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Google Suchergebnisseiten: Aktuelle Eye-Tracking Studie der SERPs

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Was interessiert den Nutzer? Wo verweilt der Blick? Was zieht am meisten Aufmerksamkeit auf sich?

Heute ist bei den Jungs von SEOmoz eine interessante Untersuchung erschienen, die perfekt zu meinem vor kurzem erschienenen Beitrag Heatmap neues Google Design 2011 passt. In der von SEOmoz zusammen mit Mirametrix durchgeführten Eye-Tracking Studie wurde bei einer Gruppe von Google-Nutzern untersucht, auf welchen Bereichen der Suchergebnisseiten (SERPs) die Aufmerksamkeit am größten ist.

Zur Erinnerung hier daher noch ein Mal kurz zwei der seinerzeit von mir veröffentlichten Ergebnisse, die mittels einer algorithmischen Analyse der Suchergebnisseiten erstellt wurden:

Lokale Google SERP – Wahrnehmungskarte
Heatmap Hybrid Wahrnehmungskarte

Lokale Google SERP – Heatmap
Heatmap Hybrid

Ohne nun weiter auf die hier gezeigten Ergebnisse einzugehen, möchte ich nun die Ergebnisse der Eye-Tracking Studie von SEOmoz diesen beiden Abbildungen gegenüberstellen.

Der Vergleich ist insofern spannend, da auch im Rahmen der aktuellen Eye-Tracking Studie vorrangig lokale Suchanfragen bei Google eingegeben wurden, so dass recht gut vergleichbare Google SERPs einander gegenübergestellt werden.

Ergebnisse der Eye-Tracking Studie der Google Suchergebnisseiten

Vorausgeschickt sei der Hinweis, dass es sich bei den hier gezeigten Heatmaps um echte Eye-Tracking Untersuchungsergebnisse handelt und nicht um Click-Heatmaps oder solche, die lediglich algorithmisch generiert wurden. An der Stelle auf den Suchergebnisseiten wo die Augen der Nutzer länger verweilen, wird der Seitenbereich entsprechend „wärmer“, d.h. zunehmend heller, eingefärbt.

Eye-Tracking Studie Lokale Google SERP – „Organisch-Lokale Mischergebnisse“
Eye-Tracking Lokale Google SERP 1

Bei dem Suchbegriff „best pizza in chicago“ zeigt sich grundsätzlich ein sehr ähnliches Bild, wie der oben gezeigten algorithmisch generierten Heatmap. Es sollte jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass bei dem ersten Beispiel von SEOmoz keine AdWords zu sehen sind, was den Vergleich ein klein wenig erschwert.

Grundsätzlich wird aber eindeutig demonstriert, wo der Schwerpunkt liegt:
Die ersten beiden Suchergebnisse erhalten am meisten Fokus, anschließend teilen sich die nächsten beiden Suchergebnisse sowie die Karte am rechten Bildrand die Aufmerksamkeit der Suchenden. Scrollt der Nutzer schließlich weiter, so werden zunächst die nachfolgenden Suchergebnisse und parallel dazu noch ein Mal die rechts eingeblendete Karte angesehen. Weiter unten – bei den klassisch-organischen Suchresultaten – kommt nur noch wenig Aufmerksamkeit an.

Eye-Tracking Studie Lokale Google SERP – „Klassischer 7-Pack“
Eye-Tracking Studie Lokale Google SERP - Klassischer 7-Pack

Hier wird es nun interessant, den bei diesem anhand des Nutzerstandorts ausgelieferten lokalen Suchergebnis für „Pizza“ wurden keine „Organisch-Lokalen Mischresultate“ ausgeliefert, sondern der klassische 7-Pack direkt unterhalb den Google AdWords.

Fast ein wenig überraschend zeigt sich hier folgendes Bild:
Wie es offensichtlich den Anschein hat, ist es gerade der lokale 7-Pack, der imstande ist ein enormes Maß an Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Die Blicke der Nutzer scheinen im Gegenzug den Google AdWords Bereich nahezu vollständig ignoriert zu haben, doch auch die Karte erhält nur wenig Fokus. Scheinbar reicht es den Nutzern hier aus, die Namen der lokalen Anbieter zu überfliegen und dabei allenfalls noch einen Blick auf die URLs der Firmenwebsites zu werfen. Bei den herkömmlichen organischen Ergebnissen kommt nur noch wenig Aufmerksamkeit an…

Eye-Tracking Studie & Heatmap der Google SERPs – Fazit

In dem Beitrag von SEOmoz sind noch einige weitere Beispiele zu finden, die jedoch sich jedoch nicht auf lokale Suchanfragen beziehen, weshalb ich diese hier ausgespart habe. Um sich ein vollständiges Bild davon zu machen, wie stark der Einfluss der unterschiedlichen SERP-Formate auf die Aufmerksamkeit der Nutzer ist, ist es dennoch in jedem Fall ratsam sich auch diese Beispiele noch zu Gemüte zu führen.

Mein Eindruck ist jedenfalls, dass die Nutzer sich so langsam daran gewöhnen, bzw. fast schon erwarten, dass Ergebnisse der Universal Seach (Lokal, Bilder, Videos, News, Produkte, etc.) in die Suchergebnisseiten eingestreut werden. Darum auch der stark erhöhte Fokus auf genau den Bereichen, die passend zur Suchanfrage als Universal Search Resultat eingestreut wurden.

Und noch eine Erkenntnis:
Die algorithmisch erstellen Heatmaps sind gar nicht mal so schlecht…


4 Antworten zu “Google Suchergebnisseiten: Aktuelle Eye-Tracking Studie der SERPs”

  1. […] Google Suchergebnisseiten: Aktuelle Eye-Tracking Studie der SERPs Was interessiert den Nutzer? Wo verweilt der Blick? Was zieht am meisten Aufmerksamkeit auf sich? Source: blog.kennstdueinen.de […]

  2. […] externer Dank geht heute mal wieder an Sebastian Socha von KennstDuEinen. Der hat ausführlich verschiedene Heatmaps zu den SERPs diskutiert. Da muss man ja gleich mal die Seminar-Präsentationen […]

  3. Ist ja spannend… so viele Leute klicken bei der Suche wieder auf das Google-Logo? Hätte ich nie erwartet.

    Gibt es auch Heatmaps, die Zahlen/Prozente liefern?

    • Sebastian Socha sagt:

      Hallo Claas,

      Akkurate Heatmaps sind teuer und benötigen eine große Nutzergruppe für aussagekräftige Daten.
      Es gibt dafür jedoch allerhand Anbieter, mit denen man dabei zusammenarbeiten kann.

      Gruß,
      Sebastian

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