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Google Trends: Entwicklungen von Suchbegriffen rund um den lokalen Suchmarkt

Google Trends ist ein sehr interessantes Tool, wenn es darum geht Verschiebungen bezüglich des Stellenwerts von Suchanfragen zu beurteilen, die über größere Zeiträume erfolgen. Um nun zu erfahren, wie es um die Popularität einiger wichtiger Begriffe im Umfeld der lokalen Suche möchte ich den dem heutigen Beitrag - unter anderem - einfach mal untersuchen, wie häufig synonymische Begriffe im Vergleich zueinander von den Nutzern bei Google eingegeben werden. Man erfährt so recht gut auf einen Blick, ob die Umbenennung eines Service oder einer Produktbezeichnung auch tatsächlich bei den Nutzern angekommen ist, oder ob diese auch nach einer Weile noch immer schlicht und einfach bei der alten Bezeichnung bleiben.

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Google Trends

Google Places VS. Google+ Local

Wie man erkennt hat im Mai 2010 der Suchbegriff „Google Places“ die Bezeichnung „Google Local“ weltweit abgelöst und ist seitdem weiter im Wachstum begriffen. Dies ist jedoch umso verwunderlicher, als das nur kurze Zeit später im Juli 2011 der Begriff „Google Places“ im „offiziellen Google-Sprech“ im Grunde in großen Teilen durch „Google Local“ ersetzt wurde. Dies scheint jedoch bei den Nutzern nicht so richtig angekommen zu sein und es wird weiter v.a. nach „Google Places“ gesucht… vermutlich um zum „Google Places for Business Account“ zu gelangen, über den die Firmen-Einträge gemanaged werden.

Local SEO VS. Lokale Suchmaschinenoptimierung

Den wirklich langen Suchbegriff „Lokale Suchmaschinenoptimierung“ scheint niemand so richtig zu mögen (auch wenn dieser Blog hier einiges an Traffic darüber erhält), denn im direkten Vergleich wird „Local SEO“ weltweit deutlich häufiger gesucht. Dieser Vergleich „hinkt“ im Grunde aber auch, denn „Local SEO“ wird in zahlreichen englischsprachigen Ländern häufig gesucht, wohingegen „Lokale Suchmaschinenoptimierung“ selbstverständlich nur im deutschsprachigen Raum und dort scheinbar auch nur recht selten gesucht wird.

Google Maps VS. Maps VS. Google Earth VS. Google Streetview

Der beliebte Kartendienst „Google Maps“ wird seit Ewigkeiten von immer mehr Nutzern gesucht und ein Ende scheint nicht in Sicht zu sein. Etwas häufiger wird „Maps“ sogar noch als Solo-Suchbegriff verwendet, wobei nicht klar ist, ob dieser Terminus nun eher einer Navigations-Suchanfrage zu Google Maps oder einer generischen Suchanfrage nach einem Kartendienst im allgemeinen entspricht. Der vor allem hierzulande umstrittene Service „Google Streetview“ wird hingegen so gut wie überhaupt nicht auf Google gesucht und auch „Google Earth“ scheint als Suchanfragen ebenfalls schon seit geraumer Weile an Stellenwert zu verlieren.

Google Branchencenter VS. Google Branchenbuch

Zwischen 2009 und 2010 hat Google das lokale Branchenverzeichnis eine Weile unter dem Begriff „Google Branchencenter“ beworben. Scheinbar hat dies jedoch nichts außer einer kurzfristigen Popularität für diesen Suchbegriff eingebracht. Anders sieht dies bei der inoffiziellen Bezeichnung „Google Branchenbuch“ aus, die sich bereits seit 2007 einer nicht unerheblichen Beliebtheit erfreut, mittlerweile jedoch kontinuierlich an Nachfrage verliert.

Branchenbuch VS. Branchenverzeichnis VS. Branchenportal

Was diese zwei Bezeichnungen „Branchenbuch“ und „Branchenverzeichnis“ anbelangt, so befindet sich deren Stellenwert als Suchbegriff in einem fortwährenden Abwärtstrend. Ausgehend von durchaus hohen Werten zu Beginn der Trend-Aufzeichnung im Jahr 2005 sind die Suchvolumina dieser Begriffe inklusive des Dauertieffliegers „Branchenportal“ mittlerweile allesamt nahe bei der Null-Linie von Google Trends angekommen. Die Nutzer suchen schlicht und einfach nicht mehr nach einem bestimmten Dienst bei Google, der ihrer Meinung nach am besten weiterhelfen könnte, sondern sie vertrauen alle darauf, dass Google selbst die Antwort kennt, bzw. einige relevante Suchresultate ausspucken wird. Daher steigt auch die Anzahl an Brandsuchanfragen im Bereich der Firmenbezeichnungen bereits seit einer ganzen Weile, weil man als Nutzer gelernt hat, dass anschließend alles an relevanten Informationen zu dem jeweiligen Unternehmen von Google aufgelistet wird.

Branchenbuch VS. Gelbeseiten

Interessant ist übrigens der Vergleich zwischen dem generischen Suchbegriff „Branchenbuch“ mit dem Markensuchbegriff „Gelbeseiten“. Beide Begriffe werden von den Nutzern scheinbar synonymisch gebraucht, denn deren Stellenwert als Suchbegriff sinkt in einer identischen Geschwindigkeit. Derzeit bewegen sich beide Termini knapp vor der Null-Line von Google Trends.

Coupon VS. Gutschein

Gerade im lokalen Umfeld werden gerne Coupons bzw. Gutscheine im Web beworben, die im Ladengeschäft vor Ort eingelöst werden können. Aus diesem Grund habe ich mir auch mal den Stellenwert dieser beiden Begriffe angeschaut, da durchaus eine Relevanz für den lokalen Suchmarkt gegeben ist. Interessanterweise wird nach „Coupon“ deutlich seltener gesucht, als nach dem deutschsprachigen Begriff „Gutschein“ woran ersichtlich wird, dass man mit englischsprachigen Suchbegriffen im hiesigen Sprachraum nicht zwingend ins Rennen gehen sollte.

Facebook Places VS. Google Places

Ein Vergleich zwischen „Facebook Places“ und „Google Places“ offenbart interessante Einblicke. Zunächst erfreuen sich beide Suchbegriffe einer ungefähr gleichen Beliebtheit bei den Nutzern und im August 2010 schießt Facebook durch die Decke, an genau dem Zeitpunkt, an dem Facebook mit den als „Places“ bezeichneten Ortsseiten gestartet ist… nur um kurz danach wieder deutlich unter den mittlerweile immer beliebteren Suchbegriff „Google Places“ zu sinken. Dies spiegelt im Grunde auch die Realität wieder, den die „Facebook Places“ haben seither bei weitem nicht so an Traktion gewonnen, wie deren Pendant „Google Places“.


5 Antworten zu “Google Trends: Entwicklungen von Suchbegriffen rund um den lokalen Suchmarkt”

  1. Danke für den Artikel. Interessant finde ich auch die Angaben zu den Aufrufen in verschiedenen Orten und Regionen, das zeigt deutlich, dass es Unterschiede im Sprachgebrauch oder beim Interesse der Menschen bei den Suchanfragen gibt. Leider werden nicht alle Suchwörter wegen zu geringem Suchvolumen angezeigt.

  2. […] Sebastian Socha stellte am vergangenen Dienstag die Vorzüge des Tools Google Trends vor und zeigte anhand von Beispielen auf, wie synonymische Begriffe im Vergleich von Usern in die Suchmaschine eingegeben werden. Dies ermöglicht z. B. Unternehmen, Schlüsse zu ziehen und zu analysieren, ob Umbenennungen von Dienstleistungen und Produkten vorteilhaft bei Nutzern ankommen oder nicht. Interessante Einblicke zu aktuellen Suchthemen-Trends in der Google Suche werden vorgestellt auf WinLocal: “Google Trends: Entwicklungen von Suchbegriffen rund um den lokalen Suchmarkt“. […]

  3. Für mich ist Google Trends auch immer ein geeignetes Mittel um Kunden davon zu überzeugen, dass ihre „Eigenkreationen von Produktbezeichnungen“ oftmals nicht nur weit weg von der tatsächlichen Verwendung durch ihre Zielgruppe sind, sondern auch das ihre Zielgruppen aufgrund regionaler Gegebenheiten teilweise stark unterschiedliche Suchbegriffe verwenden.

    • Hallo Heiko,

      Das ist ein prima Verwendungszweck. Die Schwäche von Google Trends ist allerdings, dass erst ausreichend Volumen aufkommen muss, damit Zahlen ausgespuckt werden. Daher ist das für neue, „erfundene“ Keywords nur bedingt geeignet, ebenfalls nicht für Nischen-Keywords. Da ist dann am Ende doch eine AdWords-Kampagne ggf. die bessere Wahl – gerade auch um synonymische Verwendungen herauszufinden…

      Gruß,
      Sebastian

  4. Du hattest mir ja vor geraumer Zeit mal dieses Beispiel „Tischler“ vs. „Schreiner“ genannt und seit dem, bin ich bei solchen Aspekten immer schnell mit Google Trends am Vergleichen und meistens auch sehr gut damit bedient. Aufgrund der Vielfalt an Möglichkeiten die man mit GT besitzt, bin ich doch immer noch erstaunt wie wenige SEO & Online Marketeers darauf zurück greifen.

    Gruß,
    Heiko

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