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Pinterest führt „Place Pins“ ein und rückt damit auf den lokalen Suchmarkt vor

Pinterest ist eines der größten soziale Netzwerke der heutigen Zeit. In einigen eCommerce-Branchen liefert Pinterest mehr Traffic als die klassische Google-Suche zu den Online-Shops. Der Grund: Die Nutzer lieben den etwas verspielten Bilderdienst, der mit dem Anspruch ins Rennen gegangen ist schwerpunktmäßig als visuelle "Discovery" Plattform zu dienen. Abertausende von Nutzern pflegen seitdem ihre persönlichen "Pinboards" oder bearbeiten kollaborativ an gemeinsamen Bilderkonvoluten. Die Bilder stammen in Einzelfällen von der eigenen Kamera, die allermeisten werden allerdings kreuz und quer aus dem Web "geklaut", was wiederum durch die Verlinkung der Originalquelle zu mehr Traffic für Online-Shops mit hochwertigen Produktabbildungen führen kann. Im Blog von Pinterest wurde nun verkündet, dass fortan auch "Place Pins" angelegt werden können, was Pinterest zu einer "Location Discovery" Plattform macht. Heute schauen wir uns mal an, was es damit auf sich hat.

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Pinterest Top 100 Hotels of the World

Wie der Pinterest Blog heute berichtet, hat das Social Media Portal nun sogenannte „Place Pins“ eingeführt. Damit rückt Pinterest in die Riege der großen Social Media Plattformen wie Facebook und Google+ auf, die zusätzlich zu den gemeinhin bekannten Funktionen „kommunizieren“, „Fotos & Videos hochladen“, „Links sharen“ nun eben auch „Orte entdecken & kommentieren“ anbieten.

Frei nach J.R.R. Tolkiens Motto „Eine Plattform um sie alle zu binden“ verfolgt der Bilder-Service Pinterest damit das eine große Ziel, dem alle bekannten Plattformen hinterherrennen: Es gilt alle Nutzer mit möglichste allen Funktionen zu versorgen, die im Internet nützlich sind, damit die Nutzer die Plattform nie wieder verlassen müssen.

Warum Place Pins auf Pinterest?

Die Plattformbetreiber weisen in ihrem Blogbeitrag darauf hin, dass im vergangenen Jahr die Nutzer zusehends dazu übergegangen seien Bilder von Orten in ihrer Nähe oder traumhaften Reisezielen zu posten, zu sammeln und zu auf entsprechend als „Reiseführer“ bezeichneten Pinboards zu konsolidieren.

„About a year ago, we noticed Pinners creating more and more boards around the vacations they’re planning, special places near where they live and sites they want to see someday. In fact, every day people Pin about 1.5 million places, and now there are more than 750 million Pins of these destinations on Pinterest. We asked ourselves, how can we help people turn their travel inspiration into reality? Today, we’re taking a first step toward that goal with Place Pins.“

Neben den Fotos werden bei „Place Pins“ auch noch die Telefonnummer und die Adresse hinterlegt, damit man seinen Ausflug dorthin optimal planen kann. In meinen Augen bietet Pinterest damit nicht nur interessante Optionen im Bereich des Online-Marketing sondern speziell auch die Möglichkeit eine „Local Citation“ für das eigene lokale Unternehmen zu erstellen, die von Google indexiert werden kann…

Wie kann man ein „Place Board“ auf Pinterest erstellen?

Das Anlegen eines solchen Place Board ist kinderleicht. Besucht man dieser Tage die Plattform Pinterest so sticht einem sofort eine Nachricht ins Auge, die den Nutzer mit folgenden Worten begrüßt: „Was Dir gefällt in die Karte eintragen“ woran sich die Erläuterung anschließt, dass man nun „für alle (…) Lieblingsorte oder Traumziele neue Pinnwände einrichten“ kann.

Pinterest In Karte eintragen

Klickt man hier auf „Eine Pinnwand erstellen“ so gelangt zu einem Overlay in dem man die Bezeichnung und die Beschreibung der Pinnwand hinterlegen kann. Außerdem hat man die Wahl, ob man zusätzlich eine Karte anzeigen möchte, oder ob die Pinnwand „Geheim“ ist.

Pinnwand auf Pinterest mit Karte erstellen

Hat man nun seine Pinnwand angelegt, so kann man im nächsten Schritt „Einen Ort hinzufügen“, um den geographischen Raum der jeweiligen Pinnwannd einzugrenzen.

Pinterest Ort hinzufügen

Anschließend gilt es den Ort seiner Wahl einzutragen. Zusätzlich hat man die Option eine kleine Beschreibung zu ergänzen. Außerdem werden auch gleich ein paar Pins gezeigt, die mit dem gewählten Ort zusammenhängen, also von Nutzern vergleichbar „getagged“ wurden.

Pinterest einen Ort hinzufügen Details

Woher erhält Pinterest seine Location-Daten?

Interessant ist außerdem die Tatsache, dass Pinterest sämtliche Geo-Informationen von dem „location based service“ Foursquare erhält, was einmal mehr aufzeigt, dass es sich für lokale Unternehmen durchaus auch deswegen lohnen kann einen halbwegs aktiven Unternehmens-Account auf Foursquare zu pflegen.

Darüber hinaus habe ich vor kurzem bereits die Foursquare Ads in einem Artikel vorgestellt, in dem ich aufgezeigt habe, dass diese für einige lokale Branchen ein interessantes Marketing-Instrument darstellen können, das leicht und risikofrei zu bedienen ist.

Wie sieht ein aktives „Location Pinboard“ aus?

Wenn man sich mal anschauen möchte, wie eine Pinnwand für Orte im Live-Betrieb und gut gefüllt aussehen kann, bietet sich das Beispiel „Top 100 Hotels in the World“ hervorragend zu Demonstrationszwecken an.

Pinterest Top 100 Hotels of the World

Man erkennt eine Weltkarte, die mit 100 „Places Pins“ gespickt ist. Ein Klick auf einen dieser Pins öffnet die dazugehörige Detail-Ansicht des jeweiligen Pins. Dem Nutzer zeigt sich eine großformatige Ansicht des jeweiligen Ortes. Darunter befindet sich der Titel des Pins sowie eine kurze Beschreibung. Eine Karte rundet die Ortsinformationen ab.

Pinterest Detailansicht Place Pin

Lokales Online-Marketing mit Pinterest – Für wen bietet sich das an?

Spätestens hier zeigt sich für wen sich Marketing auf Pinterest lohnt: Essen, Trinken, Tourismus, Reise, Urlaub, edle Konsumgüter und alles andere, was schön für’s Auge ist! Wer glaubt mit miesen, verwackelten Aufnahmen auf Pinterest präsent sein zu müssen, der hat den Schuss leider nicht gehört. Ohne hochklassige Bilder braucht man sich im Bereich „Reise, Urlaub, Lifestyle & Co.“ einfach nicht ins Online-Marketing stürzen.

Für diejenigen lokalen Unternehmen hingegen, die mit einem hohen ästhetischen Anspruch ihr Unternehmen „in ein gutes Licht rücken“ wollen, bietet sich Pinterest geradezu an. Visuelles Storytelling kann auf Pinterest noch mal eine ganz andere Qualität erhalten, als auf Facebook oder Google+, wenn auch diese beiden Plattformen in diesem Bereich mittlerweile auch ein paar interessante Features liefern.

Dank den neuen „Pinnwänden für Orte“ bietet Pinterest für diejenigen lokalen Anbieter, die bereits ohnehin schon mit einer passenden Bildwelt auf dieser Plattform unterwegs sind, ein tolles Features, um nun auch konsolidiert mit lokalen Daten mit den Nutzern in Kontakt zu treten. Schöne Orte mit schönen Dingen und schönem Essen zu verbinden macht einfach Spaß, weshalb ich für diese neue, spannende Funktion auf Pinterest auch eine rosige Zukunft prognostiziere.


7 Antworten zu “Pinterest führt „Place Pins“ ein und rückt damit auf den lokalen Suchmarkt vor”

  1. Finde ich eine tolle Idee!

  2. Rasi sagt:

    Das locale Marketing wird ja immer umfangreicher. DIe Reisefinder Pinboards locken automatisch User an, die sich das anschauen.

    • Auf jeden Fall. Lokales Online-Marketing startet jetzt erst so richtig durch. Die kommenden Jahre werden davon geprägt sein, dass „Location“-Funktionen im Web neu probiert und eingeführt werden… Macht ja auch Sinn, denn mehr Relevanz als „bei mir um die Ecke“ geht ja wohl kaum…

  3. Nico sagt:

    Hi Sebastian,

    also im Grunde genommen sind die neuen Place Pins, so ähnlich wie das alte MyMaps/MeineKarten-Feature von Google, oder?

    LG Nico

  4. Sinan sagt:

    Finde langsam verwirren mich diese ganzen Pingeschichten :). Aber dennoch eine gute Idee und auf jeden Fall lob Wert. Habe nur nicht ganz die farblichen Unterschiede bei Google Maps von Unternehmen verstanden? Manche Grau, Rot und Organge?

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