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SEO ist tot? Lokale Suchmaschinenoptimierung lebt!

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Googles Algorithmus Update „Code Venice“ krempelt SERPs nachhaltig um – doch wo ist der Aufschrei der Suchmaschinenoptimierer?

SEO ist... tot?Ich habe vor einer Weile in dem Artikel „Local SEO: Klassische Ranking-Faktoren stärker gewichtet“ bereits etwas ausführlicher über die jüngsten Google Algorithmus-Updates im Februar 2012 geschrieben, die im Search Quality Blog veröffentlicht wurden.

Dabei wurden in meinem Beitrag die neuesten Entwicklungen in der lokalen Google Suche (Integration von G+ in Places, Reduktion der 7-Packs, Vergrößerung des Suchradius, etc.) in einen Zusammenhang mit den etwas kryptisch umschriebenen Ausführungen von Google zum lokalen Update „Code Venice“ gebracht.

Seitdem ist es um diese m.E. recht umfassenden Änderungen des klassischen Google Ranking-Algorithmus zugunsten einer stärkeren Lokalisierung der Suchresultate verdächtig still geblieben…

Deswegen möchte ich diesen Aspekt erneut zur Disposition bringen und ein paar anschaulich Beispiele liefern, die jedenfalls bis vor kurzem in dieser Form keine lokalen Suchergebnisse ausgelöst haben.

Weshalb kann man die aktuellen Änderungen bei den Google Suchergebnissen als „umfassend“ bezeichnen?
Dies liegt daran, dass den Nutzern – egal, ob sie wollen oder nicht, jeder kann es gerne mal mit Google Chrome im Inkognito Modus ausprobieren – grundsätzlich mittels der IP-Adresse ein bestimmter Standort zugewiesen wird. Diese Einstellung wird nun als „default“ gespeichert und kann nur manuell bei der Standort-Einstellung auf der linken Sidebar umgestellt werden!

Da wir wissen, wie wenig „normale“ Google-Nutzer sich um derartige Einstellungen und Optionen kümmern, darf man mit Fug und Recht behaupten, dass die Standort-spezfische Auslieferung „lokalisierter“ organischer Webresultate nun deutschlandweit ausgerollt ist und damit die komplette Nutzerschaft betrifft.

Lokalisierung der Google Suchergebnisseiten nach Standort-Einstellung

Worum es bei der Lokalisierung der Google SERPs geht, möchte ich nun – ergänzend zu den Screenshots aus dem o.a. Beitrag – anhand einiger aussagekräftiger Beispiele aufzeigen, damit klar wird, wie einschneidend die jüngst eingeführte Neuerung bei der klassischen, organischen Websuche in Wirklichkeit ist.

Im Kern geht es jedenfalls darum, dass Google nun zusätzlich zu den herkömmlichen organischen Webresultaten und ergänzend zu den lokalen Places Suchergebnissen, die sich aus Google Places Einträgen und „organisch-lokalen Hybrid-Resultaten“ zusammensetzen, eine neue Form der „lokal-organischen“ Suchtreffer einblendet, die weder in das erste noch in das zweite oben genannteSchema passen.

Anschaulich wird dies beispielsweise, wenn man einfach mal nach Suchbegriffen sucht, die auf den ersten Anschein wirklich nicht zwingend in das lokale Segement passen und bei denen man bislang keinesfalls davon ausgehen konnte, dass hier nun lokale Aspekte bei der Auspielung der Suchergebnisse eine Rolle spielen könnten.

Dies hat sich nun jedoch geändert und damit ändern sich auch die Spielregeln für alle SEOs, denn wer nun für „seine lokale Zielgruppe“ entsprechend lokalisierte Inhalte bereithält, der hat künftig auf der ersten Seite bei nicht explizit lokalen Suchanfragen die Nase vorn, bzw. taucht dort auf, wo es bislang nicht denkbar war: Nämlich bei generischen Suchbegriffen oder Brand-Anfragen ohne lokalen Bezug!

Lokalisierung der Google Suchergebnisseite bei Brand-Suchanfragen

Als erstes Beispiel soll nun der Marken-Suchbegriff „Mercedes“ zur Veranschaulichung der Google SERP-Modifikation – basierend auf dem Nutzerstandort – dienen.

Suchanfrage „Mercedes“ – Standorteinstellung „Frankfurt“
Google Suchanfrage Mercedes - Standort Frankfurt

Zum Vergrößern bitte HIER oder auf Abbildung klicken!

Suchanfrage „Mercedes“ – Standorteinstellung „Berlin“
Google Suchanfrage Mercedes - Standort Berlin

Zum Vergrößern bitte HIER oder auf Abbildung klicken!

Kurz & knapp: Wie man erkennt besteht hier der Unterschied darin, dass für „Frankfurt“ individuelle Site-Links ausgegeben werden, kein spezifisch „lokalisiertes“ organisches Webresultat eingeblendet wird und sich die herkömmlichen Treffer anderes um die Google News Box gruppieren, als beim Standort „Berlin“, bei dem im Gegenzug ein „lokalisiertes“ organisches Webresultat auf der SERP angezeigt wird. Dafür rutscht beim Standort „Frankfurt“ Autobild.de von Seite 2 auf Seite 1 bei Google!

Ein anschauliches Beispiel, bei dem sich bei den beiden Standorten „Frankfurt“ und „Berlin“ auf der Google Suchergebnisseite sehr viel verschiebt ist auch die Brand-Suche nach dem Keyword „Audi“…

Lokalisierung der Google Suchergebnisseite bei generischen Suchanfragen

Nach diesen Beispielen, bei denen die Unterschiede in den Google SERPs von mir oben in den Abbildungen deutlich kenntlich gemacht wurden, möchte ich das Phänomen der „lokalisierten“ organischen Webresultate bei einem anderem Keyword demonstrieren, dass weniger einer Brand-Anfrage als vielmehr einer generischen Suchanfrage entspricht, nämlich anhand des Keyword „Auto“.

Google Suchanfrage „Auto“ – Standort Frankfurt
Google Suchanfrage Auto - Standort Frankfurt

Zum Vergrößern bitte HIER oder auf Abbildung klicken!

Google Suchanfrage „Auto“ – Standort Berlin
Google Suchanfrage Auto - Standort Berlin

Zum Vergrößern bitte HIER oder auf Abbildung klicken!

Hier bestehen die Unterschiede in dem stark lokalisierten Einschub, der sich aus den jeweils zur Stadt passenden Google Places Treffern zusammensetzt. Außerdem wird unten auf der Suchergebnisseite je nach Standort ein „lokalisiertes“ organisches Webresultat eingeblendet, das bei der anderen Stadt nicht auf der SERP auftaucht… gut für auto.t-online.de das nunmehr beim Standort „Berlin“ nach vorne von Seite 2 auf Seite 1 rutscht!

SEO ist tot? Sicher nicht, aber die Regeln verschieben sich mal wieder…

Ganz sicher ist weder SEO noch das Meme „SEO ist tot“ wirklich tot. Doch es verändern sich mal wieder die Spielregeln für Suchmaschinenoptimierer, denn wer nun mit spezifischen lokalen Inhalten aufzuwarten weiß sowie ein paar grundlegende Optimierungen durchführt, die sich auf den Aspekt „Lokales“ konzentrieren, dann hat man nunmehr die Möglichkeit sehr zielgruppengerechte Inhalte lokal, bzw. auch regional auszusteuern, denn jeder Nutzer erhält nun „lokalisierte“ Google SERPs ausgeliefert, je nachdem, wo er sich in Deutschland aufhält!

Auf den Punkt gebracht:
Es gibt schlichtweg nur noch tausende, unterschiedlich lokalisierte Google Suchergebnisseiten, bei denen oftmals individuelle Places Ergebnisse UND „lokalisierte“ organische Webresultate spezifisch auf den Nutzerstandort ausgerichtet angezeigt werden. Demzufolge weichen sämtliche lokalisierten SERP-Variationen deutlich in ihrer Zusammensetzung der Treffer voneinander ab.

Damit werden übrigens auch die gemeinhin bekannten Sichtbarkeits-Indices von Searchmetrics oder SISTRIX ein kleines Stückchen „irrelevanter“, denn um diese genau auszuwerten müsste man zahllose unterschiedliche „Nutzer-Standorte“ bei den SERP-Abfragen simulieren (siehe auch die Diskussion im SISTRIX-Blog zum Stellenwert der Places-Treffer im Sichtbarkeitsindex, wo das hier aufgezeigte Phämonen noch gar nicht mal berücksichtigt wird).

Und wie betreibt man nun Local SEO dafür?

Welche Optimierungsaspekte übrigens bei den angezeigten „lokalisierten“ organischen Webresultaten berücksichtig werden sollten und worauf es bei den lokalen Inhalten nun ankommt, um auf den Google Suchergebnissen als solch ein „lokalisiertes“ organisches Webresultat passend zum Standort eingeschoben zu werden, das schauen wir uns gemeinsam in einem der kommenden Beiträge an…

… oder vielleicht verrät es uns ja einer meiner Leser hier im Kommentarbereich? 😉

Interessante Blogs zum Thema:
http://www.davidnaylor.co.uk/seo-2012.html < --- lesen! http://www.seotraininguk.org.uk/google-venice-update-local-search-results/
http://www.seoptimise.com/blog/2012/02/big-google-uk-algorithm-change-for-local.html


40 Antworten zu “SEO ist tot? Lokale Suchmaschinenoptimierung lebt!”

  1. Philip sagt:

    Hallo Sebastian. Danke für den sehr umfangreichen und wertvollen Artikel! Schade finde ich nur, dass Du mit dem ausgelaugten „SEO ist tot“ wirbst. Lokale Suchmaschinenoptimierung wird noch wichtiger als bisher schon. Google streut immer mehr lokale und personalisierte Ergebnisse in die SERPs ein.

    • Hi Philip,

      „SEO ist tot“ ist selbstverständlich nur polemisch gemeint 😉
      Die ganzen Meme, die tagein-tagaus durchs Internetdorf getrieben werden taugen alle nichts…

      Gruß,
      Sebastian

  2. Google stellt auf „lokalisierte“ SERPs um – und was ist mit SEO?…

    Googles Algorithmus Update “Code Venice” krempelt SERPs in Richtung „Lokalisierte Suchresultate“ nachhaltig um – doch wo ist der Aufschrei der Suchmaschinenoptimierer?…

  3. Sabrina sagt:

    Hi Sebastian, toller Artikel der eindeutig zeigt, dass SEO für den lokalen Bereich im Wandel ist. Durch die Neuerungen würde ich allerdings nicht sagen, dass „SEO tot ist“, sondern vielmehr behaupten, dass SEO lokal noch viel wichtiger wird. Freu mich schon auf deinen nächsten Artikel zu dem Thema.

    • Hallo Sabrina,

      Danke für Dein positives Feedback!

      Ganz sicher ist „SEO nicht tot“ und wird auch nie sterben, denn „SEO“ ist ganz klar ein Überbegriff, der in alle Bereiche des Webs (und damit auch in Social Media) hineinreicht, wenn es darum geht maximale Sichtbarkeit auf allen Kanälen zu erzielen. Da geht es nur um Anpassungsfähigkeit und Adoptionsbereitschaft…

      Du hast auf alle Fälle Recht, dass es gerade bei der lokalen Suchmaschinenoptimierung jetzt noch spannender wird, als bisher!

      Gruß,
      Sebastian

  4. Silke sagt:

    Leider keine neuen Erkenntnisse … Aber gut geschriebener Artikel. :-)

    • Hallo Silke,

      Danke für die Blumen 😉

      Neue Erkenntnisse liefer‘ ich wie angekündigt in einem weiteren Beitrag nach… muss das alles erst mal in Ruhe analysieren und auswerten.

      Gruß,
      Sebastian

  5. Alexander sagt:

    Sehr schöner Beitrag – vielen Dank.

    Das „SEO ist tot“ hätte der Beitrag jedoch gar nicht nötig gehabt! Ihr liefert doch Qualität 😉

    • Hi Alexander,

      jetzt da mir das nun schon einige meiner Leser hier vorwerfen, scheint es mir wirklich so, als würde ich damit aus meiner üblichen Rolle fallen 😉

      Dann lasse ich künftig wohl besser meine Headline-Tests mit Polemik & Co. mal lieber sein!

      Gruß,
      Sebastian

  6. Christian sagt:

    Hi Sebastian,

    ich dachte bei der Headline erst, dass du nun auch auf diesen Zug gesprungen bist.
    Wäre interessant zu wissen, ob die Klickrate dadurch eher gestiegen oder gesunken ist.

    Nichtsdestotrotz es ist mal wieder ein guter Artikel zum Thema Local Seo geworden. Halle scheint aber für Google als Stadt nicht so wichtig zu sein, da ich hier solche Integrationen zumindest zu Mercedes und Audi nicht wirklich entdeckt habe.

    Grüße

    • Hallo Christian,

      Tja… tja… die leidige Headline 😉

      Die Resonanz auf den Beitrag ist jedenfalls ganz schön für ’nen sonnigen Freitag – vielleicht ist der Titel ja doch gar nicht so schlecht?

      Gruß,
      Sebastian

  7. Raphael sagt:

    Hallo Sebastian Socha,
    vielen, vielen Dank für diesen inhaltlich sehr wertvollen Artikel. Danach habe ich die vergangenen Wochen gesucht! Ich musste einen Grund für die Veränderungen der Rankings finden, was mir bisher nicht gelang, da dummerweise ein Redesign der Website genau zu dem Zeitpunkt erfolgte. Nun weiß ich, dass meine Arbeit kein Mist war und kann meine SEO-Strategie entsprechend ändern. Das rettet mich 😉

    Danke,
    Raphael

    • Hallo Raphael,

      Das freut mich sehr, dass Dir der Beitrag weiterhilft…

      … ich habe mich jedenfalls sehr gewundert, wieso in Deutschland noch überhaupt gar niemand darüber geschrieben hat, aber vielleicht liegt das eben genau daran, dass keiner die lokalisierten SERPs der anderen sieht?!?

      Gruß,
      Sebastian

  8. vtaktuell sagt:

    Das ist sehr erhellend. Ich wundere mich bereits seit einigen Tagen, warum in meinem WordPress-Dashboard immer mehr „lokal-unverdächtige“ Suchbegriffe als zielführend zu mir ausgegeben werden. Der Effekt ist also nicht nur bei den Google-Ergebnissen, sondern auch auf den Ziel-Seiten feststellbar.

    Als Blogbetreiber mit lokalem Schwerpunkt finde ich das natürlich sehr erfreulich.

    • Hallo,

      ja… das wird vor allem eine Kunst werden, die ungerichteten, nicht-lokalen Keywords nun bestimmten Rankings/ SERP-Konstellationen zuzuordnen, denn man weiß ja nie, welchen Standort der Nutzer eingestellt hat, bzw. welchen Standort

      Gruß,
      Sebastian

  9. Lieber Sebastian,
    liebe Leser/ innen,

    das Stichwort für SEO ist, dass die Google-Suche „menschlicher“ werden wird.

    Folgende Themen sind meiner Meinung für ein professionelles SEO sehr wichtig. Unternehmen, die keine Social Media betreiben werden im Index wohl bald abstürzen (mach die SEO Dienstleister natürlich „unruhig“)

    Social Media für die Auffindbarkeit in Suchmaschinen wichtig
    http://berndgillich.wordpress.com/2012/02/09/seo-ranking-faktoren-fur-deutschland-2012-social-media-fur-die-auffindbarkeit-in-suchmaschinen-wichtig

    SEO im Kontext Social Media – Interview mit Björn Instinsky von etracker: http://www.agitano.com/magazin/magazinDetails/seo_im_kontext_social_media__interview_mit_bjoern_instinsky__teil_4_25115/#articlePage

    Wie sich die semantische Suche auf den Google Index auswirken wird, kann man sicherlich aktuell nur in der „Glaskugel“ sehen 😉

    Ein schönes Wochenende wünscht euch

    Bernd Gillich

    • Hallo Bernd,

      Danke für Deine ergänzenden Links!

      Ich kann Dir nur zustimmen, das die Google-Suche „menschlicher“ wird, denn „lokal“ ist nun mal eben eine „um die Ecke Angelegenheit“ bei der man am Ende immer echten Menschen gegenübersteht.

      Wo ich Dir allerdings nur unter erheblichen Einschränkungen zustimmen möchte, ist der Stellenwert von Social Media als Ranking-Signal für die Google Suche.

      Abgesehen von G+ üben Twitter & Facebook nur einen geringen Einfluss auf das Ranking von Inhalten aus (hauptsächlich in einem kurzen Zeitrahmen =“Freshness“). Hierzu auch meine Ausführungen im Local SEO-Podcast bei Radio4Seo zusammen mit Jens Fauldraht, der die Angelegenheit ähnlich beurteilt (weder Jens noch ich betreiben eine Agentur!).

      Kurz & knapp:
      * Ganz klar beeinflussen sich Social Media & klassische SEO gegenseitig.
      * Gute Inhalte erhalten zunächst viele Social Media Signale, die zur Verbreitung der Inhalte führen was dann letztlich in die für das Ranking so wichtigen Links mündet
      * Erhalten Artikel keine Links trotz vieler Social Media Signale, so ranken vergleichbare Beiträge mit „harten“ Backlinks i.d.R. besser, zumal Google keinen Zugriff mehr auf die Twitter-Firehose hat noch auf Facebook-Signale bei nicht-öffentlichen Pages…
      * G+ wird uns jedoch zeigen, dass es sehr wohl auf Social Media Signale ankommt, aber das ist auch nur eine Form der Erpressung seitens Google, denn wer möchte nicht von Vorteilen in den SERPs profitieren, wenn man hierfür „nur“ einen aktiven Social Media Account betreiben muss
      * Und ja: Die semantische Suche wird extrem spannend und könnte für etliche Suchszenarios tatsächlich ein „Game Changer“ werden

      Das ist meine aktuelle Sichtweise basierend auf Erfahrungswerten und sporadischen Tests.

      Gruß,
      Sebastian

  10. […] SEO ist tot? Lokale Suchmaschinenoptimierung lebt! var szu=encodeURIComponent(location.href); var […]

  11. Caner sagt:

    Hallo,

    zum Thema Social-Media und Rankings: Likes o.ä. sind mit Abstand leichter zu manipulieren, als Backlinks, weshalb man nicht davon ausgehen kann, dass sich das Verhältnis (Backlinks und Social-Media-Signale) in Zukunft komplett ändern wird. Sie können evtl. einen Einfluss haben, dieser wird jedoch nicht so groß sein.

    Ansonsten: Netter Blog! Weiter so 😉

    Liebe Grüße,

    Caner

  12. Sebastian sagt:

    Hallo Sebastian,

    vielen Dank erst einmal für den Artikel, das deckt sich grundsätzlich auch mit meinen Beobachtungen.

    Diese Veränderungen sind natürlich krass, aber was mich schon bei den UK-Artikeln (und dem Artikel letztens auf SEOmoz zum selben Thema) gewundert hat ist, dass das Ganze erst mit einem Update gekommen sein soll, dass irgendwo in einem Blogpost gut vergraben zwischen vielen unwichtigen Änderungen angekündigt wurde.

    Ich hatte mindestens schon im Januar öfters mal ziemlich krasse lokale Anpassungen bei Head Keys. Wenn man sich z.B. das Key „Organigramm“ in den einschlägigen Tools im zeitlichen Verlauf anschaut, liegt die Vermutung nahe dass es schon seit November dort Anpassungen gibt. Das Key steht ja auch nicht wirklich im Verdacht, oft mit lokaler Intension gesucht zu werden und als Startmenge oder Test lokalisiert worden zu sein.

    Dir dürften solche Phänomene vermutlich ja auch zwischendurch mal aufgefallen sein – mir scheint es so, als hätten SEOs aller couleur erst jetzt mal wieder genauer + bei vielen Keys hingeschaut, und desshalb gibt es erst jetzt ein paar Blogposts drüber.

    Wenn es vielen anderen auch so geht, könnte das auch die Zurückhaltung in der Szene bezüglich des Venice Updates erklären : vieles davon gibt es möglicherweise schon lange.

    Ich bin selber nur interessierter Local-Beobachter und der Kommentar ist eh schon zu lang – wie siehst du das Ganze?

    Gruß,
    Sebastian

    • Hi Sebastian,

      Ich habe das Update namens „Code Venice“ und die damit einhergehenden SERP-Modifikationen ja auch erst in meinem oben verlinkten Artikel thematisiert, als Google mit dem Search Quality Blogpost für Februar an die Öffentlichkeit ging.

      Das bei etlichen nicht-lokalen Keys skurrile Sprünge drin waren, stimmt… Man wischt das aber erst eine Weile als etwas heftigere Schwankungen weg. Bis dann eben etwas genauer hingeschaut wird. Heut Nachmittag ist mir aufgefallen, dass bei SEOmoz ja sogar noch ein zweiter Artikel zum Venice Update erschienen ist. In dem wird ebenfalls die ungewöhnliche Stille unter den SEOs thematisiert.

      Denke daher genau wie Du, dass das bisher niemandem groß aufgefallen ist. Aber es ist bei Places & Co. ebenfalls einiges passiert, was eng damit zu tun haben könnte (vergrößerter Suchradius) bzw. was man in einem Zusammenhang sehen sollte: Google sucht nach einem Gleichgewicht zwischen weniger manipulierbaren Signale aus dem klassischen Algorithmus um den Stellenwert der reinen Places Signale zu dämpfen. Ein möglicher Ausweg ist damit vermutlich dann das Anreichern der Ergebnisse mit lokalisierten organischen Webresultaten…

      Zumindest kann man festhalten, dass Google gerade im lokalen Bereich schon seit ein paar Monaten extrem viel testet… Jetzt gilt es mal OnSite- und OffSite Bedingungen zu checken.

      Danke für Dein umfassendes Feedback!

      Gruß,
      Sebastian

  13. […] veranstaltet. Die Bühne war richtig voll und es hat sehr viel Spaß gemacht. Weiter…Lokale Suchmaschinenoptimierung lebt! – Ich habe vor einer Weile in einem Artikel bereits etwas ausführlicher über die […]

  14. […] von euch werden in den letzten Tagen bereits den ein oder anderen Blogpost gelesen haben, der aufzeigt, dass Google nun auch reguläre organische […]

  15. […] Die zweite Anpassung schimpft sich Venice-Update und betrifft die Aussteuerung von regulären, lokalisierten, organischen Resultaten. Wie man bereits auf einigen Blogs lesen konnte, hat Google wieder an den Stellschrauben für die lokalen Suchergebnisse gedreht: Abhängig vom Standort der Nutzer liefert Google nun unterschiedliche Ergebnisse aus. Der Standort wird dabei über die IP-Adresse des Nutzers ermittelt. Momentan lässt sich der Standort noch vom Nutzer selbst anpassen und kann alternativ auch auf Deutschland gestellt werden, um eine neutralere Darstellung der Resultate ananzuzeigen. Auf dem SEOlytics-Blog wurde die ganze Veränderung genauer untersucht und anhand einiger Beispiele veranschaulicht. Mehr zum Thema findet ihr auch hier. […]

  16. Mika sagt:

    SEO ist nicht tot und wird nie sterben sollange es Webseiten gibt. Es wird immer findige SEO`s geben die Mittel und Wege finden werden. Vielleicht wird SEO irgendwann anders ablaufen aber es wird ablaufen.

  17. wolfgang sagt:

    hallo
    es wird immer nur davon geschrieben, wie ich diese änderung nutzen kann.
    was ist jedoch wenn ich die lokale anpassung verhindern möchte. wenn ich zb einen artikel über eine .com domain europaweit anbiete, sich das headquarter aber in österreich befindet?

    • Hallo Wolfgang,

      Du kannst das nicht verhindern. Die Zeiten „normaler“ organischer SERPs sind für immer vorbei. Die wenigsten Nutzer werden ihren Standort auf „Deutschland“ umstellen. Dafür hat jeder Nutzer nun eine ganz individuelle, lokal angepasste Suchergebnisseite…

      Dein Beispiel mit .com und dem Hauptquartier in Österreich bezieht sich nicht auf die Problemstellung, die mit dem Google Venice Update einhergeht. Je nach Verlinkungsgrad wird der .com Content auf Google.de oder Google.ch oder Google.at auch entsprechend ranken, je nachdem welche Google-Version die Nutzer verwenden.

      Gruß,
      Sebastian

  18. wolfgang sagt:

    hallo sebastian
    ich sehe schon eine verbindung meiner problemstellung mit diesem update. verkaufe ich zb über eine webshop jeans, so habe ich jetzt bei allen suchanfragen in den organischen serps einen großen nachteil gegenüber lokalen jeans-shops?! welche ergebnisse liefern mir dann eigentlich ranking abfrage tools?

    • Hallo Wolfgang,

      Es kommt darauf an, was für Einstellungen die Ranking-Abfrage Tools nutzen.
      Es ist aber auch egal, denn diese sind nun wertlos, denn jeder Nutzer verwendet einen anderen Standort.

      Auch andere SEO-Tools, die Sichtbarkeits-Indices berechnen sind nun wertlos, wenn sie keine lokalisierten Varianten anbieten, was aber bei der schieren Menge an unterschiedlichen Standorten allein in Deutschland eher unmöglich erscheint.

      Derzeit ist es noch so, dass ein paar Online-Anbieter über oder direkt unter den G+ Local (ehemals Places) Integrationen ranken, dann erst kommen die lokalisierten Web-Resultate.

      Du kannst Dir mal ein paar Beispiele hier in Ruhe anschauen:
      http://www.suchradar.de/magazin/archiv/2012/2-2012/google-places-integrationen.php

      Da habe ich auch Details zu diesem Thema zusammengetragen.
      Am besten Du testest nun selbst einfach unterschiedliche Standort-Einstellungen für „Deine“ Keywords.

      Da siehst Du am ehesten wie stark Du betroffen ist.

      Gruß,
      Sebastian

  19. wolfgang sagt:

    vielen dank für die beantwortung meiner fragen. hab den suchradar-artikel bereits gelesen. aber ehrlich gesagt, umso mehr ich mich in die materie einlese, desto mehr fragen tauchen auf. muss bei dem aktuellen seo chaos einmal klaren kopf bekommen. weiters ist die frage zu klären, wie man zukünftig mit einem kunden umgeht, deren zb .com domain man für deutschland optimieren soll? das geht dann offensichtlich nur mehr über gezielte linkpower. und welche ergebnisse präsentiert man dem kunden dann? an welchen serp abfragen kann ich mich dann noch orientieren? hmm…
    lg
    wolfgang

    • Wie gesagt Wolfgang…

      Dein .com Beispiel ist bei der Optimierung für Deutschland kein Problem, wenn auch eine .de Domain besser wäre. Sollte das Projekt auf .com mehrsprachlich sein, dann verwende für Deutsch den Unterordner .com/de/ und gib‘ im Header das korrekte Language-Tag an. Entsprechende Links von anderen .de Domains zu diesem diesen Sprachordner sorgen anschließend für ein gutes Ranking.

      Das hat aber echt nichts mit dem „Venice Update“ zu tun, wo es einerseits um die steigende Bedeutung der klassischen Website-Ranking für die Places Integration ging sowie um die automatische Standorterkennung auf sehr lokaler Ebene…

      Hier noch ein Tipp, was die SERP-Abfragen anbelangt:
      1) Woher kommen die Kunden? Woher stammen bisher die Zugriffe laut Google-Analytics?
      2) Clustering der regionalen/ lokalen Einzugsgebiete durchführen
      3) Abfrage der regionalen/ lokalen SERPs mit entsprechender Standort-Einstellung liefert anschließend mehrere unterschiedliche Rankings, die man präsentieren muss

      Gruß,
      Sebastian

  20. wolfgang sagt:

    besten dank sebastian. wie die optimierung funkt. ist mir natürlich klar, jedoch verstehe ich nicht ganz, warum du da keinen zusammenhang zwischen venice und meiner frage siehst.
    ein beispiel:
    ich verkaufe europaweit jeans auf einer .com domain und war früher deutschlandweit mit dem keyword „jean“ an dritter stelle. nach dem venice update kommen bei einer suchanfrage zb aus berlin erst einmal 7 ergebnisse von jeans-shops aus berlin und ich bin mit glück noch als 10er auf der ersten seite.
    oder steh ich jetzt komplett auf der leitung?

    • Hallo Wolfgang,

      Genau das ist ein gutes Beispiel, dass Du gewählt hast:
      Wenn Du aus Berlin nach „Jeans“ suchst, wird kein 7-Pack aktiviert und Otto.de ist mit dem Shop nach wie vor auf 4. Stelle = der Umsatz stimmt bei Otto
      Wenn Du aus München nach „Jeans“ suchst, wird ein 7-Pack aktiviert und der Otto.de Shop rutschst unter die lokale Integration = der Umsatz schmiert ab

      Damit hast Du Recht, was die lokalen Integrationan anbelangt, die in jedem Fall dafür sorgen können, dass organische Web-Treffer verdrängt und im Gegenzug lokale Läden aus der realen Welt präsentiert werden. Aber das ist ja gar nicht das spannende, was bei der Lokalisierung der organischen Web-Resultate passiert, denn da hängt es noch sehr vom Nutzer ab, ob er online bestellen möchte oder im Laden vorbeigehen will.

      Bei dem „Autohaus“ Beispiel aus meinem Artikel passiert viel mehr, als dass nur der lokale 7-Pack alles ab Pos. 3 nach unten verdrängt. Es werden unter dieser lokalen Integration 4-6 Web-Treffer eingeblendet, die von anderen Such-Standort ausgehend vollkommen abweichen können. Das ist sozusagen das regionale Web aus einem etwas größeren Einzugsgebiet rund um den Such-Standort, dass unterhalb der lokalen Integration eingeblendet wird.

      Dieses „regionale Web“ ändert sich je nach Such-Standort und wird scheinbar von einerseits sehr GEO-spezifischen Kriterien beeinflusst (Wo sind regionale Zentren? Was sind umliegende größere Ortschaften? etc.) und andererseits verlässt sich Google auf das klassische OffSite-Signal Linkpopularität, denn in der Regel werden als „lokalisierte Web-Treffer“ solche Websites eingeblendet, die in ihrem lokalen Umfeld das Ranking dominieren (und dort auch oftmals die PLaces Integration anführen).

      In diese regionalen/ „lokalisierten Web-Treffer“ wirst Du ohne eine Adresse an diesen Standorten nur sehr schwer hineinkommen. Darüber hinaus hängt dies auch noch vollkommen vom Such-Standort ab und darauf kann man nicht optimieren, denn dieser Faktor ist viel zu beliebig und zufällig, außer man bietet ein lokal sehr begrenztes Produkt/ Service an, wo man sich auf eine lokale/regionale Kundschaft einstellen kann.

      Es gibt eigentlich nur noch die organische Top 3, die einen oftmals noch in Ruhe über den lokalen Integrationen thronen lässt. Dafür braucht man bekanntlich haufenweise autoritäre und thematisch passende sowie etliche Brand-Links und eine Menge an positiven Nutzer-Signalen. Dann hat man auch nach „Google Venice“ seine Ruhe…

      … für alle anderen heißt das, dass man bei generischen Suchbegriffen mit den Places Integrationen UND den lokalisierten organischen Web-Treffern konkurriert und in der Regel mit einem reinen Web-Projekt den Nachteil hat…

      Gruß,
      Sebastian

  21. wolfgang sagt:

    nochmals vielen dank für deine zeit. die frage wird in zukunft lauten, woher sich google den regionale zusammenhang holt. linkpower, content, adresse?
    ansonsten ist jetzt wohl so ziemlich alles benantwortet :-)
    lg aus österreich

    • Hallo Wolfgang,

      so wich sie mir das derzeit darstellt ist es eine Mischung aus GEO-Relevanz (Adressen, G+ Local Eintrag, Citations, Bewertungen, etc.), genereller Linkpower (künftig ggf. verstärkt „Lokale Links“) sowie ein wenig Content (Adressen) aber nur sehr wenig traditionelle OnSite-Optimierung bezogen auf die Suchphrase, d.h. das Keyword muss nicht im Seiten-Titel auftauchen, wenn der Treffer als „lokalisierter, organischer Web-Treffer“ eingebledet wird.

      Gruß,
      Sebastian

  22. hallo Sebastian,

    erstmal vielen Dank für den guten Einstieg in die Thematik.

    Zur Relevanz:
    Kriterien, die bisher primär zur Optimierung von Places Einträgen relevant waren, spielen definitiv eine Rolle.
    Dennoch natürlich auch die Linkquellen, wobei deren Ortsrelevanz wieder von den gleichen Faktoren abhängig ist. Möglicherweise ermöglicht auch IPv6 eine bessere lokale Zuordnung, aber ich bezweifle mal stark, dass es besonders auf den Standort des Servers ankommt, da diese sowieso in großen Zentren sitzen, die mitunter nichts mit dem eigentlich lokalen Markt zu tun haben können.

    Vielmehr sollte wohl der Augenmerk auch darauf liegen, ob entsprechende geotags auf den Linkquellen vorkommen, das fängt damit an, dass ein Link aus einem Blog in dessen URL Berlin vorkommt, definitiv das Ranking lokal für Berlin eher stärkt als für zum Beispiel München und zieht sich durch alle On- und Offpage Faktoren. Wird mal wieder herausfordernd, das reverse im Detail zu analysieren.

    beste grüße,
    matthias

  23. Micha sagt:

    SEO kann und wir nicht unwichtig werden. Sonst werden die Ergebnisse in den SERP`s noch bescheidener als es bisher schon / noch ist. Die Headline ist 1 cooler Denkanstoß….

    Lokale nutzerspezifische Suchmaschinenergebnisse (PWS = personalisierte Werbsuche im Google und co. ) sind für Nutzer ein großer Fortschritt zu mehr Butzen, Mehrwert in den Ergebnissen. Gerade wenn SUMA-Nutzer nur 1 Begriff, Suchwort statt ein Kombination mehrerer Suchworte genutzt wird gelangt man schneller zu wertvollen, nutzbaren Ergebnissen. Löschen der „Kekse“ bringt überregionale Angebote in die SERP`s, was mehr die Insider wissen und nutzen.
    Bei lokalen Angeboten, Websites, Ladenlokal ist es ein Nutzen, wenn Kunden Ihre Lokation, Suchort nicht mit angeben. Suchende sind vielleicht vergesslich, Google vergisst weniger.

    So wird die mögliche häufige Lokation, Ort aus den bisherigen Suchmaschinenabfragen generiert. Das hat nutzbare Vorteile. Für Überregionale Web-Angebote, Webshops und Co. wird es aufwändiger, komplexer.

    VG Micha

    • Sebastian Socha sagt:

      Hallo Micha,

      Deinen Ausführungen stimme ich voll und ganz zu. Dem ist kaum etwas hinzuzufügen…
      Danke für Deinen Kommentar!

      Gruß,
      Sebastian

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