Was ist der Unterschied zwischen Suchmaschinenoptimierung für mobile Endgeräte im Gegensatz zu klassischer SEO?
Angesichts einer immer stärker verbreiteten mobilen Nutzung des Webs via Smartphones, Tablet-PCs und Netbooks ist es definitiv allerhöchste Zeit, sich mit dem Thema „Mobile SEO“ zu befassen.
Für all diejenigen, die sich bereits seit einem Weilchen intensiv mit klassischer Suchmaschinenoptimierung befassen, stellen sich jedoch die berechtigten Fragen:

Ergänzend hierzu ein paar Gedankenanstöße aus dem eBook Zero Moment of Truth, das vom Gooogle Managing Director of US Sales & Service Jim Lecinksi veröffentlicht wurde und hier kostenlos als PDF heruntergeladen werden kann.
ZMOT bezeichnet demnach genau den Moment, an dem man seinen Laptop, sein Mobiltelefon oder ein anderes Gerät mit Netz-Zugang schnappt, um sich mehr Informationen über ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Dienstleistung zu verschaffen. Möglicherweise stellen diese Punkte bereits gemeinhin bekannte Alltagssituationen dar, die man eventuell auch vergleichbar schon selbst erlebt hat, doch:

Wie ich bereits des öfteren hier im Blog gezeigt habe, sollte mittlerweile klar sein, dass es genau diese Momente sind, in denen die Entscheidungen für oder wider bestimmte Produkte oder Dienstleistungen getroffen werden. Hier zu zur Erinnerung ein paar Links zu relevanten Beiträgen mit dieser Thematik hier im Blog:
- Empfehlungen: 40% der Internetnutzer vertrauen Freunden, Bekannten & Unbekannten
- Stellenwert von Bewertungen & Reviews – eine aktuelle Studie
- Review Management: Online Reputation & Kundenbewertungen
- 7 Tipps um schlechte Bewertungen zu vermeiden
- Bewertungen, Reviews & Empfehlungen: Wie Kunden aktivieren?
Das mobile Dilemma: “In der Kürze liegt die Würze” VS. reichhaltiger Content-Optimierung
In der Regel besteht einer der wichtigsten Hebel bei der Optimierung für die stationäre Desktop-Suche über die Anzeige relevanter, hochwertiger und umfassender Informationen auf der Website.
Damit kommt man jedoch zum ersten Stolperstein aus Sicht von Mobile SEO, denn es ist eben ein großer Unterschied eine Fülle an Infos auf dem heimischen Bildschirm zu überfliegen, oder eben konzentrierte, fokussierte Informationen auf dem Display eines Smartphones präsentiert zu bekommen.
Ein paar interessante Beispiele für und Auswege aus diesem Dilemma, die den Nutzungsgrad auf stationären Geräten im Gegensatz zur Verwendung mobiler Websites zum Ausgangspunkt der Überlegungen hinsichtlich der Optimerung der Inhalte und Struktur machen, findet man in dem Artikel The Mobile Content Dilemma: Brevity Vs. Optimization von Sherwood Stranieri.

Interessante Fachartikel zum Thema “Mobile SEO”
Bevor ich mich nun den wichtigsten Unterschieden zwischen klassischer- und Mobile SEO und den sich daraus ergebenden unterschiedlichen Optimierungsansätzen widme, möchte ich interessierten Lesern zur Einführung noch ein paar lesenswerte Beiträge einiger SEO-Kollegen rund um Mobile SEO ans Herz legen:
- SEO Sunday: Mobile SEO Best Practices [inkl. Checkliste]
- Mobile Suche und Mobile SEO
- Mobile SEO – Meine Gedanken dazu
- Mobiles SEO: Auch unterwegs ganz vorne mit dabei!
Auch hier im Blog habe ich bereits ein paar Artikel über das Mobile Web veröffentlicht, die für den einen oder anderen Leser interessant sein dürften, da hier viel mit aktuellen Nutzerstatistiken hantiert wird:
- Mobile Web – Aktuelle Nutzerzahlen von BITKOM veröffentlicht
- Mobile Web – TNS Studie “Mobile Life” veröffentlicht
- Local Social Media: Das mobile, soziale Web in Zahlen [Infografik]
Nutzung des Mobile Web VS. Apps
Die Optimierung für mobile Endgeräte beinhaltet nicht immer die Optimierung mobiler Websites. Zahlreiche Unternehmen beauftragen heutzutage die Programmierung von Smartphone Apps, bei denen die Erschließung der präsentierten Inhalte vollkommen eigenen Usability-Anforderungen entsprechen muss.
Dabei sollte jedoch bedacht werden, dass der Aufwand für die Erstellung von Apps sich in Grenzen halten sollte, wen man bedenkt, dass selbst die am weitesten verbreiteten iPhone Apps nur 7% aller mobilen Nutzer erreichen (US Daten).
Für ein jeden, der sich mit dem Gedanken herumschlägt nun eine iPhone oder iPad App auf den Markt zu bringen, dürfte es in diesem Kontext recht interessant sein zu wissen, wie man SEO für den Apple App Store betreiben kann.
Mobile führt zu einem anderen Nutzerverhalten bei der Suche
Zuallererst sollte bei Mobile SEO klar sein, dass die Nutzer mobiler Endgeräte oftmals andere Keywords verwenden, als Desktop-Nutzer.
Darüber hinaus tragen Tools wie Google Goggles, Gesture Search und Voice Search noch mehr dazu bei, dass unterschiedliche Nutzungsweisen schon allein technisch auf den Plan treten, mit denen man sich im Rahmen der Optimierungsmaßnahmen auseinandersetzen sollte.
Ohne für Suchanfragen klassische Suchschlitze verwenden zu müssen schleichen sich hierüber sukzessive neuartige Denkmuster und Erwartungshaltungen seitens der mobilen Nutzer ein, die man bei der Optimierung berücksichtigen sollte.
Außerdem kann es vorkommen, dass mit ein- und demselben Keyword ein stationärer Nutzer etwas anderes intediert, als ein mobile Nutzer, wie man dies am Beispiel des Suchbegriffs “Branche + Coupon” erkennen kann. Bei der Desktop-Suche ist ganz klassisch ein ausdruckbarer Gutschein gemeint, bei der mobilen Suche ist ein scannbarer Gutschein gemeint, der gerne auch mit einem QR-Code kombiniert werden kann.

Weiterführende Informationen in diesem Zusammenhang kann man der Google-Studie The Mobile Movement – Unterstanding Smartphone Users [PDF] entnehmen, die eindeutig zeigt, wie sehr der Suchkontext sowie der Zeitpunkt der Suche über den Tag hinweg im Gegensatz zur stationären Suche abweicht.
Video: The Mobile Movement – Understanding Smartphone Users
Bei der mobilen Suche werden andere Qualitätssignale ausgewertet
Gerade angesichts einer immer stärkeren Verbreitung von QR Codes stellt sich die Frage, wie Suchmaschinen diese “Mobile Links im Printformat” im Gegensatz zu klassischen Web-Links zur Ranking-Kalkulation auswerten.
Doch nicht nur dieses spezifische Signal kann von Suchmaschinen als Ranking-Signal für die mobile Suche herangezogen werden. Darüber hinaus sind auch folgende Signale denkbar: Erreichbarkeit per SMS, mobile Bookmarks auf Android Smartphones, mobile Nutzungsraten in Google Reader sowie auf Google Plus und zuletzt das mobile Suchvolumen im Gegensatz zur Desktop Suche.
Die mobile Suche verwendet unterschiedliche Ranking-Algorithmen
Bereits bei der Searchology 2009 bestätigte Google Director of Engineering Scott Huffman die Existenz von zwei unterschiedlichen Ranking-Algorithmen, von denen einer explizit für die mobile Suche entwickelt wurde. Diese Information wurde später in einem NY Times Artikel bestätigt, aus dem hervorgeht, dass bspw. der Standort des Suchendenen einen wesentlichen Faktor bei der Ranking-Kalkulation darstellt.
Man kann diese Tatsache verhältnismäßig einfach selbst ausprobieren, indem man sein Smartphone neben den Bildschirm des Desktops legt und auf beiden Geräten die gleiche Suchanfrage tätigt…
Mobile Nutzung weist unterschiedliche Intensitätslevel beim Nutzerverhalten auf
Zum Abschluss möchte ich in diesem Zusammenhang noch ein mal mit Nachdruck auf das oben vorgestellte Buch Zero Moment of Truth verweisen.
Es wird nämlich klar, dass egal in welchem Kontext die Recherche stattfindet, die oberste Position der Suchergebnisse den alleinigen “Platz an der Sonne” darstellt, denn Smarthphone Displays sind klein und die CTR sinkt auf mobilen Endgeräten nach unten hin noch viel schneller ab!

Damit soll unterstrichen werden, wie wichtig es auch im Hinblick auf die klassische Suchmaschinenoptimierung ist, wenn explizit mobile Keyword-Recherchen sowie mobile Suchvolumina recherchiert werden, denn nur so kann man das Maximum an interessierten Nutzern erreichen.
Lokale Suche & Mobile SEO
Auch die Lokale Suche bringt zahlreiche Herausforderungen für Mobile SEO mit sich, denn bei lokalen Suchanfragen werden bei Google Mobile eigentlich nur noch die Google Places Seiten prominent im sichtbaren Bereich angezeigt. Auch wenn man ein paar Einträge weiter nach unten scrollt – etwas was Smartphone Nutzer nur ungern tun (!) – dann findet man immer noch nur Places Seiten und erst dann gelangt man zu den klassischen Web-Resultaten.
Gerade bei Mobile SEO ist die Optimierung für Google Places daher von besonderem Interesse, weshalb ich hierzu ein paar aktuelle Beiträge von mir zu diesem Thema zusammengestellt habe:
- Google Places optimieren – 7 praktische Tipps
- Lokale Suche Ranking-Faktoren 2011 – Google Places SEO
- Lokale Suchmaschinenoptimierung: 10 Tipps für ein besseres Ranking
- Lokale Suchmaschinenoptimierung: Was bei Local SEO vermeiden?
- Google Places: Neues Design & ohne externe Bewertungen
- Google Places: Keine Bewertungen mehr = schlechteres Ranking?
Weiterführende Informationen zu den unterschiedlichen Interaktionslevels und Nutzererwartungen bei der mobilen Suche findet man außerdem in meinem Beitrag “Google Studie zum Nutzerverhalten bei der lokalen, mobilen Suche“, die bereits oben erwähnt wurde.
Noch mehr Informationen zum unterschiedlichen Nutzerverhalten bei der lokalen & mobilen Suche kann man bei Interesse außerdem in den folgenden Beiträgen hier im Blog nachlesen:
- Mobile, lokale Suche: 43% der Nutzer betreten den Laden [Studie]
- Studie: Nutzerverhalten & Nutzererwartungen bei der Lokalen Suche
Die Anregungen für diesen Beitrag sind von mir übrigens dem Artikel “What’s The Difference Between Mobile & Desktop SEO?” auf Searchengineland entnommen worden…

Danke für den tollen Artikel.
Weiter so.
Hallo Herr Niebler,
Danke für Ihr klasse Feedback!
Gruß,
Sebastian
Sehr guter und vor allem umfangreicher Artikel. Erfrischend mal keinen Artikel zu lesen, der nur aus einer Liste besteht.
Dankeschön!
Leider (!) würde ich die meisten meiner Beiträge der Kategorie “umfangreich” zuordnen, was nicht immer förderlich beim Aufbau einer Leserschaft ist
Es suchen halt viele auch nur mal eben rasch nach einer knappen Antwort und die findet man eben auch in gut zusammengestellten Listen. Daher wohl der schon lang anhaltende Erfolg von Listen als beliebte Form bei Blogbeiträgen…
Gruß,
Sebastian
Hallo Sebastian,
das deine Artikel “umfangreich” sind finde ich persönlich gerade klasse. Ein Spiegel.de Artikel wird auch umfangreicher sein als ein Bild.de Artikel. Es ist eben auch ein Zeichen für Qualität, wenn Artikel ein Thema ausführlich betrachten. Weiter so!
Gruß,
Julian
Hi Julian,
Na vielen Dank aber auch, da werd’ ich mir Mühe geben!
Gruß,
Sebastian
Danke für diesen hilfreichen Vergleich von Mobile-Local SEO zu klassischer SEO!
[...] weiteres sehr starkes Ranking-Kriterium ist beispielsweise der Standort. Darüber hinaus sind auch folgende Signale denkbar: Erreichbarkeit per SMS, mobile Bookmarks auf Android Smartphones, mobile Nutzungsraten in [...]
Danke auch von mir