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Google Places: Neues Design & ohne externe Bewertungen

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Google führt neues Layout für die Google Places Seiten ein und zeigt keine Bewertungen externer Portale mehr an

Google PlacesWie der offizielle Google Blog berichtet, werden auf den Google Places Seiten nun keine Bewertungen externer Portale mehr angzeigt. Google wolle zwar fortfahren weiterhin Links zu Bewertungsportalen auf Google Places anzuzeigen, auf denen Nutzer interessante Reviews und relevante Bewertungen finden können, die direkte Einblendung der externen Bewertungen sei jedoch vorerst vorbei.

Hierzu die offizielle Aussage im Google Blog:
Based on careful thought about the future direction of Place pages, and feedback we’ve heard over the past few months, review snippets from other web sources have now been removed from Place pages. Rating and review counts reflect only those that’ve been written by fellow Google users, and as part of our continued commitment to helping you find what you want on the web, we’re continuing to provide links to other review sites so you can get a comprehensive view of locations across the globe.

Neben dieser buchstäblich über Nacht eingeführten Neuerung wurde auch das Design der Google Places Seiten entsprechend angepasst. Es prangt nun ein großer roter Button „Erfahrungsbericht schreiben“ unterhalb der Adressinformationen, wie auch ein hellgrauer Button daneben den Nutzer zum „Foto hochladen“ auffordert.

Was außerdem buchstäblich verschwunden ist, ist der Bereich „Mehr zu diesem Ort“, wo man bislang alle möglichen Erwähnungen einer Firma im Web finden konnte.

Neues Design auf Google Places

Neues Google Places Design

Weiter unten sind nun lediglich Bewertungen von Google Nutzern aufgeführt und darunter hat Google die Links zu den externen Bewertungsportalen verfrachtet, wo viele weitere Bewertungen zu finden sind.

Was bedeutet diese Umstellung für den lokalen Suchmarkt?

Zu den Implikationen für den lokalen Suchmarkt hat bereits Hanns Kronenberg, der über die Neuigkeit in seinem Blog als erster berichtet hat, ein paar interessante Zeilen verloren, die ich hier noch ein wenig ergänzen möchte…

Implikationen für lokale Betriebe & Dienstleister

Lokale Unternehmer, die bislang ihre Bewertungen vornehmlich über externe Bewertungsportale aufgebaut haben, „verlieren“ diese nun auf den Google Places Seiten. Wie sich dies nun auf das Ranking der Google Places Firmenprofile in der herkömmlichen Websuche auswirkt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Bisher war der Traffic direkt auf den Google Places Seiten jedenfalls noch sehr dürftig, obwohl Google alles dafür getan hat diese auffälliger in den SERPs zu platzieren. Selbst bei verhältnismäßig nachfragestarken lokal konnotieren Suchbegriffen gelangten nur die allerwenigsten der Nutzer direkt auf die Places Seiten, wohingegen der Großteil – entweder über den klassischen 7-Pack oder über ein hybrides Ergebnis – direkt zur Website navigiert.

Die spannende Frage wird daher sein, wie sich die Rankings der Google Places Einträge entwickeln werden und ob der Verlust der externen Bewertungen auch tatsächlich zu einem Ranking-Verlust führen wird.

In meinen Augen wird es für lokale Anbieter – wie ich dies auch im Fazit meines letzten Artikels Lokaler Suchmarkt: “Was für ein Chaos…?” betont habe – nun noch wichtiger sein mehrgleisig zu fahren und eben nicht, wie Hanns Kronenberg schreibt, all ihre Marketing-Aktivitäten auf Google Places zuzuspitzen. [Update: Hanns hat mich unten im Kommentarbereich darauf hingewiesen, ihn ein wenig falsch verstanden zu haben, womit er recht hat; dies ändert jedoch nichts an meiner Meinung, dass man es nun tunlichst vermeiden sollte, sämtliche Marketing-Aktivitäten nun allein über Google auszusteuern]

Zwar bringen Bewertungen auf Google Places selbst einen Vorteil, wenn Nutzer auf diese Seiten gelangen. Doch nicht alle Nutzer navigieren dorthin sondern etliche Verbraucher ziehen organische Webtreffer vor. Dort können nun neben den lokalen Anbietern mit Ihren Websites, Bewertungsportale wie KennstDuEinen, Qype oder Holidycheck jedoch nach wie vor Top-Positionen erreichen, weshalb ein Engagement loakler Anbieter auf entsprechenden Portalen nach wie vor nutzbringend ist – allein schon um die maximale Sichtbarkeit im Web zu erreichen.

Die oben kurz angesprochene Studie zeigt jedenfalls, das sowohl die Nutzer, als auch die Suchlandschaft sehr stark diversifiziert ist und man derzeit keinesfalls von dem einen Königsweg für lokale Anbieter sprechen kann!

Für lokale Unternehmen wird es nun Pflicht mehrgleisig zu fahren:
WinLocalDie Basis stellt eine für die Lokale Suche optimierte Firmenwebsite dar, die durch ein paar gut gepflegte Unternehmensprofile auf Bewertungsportalen mit guten Rankings ergänzt wird. Flankiert wird dies durch aktuelle Einträge in den wichtigsten klassischen Branchenportalen sowie durch einen ideal gestaltetes Firmenprofil auf Google Places. Ergänzt werden sollte dies außerdem durch eine nachhaltige und auf Conversions optimierte Google AdWords Kampagne.

Einige der genannten Optionen bieten wir über die Vermarktungsplattform WinLocal als transparent messbare Maßnahmen zur Online-Kundengewinnung für lokale Unternehmen auch bereits an.

Implikationen für Bewertungsportale & Meinungsplattformen

Bewertungsportale und Meinungsplattformen gab es bereits lange bevor Google Places damit angefangen hat Bewertungen zu integrieren. Nutzer haben seit den Anfängen des Webs in Foren, Communities und neuerdings auf sog. Social Media Plattformen ihre Meinung kundgetan. Ob dies zum Teil aus Gefälligkeit gegenüber ihrem Friseur oder Steuerberater geschah, oder ob die Bewertungen aus freien Stücken abgegeben wurde, sein ein Mal dahingestellt, denn ob die Bewertungen, die künftig auf Google Places direkt abgegeben werden fortan aus völlig anderen Beweggründen abgegeben werden, wage ich mal extrem zu bezweifeln.

Daher kann ich in diesem Zusammenhang auch nicht zwangsläufig von einer prognostizierbaren, qualitativen Verbesserung der Qualität der Bewertungen sprechen, zumal ich erst gestern die irrwitzigsten Beispiele für Bewertungen von Google Places Nutzern via Twitter herumgeschickt habe. Sollte jedoch der aktuelle Vorstoß von Google auch dazu führen, dass derart massiver Spam und Unsinn künftig nicht mehr auf den Places Seiten zu finden ist, dann kann ich die derzeitige Entwicklung nur begrüßen – gerade auch im Sinn der lokalen Unternehmen, die unter der chaotischen Willkür auf Google Places viel zu erleiden hatten!

Nichtsdestotrotz werden sämtliche Bewertungsplattformen strategisch umdenken müssen, um ihre Geschäftsmodelle bei der Vermarktung lokaler Unternehmen weiter erfolgreich betreiben zu können. Diesem Umstand steht jedoch der Fakt gegenüber, dass die aktuelle Umstellung bei Google Places nur einen minimalen Einfluss auf den Traffic der Bewertungsportale haben wird.

Um ein Beispiel zu nennen: Das Verhältnis des Traffics, der über Google.de bei KennstDuEinen.de ankommt zu den Besuchern, die über Google Maps/ Places zu uns gelangen beträgt 225 : 1 und ist damit durchaus vernachlässigbar…

Google & der Rest der Welt

Ganz klar auf einer Linie mit Hanns Kronenberg sehe auch ich die von mir hier im Blog bereits zigfach betonte klare Stoßrichtung Googles auf dem lokalen und mobilen Suchmarkt. Frei nach dem Motto: „Suchmaschine war gestern – Wir sind der Content!“ entledigt sich Google nun zusehends von externen Datenlieferanten und mutiert im Gleichklang mit Google Plus zu einem allumfassenden, personalisierten Informationsnetzwerk, dass sich aus Suche, Social Media, Mail, Maps sowie etlichen, weiteren kleinen „Helferleins“ zusammensetzt.

Google hierzu:
Beyond today’s transition, our long-term vision for local search includes:

  • Bringing you more personalized results when you search for local places — because we understand that information from the people you know is most meaningful;
  • Integrating some of the great information that’s been buried on Place pages into your web search experience across all Google platforms;
  • Giving you more ways to rate, discover and share places you love faster and easier than ever, wherever you are, and on whichever device you choose.

Es ist daher wohl nur noch eine Frage der Zeit, dass Google die lokalen Informationen aus Google Places direkt mit den sozialen Informationen aus Google Plus verknüpft. Hauptbestandteil der Nutzererfahrung wird dabei die personalisierte Anpassung der lokalen Empfehlungen auf Grundlage der eigenen Google Places Bewertungen sein, die man für seine Lieblingsorte abgegeben hat, so wie dies bisher auf der ehemaligen Google Hotpot Plattform bereits möglich war.

Das dies alles irgendwann kommen musste war fast klar, wenn man sich an die massiven Auseinandersetzungen zwischen Google und Yelp im letzten Jahr erinnert sowie an den Bruch von Tripadvisor mit Google – beide Mal wendeten sich die Portalbetreiber gegen das Unternehmen aus Mountainview und beklagten sich über die Verwendung der Reviews auf Google Places, da dort nur noch Google selbst von den Werbeeinnahmen profitiere.

Medienecho

Außer der NZZ Online hat noch kein Online-Medium auf diese News aus dem Hause Google berichtet:

„In dieser Woche hat das Unternehmen bekannt gegeben, dass in Google Places Bewertungen von Anbietern wie Yelp, Qype und TripAdvisor nur noch über Links zugänglich sein sollen, um das Urheberrecht zu wahren. Das Branchenverzeichnis dürfte trotzdem interessant bleiben, liefert es doch prominent in den Suchergebnissen platziert, die wichtigsten Informationen auf einen Blick. Und Bewertungen lassen sich auch in Google Places abgeben – eingeloggt ist man bei Google+ ohnehin schon.“

In den US titelt das Magazin Techcrunch jedenfalls „Google Places Stops Stealing Reviews“ und vermutet vor allem eine derzeit laufende Untersuchung der Federal Trade Commission als den dahinter stehenden Beweggrund für Google, externe Bewertungen nun außen vor zu lassen.


6 Antworten zu “Google Places: Neues Design & ohne externe Bewertungen”

  1. […] Google Places: Neues Design & ohne externe Bewertungen Wie der offizielle Google Blog berichtet, werden auf den Google Places Seiten nun keine Bewertungen externer Portale mehr angzeigt. Google wolle zwar fortfahren weiterhin Links zu Bewertungsportalen auf Google Places anzuzeigen, auf denen Nutzer interessante Reviews und relevante Bewertungen finden können, die direkte Einblendung der externen Bewertungen sei jedoch vorerst vorbei. Source: blog.kennstdueinen.de […]

  2. Hanns sagt:

    Hallo Sebastian,

    da hast Du mich falsch verstanden. Ich würde niemals sagen, dass Unternehmen „all ihre Marketing-Aktivitäten auf Google Places zuzuspitzen“ sollen. Ich habe nur geschrieben, dass sie zukünftig stärker in den Aufbau von Bewertungen direkt bei Google investieren. Natürlich sollte man auch weiterhin bei den organischen Treffern gut vertreten sein und dazu gehören auch Branchenbücher und Bewertungsportale.

    • Hallo Hanns,

      Sorry… da habe ich dann wohl – in der Aufregung heute morgen 😉 – ein bißchen zu viel in den Satz „Letzendlich bleibt den Geschäftsinhabern aber nicht andere übrig als sich den Spielregeln von Google anzupassen. Sie werden zukünftig stärker in den Aufbau von Bewertungen direkt bei Google investieren.“ hineingelesen.

      Freut mich, dass Du das so ähnlich wie ich bewertetst!

      Gruß,
      Sebastian

      P.S. ich ergänze Deinen Hinweis mal oben im Beitrag!

  3. Jan sagt:

    Also ich finde das neu Design nicht grade besser wie das alt. Aber Sie lassen sich ja immer was neues einfallen.

  4. […] viel Rummel in der „Local SEO“ Szene geführt, denn Google hat sich entschieden fortan keine Bewertungen externer Bewertungsportale mehr auf Google Places anzuzeigen. In dem Beitrag „The Ongoing Evolution of Place Pages“ im […]

  5. […] Google Places: Neues Design & ohne externe Bewertungen […]

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