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Sichtbarkeitsindex als SEO-Metrik: Wie sinnvoll sind die Daten?

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Steigender Search-Traffic trotz sinkender Sichtbarkeitswerte: Macht das Sinn?

Google Panda Update - Sichtbarkeitsindex als SEO-MetrikIm Anschluss an meinen gestrigen Beitrag „Google Panda Update in Deutschland & der Lokale Suchmarkt“ wollte ich heute noch kurz eine Traffic-Kurve inklusive des gestrigen „Rekord-Montags“ hinterherschieben, um zu demonstrieren, dass ich mit meiner Prognose „dass das Portal KennstDuEinen, was den zu erwartenden organic traffic via Google anbelangt, voraussichtlich vom Google Panda Update sogar profitiert hat, obwohl in der Summe der SISTRIX Sichtbarkeitsindex deutlich gesunken ist“ wohl richtig lag.

Warum es sein kann, dass die akkumulierte Metrik „Sichtbarkeitsindex“ einerseits deutlich sinkende Werte bei gleichzeitig steigendem Such-Traffic aufweisen kann, habe ich ja bereits gestern kurz demonstriert. Der Hauptgrund für ein derartiges Phänomen dürfte demnach sein, dass zwar im Rahmen des Google Panda Update die Rankings auf den Seiten 2 ff. reduziert sein mögen, auf Google Seite 1 aber im Idealfall auch Keywords hinzugewonnen werden können.

Konsequenterweise führt genau dieser Aspekt zu einem Anstieg des organic traffic über die auf ersten Seite positionierten Keyword-Rankings, obwohl der Sichtbarkeitsindex gesunken ist.

Daher noch mal… Traffic VS. Sichtbarkeitsindex?

Prognosen sind nur dann etwas wert, wenn man hinterher auch verdeutlich, dass man Recht mit seinen Analysen und Interpretationen hatte.

Hier daher die aktuelle Sichtbarkeitskurve von KennstDuEinen und als Gegenüberstellung die Traffic-Kurve via google organic der vergangenen fünf Wochen inklusive des gestrigen Montags, der bei uns schon immer der besucherstärkste Tag war.

Traffic-Kurve via google organic nach Google Panda Update bei KennstDuEinen
Traffic-Kurve KennstDuEinen nach Google Panda Update

SISTRIX Sichtbarkeitsindex von KennstDuEinen nach Google Panda Update
SISTRIX Sichtbarkeitsindex bei KennstDuEinen

Wem nützt der Sichtbarkeitsindex?
Betrachtet man diese beiden Kurven und stellt sich den absoluten Zahlen des SISTRIX Sichtbarkeitsreports, dann muss man sich fragen, wie viel Wert so eine proprietäre SEO-Metrik überhaupt hat?

Maik Bruns hat gestern auf meinem G+ Profil folgenden Kommentar geposted:
„Insbesondere finde ich die Rolle der Sichtbarkeitswerte in diesem Kontext immer wieder spannend. Denn obwohl sie eigentlich eine schöne Norm für die Vergleichbarkeit im Netz darstellen, bekommen sie jetzt wieder einen merkwürdigen Beigeschmack. Denn sie sorgen für eine gewisse Unruhe bei Seitenbetreibern, die ihnen als einzige Metrik vertrauen. Oder auch für trügerische Ruhe…“

Es macht m.E. jedenfalls keinen Sinn, den Sichtbarkeitsindex von SISTRIX, der über ein Set von „nur“ 1/4 Mio. Keywords berechnet wird, isoliert von anderen Daten als einzig relevante SEO-Metrik zu betrachten und Unternehmensintern zu reporten, allenfalls als Benchmark mit Bezug auf ein Set an Websites in einer bestimmten Branche.

Medien lieben „eindeutige“ Metriken
In seiner isolierten Form dient der absolute Sichtbarkeitsindex derzeit angesichts des Google Panda Update lediglich den Online-Medien wie SPON, FAZ & Co., die mit der Auflistung der „Gewinner und Verlierer des Panda Update“ nun beiden großen Toolbox-Anbietern gleichermaßen hochwertige, redaktionelle Links ins Haus spülen und gleichzeitig undifferenzierte Headlines unters Volk bringen, wobei die einzelnen Beiträge im Detail gar nicht mal so verkehrt formuliert sind…

Vermeintlich „eindeutige“ Metriken können stark beunruhigen
Ich möchte mir jedenfalls gar nicht ausmalen, was derzeit in den SEO-Agenturen an der „Kundenberuhigungsfront“ los ist, denn allzu gerne verlässt sich die Geschäftsführung eines Online-Shops oder PR-Portals auf simple Reportings, „die die Sache auf den Punkt bringen“, aber so einfach macht es einem weder der Panda im speziellen noch Google im allgemeinen…

… zuallererst ist jedenfalls jegliche Form von Panik, Unruhe oder Hektik unangebracht, zumal das Google Panda Update voraussichtlich noch nicht vollständig den deutschsprachigen Suchindex neu sortiert hat.

Der SISTRIX-Sichtbarkeitsindex ist nur der Ausgangspunkt für Analysen
Wer den Sichtbarkeitsindex nicht auf gewissen Teilaspekte hin analysiert, der kann rasch zu verkehrten Schlussfolgerungen gelangen, da der absolute Wert nur wenig aussagekräftig ist – gerade wenn es sich um etwas kleinere Websites handelt.

Soeren Eisenschmidt a.k.a. eisy beschließt dsbzgl. seine Notizen „Faktoren und Erkenntnisse beim Google Panda Update“ mit folgender Aussage: „Jedoch ist der „Sichtbarkeitsindex“ als statischer Wert eine Kennzahl die während der Momentaufnahme ein Profil erlaubt. Schließlich hat man keinen Zugriff auf die Analytics-Daten jeder Domain und kann Traffic-Werte nicht vergleichen.“

Erst wenn man anschließend die Verteilung der Keyword-Rankings auf den jeweiligen Google-Suchergebnisseiten genauer unter die Lupe nimmt, zusätzlich auch noch einzelne Ordner, Subdomains oder bestimmte Seiten-Typen auf ihre Präsenz in den SERPs untersucht und flankierend bspw. mit dem Tool Advanced Webranking einen klassischen Ranking-Report anhand eines branchenspezfischen „Mid-Tail“ Keyword-Sets regelmäßig erstellt, dann stehen ein paar ergänzende Informationen zur Verfügung, die eine deutlich aussagekräftigere Analyse der Sachlage ermöglichen.

Was ist mit dem „Search Performance Index“ von Searchmetrics?
Abschließend möchte ich anmerken, dass ich mit dem anderen großen Tool-Anbieter Searchmetrics noch keinerlei Erfahrungen gemacht habe. Ich werde mich aber die Tage mal darum kümmern, einen Testzugang für deren Toolbox zu erhalten, da der Zeitpunkt des Google Panda Updates sicher ein recht spannender ist, um die Effektivität und Ausssagekraft prorietärer SEO-Metriken aus derartigen Tools zu überprüfen.

Noch mehr zum Google Panda Update hier im Blog:

Update: eisy war so freundlich und hat mir einen Chart aus der Searchmetrics Toolbox mit Bezug auf KennstDuEinen zur Verfügung gestellt.

Searchmetrics Search Performance Index von KennstDuEinen nach Google Panda Update
Searchmetrichs Search Performance Index von KennstDuEinen nach Google Panda Update

Bei Searchmetrics sieht es derzeit so aus, als ob wir quasi „unsichtbar“ geworden sind, doch das Gegenteil ist derzeit der Fall…

Video: The Sneezing Baby Panda 😉

Bildquelle:
jimvwmoss „The sneezing Panda“ @ Youtube.com
LJM Productions Pty. Ltd.,/Wild Candy Pty. Ltd. Authentic t-shirts


25 Antworten zu “Sichtbarkeitsindex als SEO-Metrik: Wie sinnvoll sind die Daten?”

  1. Jan sagt:

    Hi Sebastian,

    ich konnte bei ein paar Projekten ähnliches beobachten: Sistrix-Wert runter,Traffic normal bzw. besser denn je, also ein „Rekord-Montag“ wie du ihn so schön nennst.
    Also erstmal abwarten.

    Grüße,
    Jan

    • Hi Jan,

      Auf jeden Fall abwarten… das sind ja alles nur erste Beobachtungen. Ich werden für einen Branchen-Benchmark jetzt außerdem auch noch die LinkResearchTools heranziehen, um etwaigen OffSite-Mustern bei den Gewinnern und Verlieren des Google Panda Updates auf den Grund zu gehen…

      Gruß,
      Sebastian

  2. eisy sagt:

    Hallo Sebastian,

    anbei das Chart für den Searchmetrics Wert eurer Domain.

    http://www.eisy.eu/wp-content/uploads/2011/08/kennstdueinen-opi.png

    Sehr interessanter Artikel, Link zurück folgt die Stunden. 😉

    Beste Grüße!

  3. Rolf sagt:

    Wir sind auch einer der „Verlierer“ von Panda und ich kann diese Aussagen hier zu 100% bestätigen. Sichtbarkeitsindex hat einfach keine Relevanz bei Sites mit vielen Keywords.

  4. Björn sagt:

    Das hier geschilderte Problem mit dem Sichtbarkeitsindex verfolgt mich auch schon seit geraumer Zeit. Weil ja eben alle Rankings in den Index mit einfließen, ist er bei einem Abfall natürlich nur insofern wirklich repräsentativ, wenn darin auch Top-10-Ranking enthalten sind. Es ist aber natürlich möglich, dass Rankings jenseits der Top 10 (z. Bsp. durch das Panda Update) weggefallen sind. Sind Top-10-Rankings nicht stark oder gar nicht betroffen, dann ist der Wert ungenau und gibt über den Traffic keinen genauen Rückschluss (nur eben über die Veränderung bei den kompletten Rankings, also auch solche, die vermutlich eh keinen nennenswerten Traffic bringen). Das Panda-Update hat dieses Problem meines Erachtens sehr schön sichtbar gemacht. Nützlich wäre generell ein zweiter Sichtbarkeitsindex, der sich ausschließlich auf Top-10-Rankings bezieht. Ich kenne da ein bestimmtes SEO-Tool, das so etwas in der Art berücksichtigt, obwohl sich der Index auch dort auf alle Rankings bezieht und nicht nur auf die Top 10. Allerdings lässt sich dort auf einen Blick erkennen, ob sich der Rückgang beim Index wirklich auf alle Rankings bezieht, oder ob es eben nur die Ergebnisse jenseits der Top 10 erwischt hat.

    • Hi Björn,

      Danke für Dein Feedback!

      Ich habe gerade im Team ebenfalls die Möglichkeit eines reinen „Top 10 Sichtbarkeitsindex“ durchdiskutiert.

      Darüber hinaus wären zusätzlich auch noch branchenspezifische Sets denkbar, die als relevante Keyword-Cluster für einen solchen vertikalen Sichtbarkeitsindex vonnöten wären.

      Dies würde die Relevanz eines solchen Index mit Bezug auf einen bestimmten Typ von Website (Vgl. auch den heutigen Beitrag bei SEO-United „Wie Google über Kategorien das Ranking steuert„) deutlich erhöhen.

      Angenommen der Panda „arbeitet“ tatsächlich auch nur annäherungsweise, wie im Beitrag bei SEO-United beschrieben, dann werden die derzeit zur Verfügung stehenden Visibilty Indices überflüssig und müssen an den status quo angepasst werden.

      Gruß,
      Sebastian

  5. Marcel sagt:

    Hi zusammen,
    kann mich Björn da nur anschließen. Die Sichtbarkeitsindizes der beiden großen Tools sorgen bei mir ab und zu schonmal für einen kleinen Herzinfarkt. Wenn ich dann beim Kunden anrufe hat der fast zu 100% nichts gemerkt. Und mittlerweile gibt es ab Seite 2 ja schon so gut wie gar keinen Traffic mehr, soweit klickt sich der verwöhnte User einfach nicht mehr durch. Hätte da 2 Wünsche an Marcus und Johannes: Ein Sichtbarkeitsindex den man individuell aus seinen Keys zusammenstellen kann und dabei auch noch bestimmen kann bis zu welcher Position überhaupt gemessen werden soll. Weis nur gerade nicht ob das wirklich Sinn macht bzw. wie schwer das umzusetzen ist. Vielleicht blogge ich mal darüber wenn ich heute noch die Zeit finde…
    LG, Marcel

    • Hallo Marcel,

      Klasse, Dein Kommentar „schlägt in die selbe Kerbe“ wie meine Antwort für Björn.

      Individuelle Indices können künftig vermutlich interessante Vorteile aufweisen. Ggf. können hierfür die Keyword-Sets auch ausgehend von einer eigenen Datenbasis aus dem Webcontrolling-Tool freier Wahl zusammengestellt werden. Die Limitierung auf Seite 1 sollte nicht schwierig zu bewerkstelligen sein.

      Bin gespannt auf Deinen Blogbeitrag :-)

      Gruß,
      Sebastian

  6. Loewenherz sagt:

    Guckst du Artikel im Link unter Website :)

  7. Im Endeffekt sollte man den Erfolg immer an den Traffic der Suchmaschinen messen. Wenn man bei vielen unrelevanten Keywords sinkt und bei nur wenigen aber relevanten Keywords steigt wird sich zwar die Sichtbarkeit verschlechtern, aber die Google-Nutzer bekommen relevantere Seiten und klicken dann dort.

    • Hi Stefan,

      Damit hast Du Recht und noch wichtiger als der reine Such-Traffic ist, wie ich bereits am Ende meines vorherigen Beitrags geschrieben habe, die Conversion-Rate…

      Und wenn das Panda-Update dazu beiträgt, dass ich in der Summe zwar weniger Traffic auf meiner Seite habe, die Conversion-Rate aber aufgrund relevanterem Traffic höher ist als vorher, dann kann man den knuffigen Panda doch eigentlich nur noch ins Herz schließen 😉

      Gruß,
      Sebastian

  8. Norman sagt:

    Sistrix-Werte sind ja nicht aktuell, wenn Sie Sonntag Abend live gestellt werden sondern ein Bild, welches vor ein paar Tagen von den Serps gemacht wurde. Der Sichtbarkeitswert läuft also nicht parallel zum Traffic.

    Searchmetrics´SVR ist a.m.S. nicht geeignet, um Traffic abzuleiten. Der SVR hängt zu stark an den von Yahoo erkannten Backlinks. Wenn man auf einer Seite 100.000 Backlinks im Footer hat geht der SVR stark nach oben, der Traffic muss davon gar nichts spüren.

  9. Hi Norman,

    Der Punkt mit den Yahoo-BLs war mir nicht geläufig…

    Danke für die Info! Da muss ich mich wohl etwas schlau machen, wie der SVR kalkuliert wird.

    Gruß,
    Sebastian

  10. Lokaldep sagt:

    Hi,

    mich würde mal interessieren in wie weit die Änderungen von Google auch in der lokale Suche und insbesondere auf Places niederschlägt… gibt es hier schon erfahrungen?

    • Hallo,

      Ich wüsste nicht inwieweit das Panda-Update auch nur im entferntesten auf Google Places einen Einfluss haben könnte.

      Das Panda Update bezieht sich auf externe Websites. Places ist ein Google-Tool, dass als solches vom Google-Bot laut Robots.txt nicht indexiert werden darf und daher auch nicht als herkömmliche Website von Google behandelt wird.

      Auf die Suchergebnisse gelanden Places-Seiten über einen sekundären Algorithmus der dafür sorgt, dass diese zusätzlich zu den organischen Rankings eingeblendet werden.

      Was die lokale Suche im allgemeinen anbelangt, so habe ich den Eindruck, dass die Keyword-Welt auf dem lokalen Suchmarkt so dermaßen umfassend ist und auf den Longtail abzielt, dass hier der Panda nur geringfügig greift. Die ganzen lokalen Suchportale wurden auch nicht bei lokalen „Stadt + Branche“ Suchphrasen abgestraft, sondern bei den „Short-Head“ Keywords, die auf Seite 2 ff. bei Google geranked haben… und jetzt eben nicht mehr…

      Gruß,
      Sebastian

  11. […] Sichtbarkeitsindizes. Ich will an dieser Stelle auch keine weitere Analyse machen, die haben Sebastian, Marcus und Benjamin ja bereits sehr gut gemacht. Worum es mir geht is folgendes: Man sollte nicht […]

  12. Der eigene Visibility Rank – Fragestellungen über den Nutzen von Sichtbarkeitsindizes | Suchmaschinenoptimierung.de - Der SEO Blog sagt:

    […] haben die Diskussion über den Sinn und die Einschränkungen von Sichtbarkeitsindizes wieder in den Fokus des Interesses vieler SEOs gebracht. Unter welchen Voraussetzungen lassen sich Rückschlüsse auf […]

  13. […] Herz beobachtet, ob das Farmerupdate messbare Auswirkungen zeigt. Nachdem Sebastian Socha aber bereits ketzerisch angemerkt hat, dass der organische Traffic auch trotz sinkenden Sichtbarkeitsindex steigen kann, […]

  14. Thomas Bürli sagt:

    Es ist richtig. Der Sichtbarkeitsindex ist nur ein Indikator von vielen und daher zu vergleichen mit dem Pagerank. Der Sichtbarkeitsindex hat genauso viel oder wenig Aussagekraft wie ein Pagerank. Wer den Sichtbarkeitsindex richtig auslesen kann hat die Möglichkeit die Ergebnisse in die eigenen Auswertungen einfliesen zu lassen – ebenso wie einen Pagerank Wert auch. Allein mit einem Sichtbarkeitsindex den Erfolg einer Webseite bemessen zu wollen ist schlichtweg albern.

  15. […] immer wieder neu anzupassen. Neben der teilweise auch kontrovers diskutierten allgemeinen Aussagekraft der von den Anbietern genannten Sichtbarkeitsindizes, hat dieses zur Folge, dass die Daten aus […]

  16. Vielen Dank für den Beitrag, der sehr interessant aber auch schwer verdaulich ist. Ein verlinktes Glossar wäre für die nicht so fitten Leser wirklich hilfreich.

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