

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2 Antworten zu “Google VS. EU-Kommission: Einigung dank neuem SERP-Vorschlag in Sicht”

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