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Local SEO Tactics – Mike Blumenthal @SMX München 2012

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Präsentationen von der Session “Hardcore Local SEO Tactics” auf der SMX München 2012 (Teil 2)

Local SEO - SMX München 2012Nach meinem gestrigen Artikel zum Vortrag „Code Venice: 
Google’s big Local Search update in 2012“ von Hanns Kronenberg bei der SMX München 2012, möchte ich heute die Slides von Mike Blumenthal besprechen.

In seiner Präsentation mit dem Titel „Google Local Tactics – Past Present & Future“ dreht sich dabei alles um die historische Entwicklung des Google Maps Algorithmus, über die Mischkalkulation des Google Places Algorithmus, bis hin zu den aktuellsten Entwicklungen angesichts des „Code Venice Update“.

Grundsätzlich möchte ich vorausschicken, dass Mike am Ende seiner Session den von mir in zwei Beiträgen (Artikel 1, Artikel 2) hervorgehobenen Aspekt – nämlich die standardmäßig eingeführte „Lokalisierung“ der organischen Web-Resultate je nach Standort des Nutzers – in seiner Präsentation in einen deutlichen Zusammenhang mit dem „Code Venice“ Update bringt.

Diesen Punkt habe ich beim Vortrag von Hanns ein klein wenig vermisst, denn diese „Lokalisierung“ der SERPs im organischen Bereich ist ja ebenso ein revolutionärer Aspekt, den das „Code Venice“ Update mit sich brachte und nicht nur die steigende Anzahl an „hybriden, lokalen“ Treffern, wie uns dies die ziemlich aussagekräftige SISTRIX-Sonderauswertung demonstriert.

Doch kommen wir nun zu ausgewählten Folien aus Mike Blumenthals Vortrag…

Google Local Tactics – Past Present & Future (Mike Blumenthal)

Google Local Tactics - Past Present & Future

Link zur Präsentation:
Google Local Tactics – Past Present & Future

Der Fokus der Präsentation von Mike Blumenthal lag in dem Versuch, die immer komplexer werdende Mechanik hinter dem Google Maps- und Google Places-Algorithmus mit Hilfe einer historischen Betrachtung zu ermitteln und diese Betrachtung schließlich vor dem Hintergrund des „Code Venice“ Update abzuschließen und einen vagen Ausblick zu versuchen. Den Anfang machte daher auch eine Folie, die die Herausforderung für Google „Orte“ in der Websuche zu ranken recht gut veranschaulicht:

Wie ranked man Orte?
Wie ranked man Orte?

Eingangs stellt sich daher zunächst nur die Frage, welche Signale man im Web auswerten kann um „Orte zu ranken“ und wie vertrauenswürdig diese Signale sind, was mit der Erkenntnis einhergeht, dass in einigen Branchen traditionell wenige Informationen im Internet zu finden sind und anderen deutlich mehr.

Ranking-Faktoren Modell
Ranking-Faktoren im Modell

Um nun die eingangs erwähnte Ranking-Mechanik um feinere Signale zu ergänzen, werden in diesem etwas komplexeren Ranking-Modell zusätzliche Faktoren mit einbezogen. Dabei handelt es sich um branchenspezifische Betrachtungsweisen, wettbewerbsspezifische Signale, um die Unterscheidung zwischen „Short-Head“ und „Long-Tail“ was letztendlich in dem wichtigen – und noch heute gültigen – Ranking-Faktor „Location Prominence“ mündet, zu dessen korrespondierender Patentschrift ich mich in dem Beitrag „Lokale Google Suche: Rankingfaktor Location Prominence“ detailliert geäußert habe.

Location Prominence – Ranking-Signale
Location Prominence - Ranking-Signale

Ganz grundsätzlich wird das lokale Google Ranking von folgenden Aspekten abhängig gemacht:

  • Entfernung vom Suchstandort zum Firmenstandort
  • Bei „Brand-Suchen“ Abgleich mit Firmenbezeichnungen
  • Passende Branchenkategorie
  • Passende Inhalte

Die optimalen Grundvoraussetzungen, um überhaupt als lokales Unternehmen adäquat geranked zu werden sind dabei:

  • Google Places Eintrag, idealerweise durch den Eigentümer bestätigt
  • Firmeninformationen werden bereits über die wichtigsten Online-Branchenbücher – allen voran die Gelben Seiten – an Google Maps/ Places geliefert
  • KML-Sitemap wird erstellt und hochgeladen
  • Die WHOIS-Daten stimmen mit den Firmendaten überein

Die Basis-Signale, die für die Verfeinerung des „Location Prominence“ Werts eines Unternehmens ausgewertet werden sind dabei folgende:

  • Anzahl an „Citations“ im Web
  • Anzahl an GEO-Referenzen
  • Anzahl an Bewertungen
  • Firmenerwähnungn in weiteren Dokument-Typen

Abschließend werden zur finalen Kalkulation der „Location Prominence“ bei entsprechend hohem Wettbewerb auf den Suchergebnisseiten schließlich noch folgende Aspekte in die Berechnung mit einbezogen:

  • Der „Score“ der hochwertigsten „Citation“ im Web
  • Ermittlung des „Location Prominence“ Score der Website anhand der Anzahl an eingehenden Links mit dem „Firmennamen“ als Link-Text

Ausgehend von diesen für lange Zeit gültigen Ranking-Modellen änderten sich Ende vergangenen Jahres jedoch erneut die Spielregeln zugunsten einer stärkeren Berücksichtung organischer Webranking-Signale, die schließlich im „Code Venice“ Update und einer heutzutage stetig steigenden Anzahl an „hybriden, lokalen“ Treffern mündet.

Die jüngere Vergangenheit – Place Prominence kombiniert mit Domain Prominence
Die jüngere Vergangenheit - Place Prominence kombiniert mit Domain Prominence

In diesem Zusammenhang ist es demnach gesichert, dass Google zwei unterschiedliche Ranking-Modelle miteinander kombiniert, wie wir dies auch am Praxisbeispiel in der Präsentation von Hanns Kronenberg gesehen haben. Die Verschränkung der „Place Authority“ mit der „Domain Authority“ konstituiert letztlich das Ranking.

Websites mit zahlreichen lokalen Standorten können von Domain-Authority profitieren
Websites mit zahlreichen lokalen Standorten können von Domain-Authority profitieren

Die Voraussetzungen hierfür sind allerdings:

  • Ein flache Architektur der Website
  • Eine gesonderte URL pro lokalem Standort
  • Spezifisches Markup nach Schema.org bzw. Erstellung einer KML-Datei
  • „Branche + Stadt“ in den internen Linktexten
  • Diese Standort-URLs werden schließlich mit dem jeweiligen Places Eintrag verknüpft

Local SEO Status Quo:
Vor diesem Hintergrund ist es demnach notwendig angesichts des „Code Venice“ Update folgende zwei Aspekte beim aktuellsten Ranking-Modell zu berücksichtigen:

Lokalisierte, organische Web-Resultate – „Citification of Organic“
Lokalisierte, organische Web-Resultate - Citification of Organic

Anhand dieser Folie wird demonstriert, was das Google Update „Code Venice“ ebenfalls mit sich brachte: Es handelt sich dabei um die Anzeige „lokalisierter, organischer“ Web-Resultate, die abhängig vom Nutzer-Standort fortan standardmäßig ausgeliefert werden. Diese Treffer sind rein organischer Natur und haben mit Google Places nichts zu tun.

Google Plus Autorenprofil & Rich Snippets bei Google Maps OneBox
Google Plus Autorenprofil & Rich Snippets bei Google Places OneBox

Hier nun ein Beispiel für die oben bereits angedeutete Integration von Google Plus in die Google Maps OneBox, bei dem zusätzlich zu den Site-Links, den Google-Bewertungen und der Adressangabe noch das Porträtfoto des verknüpften Google Plus Profils angezeigt wird – ein Aspekt, der auf Google.com bereits auch auf mobilen Endgeräten zu berücksichtigen ist.

Mit diesen Informationen entläßt uns Mike schließlich mit einer abschließenden Folie, die über die mögliche Verschränkung des lokalen Ranking-Algorithmus mit dem Google Plus Author-Rank Modell den Blick in eine ungewisse Zukunft richtet. (Vgl. „AuthorRank could be more disruptive than all of the Panda updates combined.„)

Die Zukunft: Google Places + Google Plus = ???
Die Zukunft: Google Places + Google Plus = ???

Fazit:
Angesichts dieser evolutionären Betrachtung des lokalen Google-Ranking Modells ist es wenig verunderlich, weshalb es gerade bei der lokalen Suchmaschinenoptimierung mit Fokus auf Google Places immer wieder zu Ungereimtheiten, bzw. unerklärlichen Phänomenen kommt.

Da Google den Versuch unternimmt >100 Mio. lokale Unternehmen weltweit im Web zu ranken, deren Referenz-Grad von weitreichender Prominenz bis hin zu totaler Unbekanntheit zeugt, kann es bisweilen zu Verzerrungen kommen, da dieses eine Modell angesichts einer immensen Bandbreite lokaler Branchen und Unternehmen skalieren muss.

Google wird daher gerade bei jüngeren Unternehmensgründungen künftig auch verstärkt auf den Author-Rank als zeitgemäßes und aktuelles Ranking-Signal zurückgreifen, wenn keine oder nur kaum Informationen über einen lokalen Betrieb im Web zu finden sind.


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