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Google Places: Sabotage von Wettbewerbern erkennen

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6 Maßnahmen, wie die Konkurrenz den Google Places Eintrag abschießen kann

Google PlacesUnternehmen, die auf Google Places einen Eintrag pflegen, sind sich oftmals gar nicht der Tatsache bewußt, dass Google recht viele Schlupflöcher offen gelassen hat, die Wettbewerber dazu ausnutzen können, um das Ranking eines Firmeneintrags in der lokalen Suche nachhaltig zu schädigen.

Als Hilfestellung für lokale Unternehmen möchte ich heute daher – als Ergänzung zu den zahlreichen, hier im Blog veröffentlichten Tipps rund um Google Places (ausführliche Liste am Ende des Artikels), eine kleine Zusammenstellung an Maßnahmen veröffentlichen, die von der Konkurrenz oder ominösen Agenturen angewandt werden können, um den Eintrag auf Google Places nachhaltig zu sabotieren.

Lokale Betriebe und Dienstleister sollten daher bei auffälligen Ranking-Verlusten einfach mal prüfen, inwieweit die hier aufgeführten „Black-Hat“ Maßnahmen möglicherweise für den eigenen Unternehmenseintrag zutreffen.

1) Kennzeichnung des Unternehmens als „geschlossen“

Eine beliebte Möglichkeit um die Google Places Seite aus den Suchergebnisse zu bekommen, ist die Markierung des Firmeneintrags als „geschlossen“. Hierzu ist es lediglich notwendig, bei einem Firmeneintrag rechts neben der Adresse auf „Mehr“ zu klicken und dort auf den Menüpunkt „Problem melden“ zu gehen.

Anschließend öffnet sich ein gesondertes Fenster, in dem etliche Optionen zur Auswahl gestellt werden, so auch der Hinweis „Dieser Standort/Betrieb ist geschlossen“. Wählt man diesen Menüpunkt aus und ergänzt unten noch einen kleinen schriftlichen Hinweis, dann kann es bereits nach nur einem Hinweis eines anonymen Google Nutzers passieren, dass die Google Places Seite nicht mehr in der Suche aufzufinden ist.

Standort als geschlossen melden

Was kann man machen?
Hier hilft nur die Seite als „Inhaber zu bestätigen“, damit man nachweisen kann, dass man legitmiert ist per „Problem melden“ darauf hinzuweisen, dass der Standort eben doch existiert und geöffnet ist.

2) Bewußt fehlerhafte Markierung des Standorts in Google Maps

Eine weitere Möglichkeit um das Google Places Ranking zu sabotieren besteht darin, den roten Marker auf Google Maps zu verschieben. Hierdurch entstehen zwei Effekte: Einerseits wird eine Inkonsistenz zwischen Adresse und Standortmarkierung herbeigeführt, die per se bereits einen Qualitätsverlust ausmacht, der zu Rankingverlusten führen kann. Andererseits finden auch potenzielle Kunden das Unternehmen nicht bei lokalen Suchanfragen, wenn der betreffende Eintrag auf Google Maps schlichtweg eine Stadt weiter „geschubst“ wurde.

Um dies zu bewerkstelligen muss man lediglich rechts oben auf „Eintrag bearbeiten“ gehen und auf der Folgeseite unten den roten Marker auf der Karte verschieben. Mit nur zwei Mausklicks ist der Eintrag in der Places Suche nachhaltig geschädigt und das Unternehmen darf sich wundern, warum keine Interessenten mehr vorbeikommen, oder anrufen.

Google Places Marker verschieben

Was kann man machen?
Auch hier hilft es nur den Firmeneintrag auf Google Places per PIN zu bestätigen. Im Google Places Konto hat man bei jedem einzelnen Eintrag die Möglichkeit die Position des Markers zu korrigieren, was man in einem solchen Fall auch dringend tun sollte, wenn man nicht auf Neukunden verzichten will.

3) Häßliche, verstörende & eklige Fotos zum Google Places Eintrag hochladen

Eine weitere kreative Möglichkeit den Wettbewerb zu attackieren besteht darin, dass man einfach dahergeht und die Google Places Einträge der Konkurrenz mit abstoßenden Fotos „verziert“. Auch dies funktioniert kinderleicht und ist per einem Klick erreichbar.

Hierzu muss man lediglich rechts neben dem roten Button „Erfahrungsbericht schreiben“ auf den weißen Button „Foto hochladen“ klicken und schon öffnet sich ein Formular, mit dessen Hilfe man Bilder von seinem Rechner hochlädt, die anschließend auf dem Firmeneintrag angezeigt werden – so schnell funktionert Rufschädigung und so einfach macht es Google böswilligen Wettbewerbern, was in meinen Augen nicht sein kann und darf!

Häßliche Fotos hochladen

Was kann man machen?
Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, keine ist aber so richtig „wasserdicht“ und funktioniert immer einwandfrei. Zuallererst sollte man den Link „Anstößiges Bild melden“ verwenden und Google mitteilen, dass hier einige Fotos eindeutig am guten Geschmack vorbeizielen, wenn nicht gar aus bösartigen Gründen hochgeladen wurdenn.

Anstößiges Bild melden

Außerdem besteht wie üblich die Option auf dem Google Places Eintrag über „Mehr“ zu „Problem melden“ zu gehen und dort den Punkt „Einige Fotos, Erfahrungsberichte oder Details gehören zu einem anderen Standort“ zu wählen. Ergänzend weist man in dem Textfeld auf die anstößigen Abbildungen hin.

Grundsätzlich ist es in jedem Fall ratsam den Eintrag „als Inhaber“ zu bestätigen und eine Vielzahl an hochwertigen Fotos hochzuladen. In den meisten Fällen werden diese Abbildungen auf der Google Places Seite priorisiert angezeigt und verdrängen damit die unschönen Bilder der Konkurrenz.

4) Gefälschte negative Bewertungen online stellen

Ein beliebtes Mittel um den „guten Ruf“ eines Unternehmens im Internet zu schädigen besteht schlichtweg darin negative Bewertungen zu fälschen. Hierzu kann einfach mal die komplette Belegschaft des Wettbewerbers online gehen und jeder einzelne Mitarbeiter schreibt mal eben ein paar negative Nutzermeinungen sowie miserable Kundenbenotungen auf Google Places und ggf. auch auf anderen Bewertungsportalen.

Auf diese Weise entseht recht rasch die unschöne Situation, dass nur noch ein, oder zwei gelbe Sterne auf den Suchergebnisseiten bei gleichzeitig zahlreichen Google-Reviews zu sehen sind.

negative Google Bewertungen

Welcher Interessent soll bitte auf einen solchen, mies beurteilten Places Eintrag navigieren?

Und genau das ist das Problem, denn wenn ein Nutzer sich mal die Mühe machen würde, derartige Bewertungen durchzulesen, dann merkt dieser schnell, dass diese möglicherweise gefälscht sind, doch dazu kommt es aufgrund der oben geschilderten Situation auf der Suchergebnisseite leider nicht.

Was kann man machen?
Am ehesten erkennt man systematisch gefälschte Google Reviews, indem man Textabschnitte kopiert und in die Google Places Suche eingibt. Fälscher machen sich in der Regel nämlich nicht die Mühe die Fake Bewertungen zu individualisieren, weswegen ein und derselbe Bewertungstext auf zahlreichen unterschiedlichen Firmeneinträgen zu finden sein kann.

Angesichts der Tatsache dass Bewertungen auf Google Places einen wichtigen Rankingfaktor darstellen, muss gerade dieser Aspekt stets im Auge behalten werden, damit man notfalls zeitnah auf böswillige Wettbewerber reagieren kann.

5) Zahllose gefälschte positive Bewertungen online stellen

Ein umgekehrter Weg, als der oben beschriebene mit den negativen Bewertungen, besteht darin, einfach haufenweise positive Reviews online zu stellen. Dies geschieht in kurzer Zeit von möglichst frischen Google Accounts aus. Die Bewertungstexte sind inhaltlich möglichst flach und vergeben stets die Bestnote.

Hierdurch kann man es schaffen, dass Google diese Bewertungen eindeutig als „Spam“ identifiziert, was einen nachhaltigen Rankingverlust des Firmeneintrags nach sich ziehen kann, denn Google geht bei einem solchen Punkt zuallererst davon aus, dass sich der betreffende Betrieb ein Paket an positiven Google Bewertungen von einem fragwürdigen Anbieter erworben hat. Da dies jedoch den Nutzungsbestimmungen auf Google Places nicht entspricht, kann der Unternehmenseintrag von den Suchergebnissen ausgeschlossen werden.

Was kann man machen?
Hier hilft nur ein regelmäßiger Blick auf den eigenen Firmeneintrag. Für bequeme bietet sich bspw. ein Google Alert an, der einen darauf aufmerksam macht, wenn der Google Bot passende Suchtreffer zum eigenen Firmennamen findet. So werden sämtliche Änderungen auf dem Google Places Eintrag frisch in Postfach geliefert und man muss sich nicht wundern, wenn auf ein Mal 100 neue positive Bewertungen online gestellt wurden und der Firmeneintrag nicht mehr in der Suche zu finden ist.

Hat man das Gefühl, dass die Bewertungen gefälscht wurden, so teilt man die ebenfalls über den Link „Mehr“ und „Problem melden“ an Google mit.

6) Den Firmenstandort auf Google Maps direkt ins Stadtzentrum setzen

Ähnlich wie bei Punkt 5 geht es bei diesem Aspekt darum, den jeweiligen Firmeneintrag aus Sicht von Google als „manipulativ“ erscheinen zu lassen. Hierzu verschiebt ein Wettbewerber einfach den roten Marker (siehe oben Punkt 2) direkt ins Stadtzentrum.

Firmeneinträge auf Google Places, die im Stadtzentrum liegen haben jedoch einen gewissen Ranking-Vorteil gegenüber solchen, die am Stadtrand liegen. Daher könnte das Verschieben des Markers seitens Google als bewußter Verstoß gegen die Richtlinien auf Google Places bewertet werden, was in der Folge zu einem Ausschluss der Unternehmensseite aus den Suchergebnissen führen kann.

Was kann man machen?
Leider gibt es für diesen Aspekt keine bequeme automatisierte Lösung. Es ist daher empfehlenswert mindestens ein Mal die Woche den Google Places Eintrag kurz zu checken, ob noch alles stimmt und die Kartenmarkierung an der richtigen Stelle sitzt.

Linkliste mit hilfreichen Beiträgen rund um Google Places und Local SEO

Wichtige Tipps für Google Places:

Hilfreiche Beiträge rund um Kundenbewertungen:

Aktuelle Empfehlungen zur Suchmaschinenoptimierung:

Sabotage auf Google Places – Fazit

In dem Maße wie Google Places als Marketingtool zusehends wichtiger wird, wird sich auch der Wettbewerb um die besten Positionen bei Google verschärfen. Umso wichtiger ist es daher, dass lokale Unternehmen sich derartiger Risiken bewußt sind und Methoden an die Hand bekommen, wie man derartige Probleme aus der Welt schafft…

… denn nichts ist ärgerlicher, als eine böswillige Rufschädigung obwohl man als Unternehmer mitsamt seinen Mitarbeitern höchste Ansprüche an den Tag legt und stets beste Qualität liefert.

In diesem Zusammenhang abschließend noch ein Apell an Google:
Verbessert Eure Spam-Filter, geht rasch sämtlichen Meldungen von lokalen Unternehmern auf den Grund, die Verdächtiges melden, denn es hängt viel Herzblut und Energie in lokalen Betrieben, weshalb man das Thema „Sabotage durch Wettbewerber“ nicht Ernst genug nehmen kann – gerade da man als „Quasi-Monopolist“ die Veranwortung trägt!

via http://imprezziomarketing.com


7 Antworten zu “Google Places: Sabotage von Wettbewerbern erkennen”

  1. Sabotage von Wettbewerbern auf Google Places erkennen!…

    Zusammenstellung an rufschädigenden Maßahmen, die die Konkurrenz auf Google Places durchführen kann – und wie man diese erkennt und sich davor am besten schützen kann……

  2. Roger sagt:

    Hallo Sebastian,

    zunächst mal ausdrückliches Danke für deine erhellenden Blogbeiträge. Bin zwar beileibe kein SEO, aber habe mir angewöhnt, den KDE-Blog regelmäßig zu lesen, um informiert zu sein, was in diesem Bereich so vor sich geht und schon einige Impulse für meine eigenen Internet-Präsenzen bekommen.

    Mein Places-Eintrag war bislang sehr gut geranked, allerdings sehe ich ihn seit Oktober bei meinen regelmäßigen Keyword-Abfragen kaum noch. Das mag einerseits mit der letzten Änderung im Suchalgorythmus zusammenhängen, andererseits habe ich natürlich auch den obigen Beitrag aufmerksam gelesen.

    Kurze Frage zum Thema „Marker verschieben“ – es gibt ja ein Änderungsprotokoll, dass ich zu meinem Places-Eintrag einsehen kann. Werden da auch die Änderungen angezeigt, die nicht bei einer Änderung im „legitimierten“ Account-Bereich veranlasst werden, sondern die von anonymen Usern kommen?

    Und wie weit muss der Marker verschoben werden, um eine Inkonsistenz für Google zu erzeugen?

    Beste Grüße, Roger

  3. Roger sagt:

    Nachtrag zu oben: ich stelle die Frage nach der Inkonsistenz natürlich nicht, um selber zu manipulieren, habe nur festgestellt, dass mein Places-Marker sich nicht genau auf dem Bürohaus liegt, in dem ich arbeite, sondern im Hof des selben Grundstücks.

    • Hallo Roger,

      Für gewöhnlich werden sämtliche Änderungen, also auch anonyme Modifikationen der Community, im Änderungsprotokoll vermerkt.

      Es ist mir jedoch wichtig darauf hinzuweisen, dass man nicht an der eigenen Intelligenz zweifeln darf, wenn man sich diese Änderungsprotokolle anschaut, denn logisch sind diese keinesfalls. Ich werden jedenfalls nur selten schlau, da sich vieles in den Protokollen widerspricht.

      Was das Verschieben der Maker anbelangt, so wirkt sich jede Abweichung negativ aus, je weiter desto schlimmer für den Firmeneintrag.

      Gruß,
      Sebastian

  4. […] noch ein Link zu einem echten Socha: Google Places: Sabotage von Wettbewerbern erkennen. Es wird wohl Zeit für eine “Google Places presented by KennstDuEinen” hier […]

  5. Black Hat SEO oder die Macht der SEOs! | SEO Berlin sagt:

    […] Wie Google Places Einträge sabotiert werden lesen Sie hier: http://blog.kennstdueinen.de/2011/11/google-places-sabotage-von-wettbewerbern-erkennen/ […]

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