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Linkbuilding – Taugt ein Blog zum Linkaufbau?

Geschrieben am von

Kleiner Erfahrungsbericht aus der Linkbuilding-Perspektive eines SEO-Bloggers

SEO TheoryMichael Martinez, seines Zeichens intellektueller Vordenker der SEO-Szene in den US, hat kürzlich einen Beitrag veröffentlicht, den ich nicht unerwähnt lassen möchte. In seinem sehr lesenswerten Artikel Why SEO Link Building Strategies Look More Pathetic Than Ever befasst sich Michael auf gewohnt kritische Weise mit dem Thema Linkaufbau.

Für alle, die sich mit dem Aufbau von Backlinks im Rahmen der Suchmaschinenoptimierung noch nicht so auskennen, hier eine von Markus Bauer zusammengestellte Liste mit den besten Linkbuilding Artikeln aus dem Jahr 2010, da ist wirklich für jeden was dabei. Auch Aaron Wall hat heute einen lesenswerten Beitrag mit dem Titel The True Value of Links veröffentlicht, der sich mit dem Thema nachhaltiger Linkaufbau befasst…

Was macht qualitativ hochwertiges Linkbuilding aus?

Der Tenor des oben verlinkten Beitrags beläuft sich auf folgende Aspekte, die ich hier stichpunktartig wiedergeben möchte.

Hochwertige Links sorgen für…

  • Sichtbarkeit
  • Traffic
  • Crawling & Indexierung

Man generiert Links indem…

  • Man Links zu hilfreichen, nützlichen Informationsquellen setzt, ohne dass man eine Gegenleistung dafür erwartet
  • Man Links für andere Webmaster erzeugt, um deren wertvolle Inhalte zu verbreiten

Auf diese Weise etabliert man sich als großzügiges und hilfreiches Mitglied der Community und baut sich einen guten Ruf auf. Merken andere Nutzer, das man sich auch tatsächlich um deren Belange kümmert und man dazu noch hochwertige Inhalte auf einem Niveau verbreitet, das den Standard in der jeweiligen Nische definiert, dann zieht man automatisch hochwertige, weil freiwillig gesetzte Links an.

Fazit:

  • Jedes Wort, dass man niederschreibt sollte Mehrwert erzeugen
  • Jagt man Links basierend auf Quantität, so läßt einen dies schwach und erbärmlich erscheinen

… ich denke gerade letzten Punkt kennt jeder, der eine Website oder einen Blog betreibt, denn ich persönlich verspüre “klassisch-plumpen” (automatisierten) Linkanfragen gegenüber mittlerweile eine fast schon als Ekel zu bezeichnende Gefühlsregung.

Linkbuilding - Wordle

Wie sieht es mit den Links hier im Blog aus?

Klar… ganz ohne eigenständig gesetzte Links ist aller Anfang schwer.

Ein paar der üblichen Verdächtigen unter den potenziellen Linkquellen waren rasch identifiziert und mit einigen grundlegenden Infos über den Blog befüllt, was in ein paar durchschnittliche, aber stabile Backlinks resultierte. Anschließend findet man, basierend auf einer halbwegs anständigen Indexierung, seine Beiträge dann immerhin schon mal zuverlässig irgendwo unter den ersten 100 wieder wieder ;-)

Doch dann gibt’s ja eigentlich noch einzelne Artikel, die wir ranken lassen wollen…
Und was ist, wenn diese Beiträge so langweilig und uninteressant sind, wie sie sich in genügend Corporate Blogs wiederfinden, die lediglich News Belanglosigkeiten über das Unternehmen verbreiten oder schlicht Keyword-Optimierte Beiträge veröffentlichen, die alleinig zum Zweck der internen Verlinkung mit dem eigentlich zu optimierenden Portal gedacht sind?

Dank einiger Repost-Blogs und Social News Portale kann man nun, ein wenig Überlegtheit vorausgesetzt (z.B. Titel & Beschreibungen variieren), auch für eher wenig relevanten Content Backlinks erzeugen und mit ein wenig Fleiß auch noch regelmäßig bei fast jedem neuen Artikel, aber das sind Binsenweisheiten…

Doch was bringen Links zu uninteressanten Blogposts, die außer Rankings keine relevanten Besucher bringen? Wieviel davon bleibt dann für das eigentlich zu optimierenden Portal hängen? Was soll daran nachhaltig sein?

Ausgehend von dieser Fragestellung – seinerzeit waren bereits die wichtigsten SEO-Baustellen auf dem Portal KennstDuEinen idealerweise schon überarbeitet – fing ich einfach auch mal an hier zu über irgendwas zu schreiben, nur leider ohne richtigen Fokus.

Zeit sich mal ein paar Gedanken zu machen…
Als “klassischer” SEO konnte ich nun ohnehin verstärkt in den Bereich Lokale Suche eintauchen und damit war die Nische erst mal gefunden. Anschließend gewinnt die Angelegenheit insoweit an Schwung, wenn erstes Feedback von Lesern im Kommentarbereich des Blog oder via Twitter und Facebook eintrifft und die Leserzahlen steigen :-)

Nischen identifizieren & sich darin einnisten
Das Identifizieren von inhaltlichen Nischen im Web ist meines Erachtens heutzutage wichtiger denn je: Zum einen konkurrieren sehr viel mehr Websites & Blogs in zahllosen Themenbereichen miteinander, als noch vor fünf Jahren – zum anderen kann man sich in einer Nische mit Qualität schneller einen Namen bei der relevanten Zielgruppe machen.

Konsistenz als Antrieb & Qualität als Merkmal…
Das Erstellen von Inhalten muss man mögen. Ist dies nicht der Fall so sollte man die Finger vom Bloggen lassen. Man muss einen “Veröffentlichungszwang” verspüren, ohne dass man dabei zusehends knapp gehaltene Kurzmeldungen raushaut, die man auch als Tweet hätte verschicken können.

Hat man sein Nischenthema gefunden, so fällt es einem interessierten und begeisterungsfähigen Blogger nicht schwer, zuverlässig aktuelle Themen in diesem Bereich aufzugreifen und für eine fokussierte Leserschaft aufzubereiten.

Das Qualität dabei das wichtigste Merkmal für erfolgreiche Beiträge ist, sollte selbstverständlich sein – ebenso aber auch der Umstand, dass man nicht mit jedem Artikel den Pulitzerpreis o.ä. gewinnen wird. Hauptsache man schreibt nur über Inhalte, die einen auch tatsächlich interessieren, da man bei Texten, die nur mit Widerwillen entstanden sind, meist die mentale Verfassung des Autors recht offensichtlich durchklingt.

Und was ist jetzt mit dem Linkbuilding hier im Blog?
Außer, dass ich hin und wieder einen Beitrag in den Social News Bereich bei t3n einstelle und jeden neuen Artikel via Twitter und Facebook verbreite, setze ich aktiv so gut wie keine Links auf diesen Blog und das schon seit geraumer Zeit.

Was ich hingegen mache, ist fleißig nach außen zu linken, wann immer es mir beliebt – ohne Hintergedanke, einfach so und weil es Sinn macht – und diese Haltung ist es meiner Meinung nach, die nachhaltig dazu führt, dass man auch mal etwas zurückerhalt…

… selbstverständlich nur unter der Prämisse, dass man nicht erwartet, dass irgendwann etwas zurückkommt ;-)

Viel besser investiert man wohl seine Zeit darin, dass man ein Netzwerk auf einer Social Media Plattform aufbaut, wo sich die Leserschaft des Blogs aufhält – oder man schreibt einfach noch einen Beitrag und noch einen und noch einen

Content-Marketing

Und was kommt beim Content-Linkbuilding rum?

Damit man sich mal eine Vorstellung davon machen kann, inwieweit sich die Erstellung von Fachbeiträgen aus Sicht des Linkbuilding für ein Nischenpublikum lohnt, möchte ich eine kleine Zusammenstellung an ausgewählten Beiträgen hier im Blog aufführen inklusive der Anzahl der Backlinks und Tweets, die diese Texte erzeugt haben (sortiert nach absteigender Domainpop; Stichtag 2.6.2011).

Anschließend zeige ich dann noch die aktuelle Traffic-Verteilung hier im Blog, damit man sieht, dass es garantiert nicht nur um die hier präsentierten nackten Zahlen geht, sondern um relevante Traffic-Kanäle und interessierte Nutzer.

Blogbeitrag Linkpop GWT Domainpop GWT Tweets Topsy Influential Topsy Linkpop YSE!
Google Places optimieren – 7 praktische Tipps (07/2010) 2.875 17 38 6 33
33 Tipps für Landingpages – Erstellen, Optimierung, Tools & Beispiele (01/2011) 1.377 13 38 5 19
Neukundengewinnung für lokale Dienstleister (09/2009) 3.085 13 17 0 36
SEO-Herausforderung: Google Panda VS. Branchenverzeichnisse (04/2011) 1.299 12 28 4 22
Review Management: Online Reputation & Kundenbewertungen (03/2011) 1.743 11 13 1 10
Foursquare: Nutzerverhalten, Empfehlungsmarketing & Badges [Infografik] (05/2011) 12 11 10 1 14
Google Places SEO: Infografik zu lokalen Rankingfaktoren (05/2011) 18 11 12 1 14
Lokale Google Suche: Rankingfaktor “Location Prominence” (05/2011) 10.091 10 11 1 17
Mit Google Maps neue Kunden gewinnen (09/2009) 2.082 10 19 0 28
33 Tipps für KMU – Businessplan, Neukundengewinnung & Lifestyle-Design (02/2011) 2.552 9 11 2 9
Kundengewinnung im Internet – Onlinewerbung überholt Print (02/2011) 13 9 4 0 5
Warum empfehlen Verbraucher lokale Betriebe? [Studie] (05/2011) 16 9 31 4 27
Google (Places) Traffic Kanal No. 1 für lokale KMU in den US (04/2011) 1.052 9 17 1 14
Website Geschwindigkeit: Pagespeed mit HTML5, Gzip & schlankem Code verbessern (05/2011) 502 9 19 1 21
Twitter & Facebook: Warum (ent)folgen Fans & Follower Unternehmen? (03/2011) 1.394 9 46 6 17
Local Social Media: Das mobile, soziale Web in Zahlen [Infografik] (05/2011) 30 9 23 2 14
Social Media für KMU & lokale Anbieter [Infografik] (03/2011) 433 9 11 1 10
Facebook Seite oder Place anlegen & aktivieren – so funktioniert’s (04/2011) 246 9 26 1 15
Lokale Branchenergebnisse: Sind die neuen Google SERPs live? (10/2010) 1.084 9 15 1 14
Lokale Suchmaschinenoptimierung: SEO-Grundlagen (11/2010) 754 8 20 1 13

TrafficverteilungUnd so sieht derzeit die Traffic-Verteilung über die Kanäle Suchmaschine, Direkt und Verweiser hier im Blog aus. Ich denke, dass man so recht gut erkennt, dass sich das Erstellen von Fachartikeln lohnt, wenn Sie denn gelesen, verbreitet und verlinkt werden, da man hierüber die Abhängigkeit von guten Rankings bei Google ein wenig abmildert.

Und das ist ja der Sinn des Ganzen: Blogbeiträge sollen v.a. gelesen und nicht als interne “Link-Abschussrampe” zum Portal mißbraucht werden. Das Unternehmen profitiert letztlich zwar “nur” indirekt von einem steten Strom an interessierten Nutzern, die mit dem Blog in Kontakt geraten und nicht so sehr von der Linkpop, die über die Subdomain auf die Hauptdomain fließt, aber das ist auch egal, denn was wir damit erreichen wollen sind nicht zwingend besseren Rankings, sondern bereits bestehende sowie potenzielle Kunden und Fachleute, die mit den präsentierten Informationen was anfangen können… und hin und wieder fällt dann ja doch der ein oder andere ziemlich interessante Link für die Hauptdomain ab, aber das wäre eher ein Thema für einen neuen Beitrag.

Man sollte außerdem bedenken, dass hier nicht sämtliche Tweets angezeigt werden, da nicht alle URL-Verkürzer von Topsy ausgewertet werden können – man kann in vielen Fällen von einem guten Drittel mehr an Tweets zu den meisten der hier aufgeführten URLs ausgehen.

Das außerdem hochwertige Inhalte derzeit schlichtweg die ultimative Basis einer zielgerichteten Linkbuilding-Strategie darstellen, wie auch namhafte Experten wie bspw. Saša “Linkaufbau” Ebach auf der diesjährigen SEMSEO in Hannover gezeigt haben, sollte angesichts des bereits angekündigten Google Panda Update, welches sich gezielt gegen minderwertige, dürre Inhalte in Kombination mit zuviel Werbung richtet, ebenfalls im Hinterkopf behalten werden.

Linktipps für Corporate Blogs:

Viel Erfolg beim Linkbuilding über spannende Blogbeiträge!


6 Antworten zu “Linkbuilding – Taugt ein Blog zum Linkaufbau?”

  1. Taugt ein Blog zum Linkbuilding?…

    Umfassender Erfahrungsbericht eines SEO-Bloggers mit der Fragestellung “Bringt ein Corporate Blog was fürs Linkbuilding?” garniert mit ein paar Backlink-Statistiken und Fallbeispielen……

  2. Starker Beitrag. Es kommt auch immer darauf an ob die Leute einen mögen oder nicht. Es gibt ja auch im Marketing eine Art von NEW – Superstar , diese Leute haben bestimmt nicht sehr viel know how , haben aber trotzdem Erfolg weil es die Leute herzlich und witzig finden .

    • Na klar… es sind nicht immer die schlauesten mit den hilfreichsten Beiträgen, die von allen gerne gelesen werden. Pointierte, sympathische Artikel mit humoristischem Unterton für die die Marketing-Branche zu schreiben ist aber auch eine Kunst für sich, die nicht jeder beherrscht, ohne sich in Platitüden zu erschöpfen.

      Wer lustig sein möchte und darauf seinen Erfolg gründen will, der muss es jedenfalls richtig drauf haben :-)

  3. […]Gute Übersicht, konkrete Zahlen: Inwieweit das Schreiben von Blogposts (zu einem Nischenthema) für’s Linkbuilding lohnt […]

  4. Stefan sagt:

    Ich finde dieses Thema sehr interessant da mich alles was mit SEO zu tun hat interessiert. Ohne Backlinks geht heutzutage gar nichts mehr. Allerdings stellt man sich als SEO-Dienstleister nicht mehr nur die Frage woher bekomme ich gute Links sondern auch noch wie viele benötige ich davon um das zu erreichen was der Kunde von mir erwartet. Die notwendige Anzahl an Links einzuschätzen ist aber noch um einiges schwieriger als die Links selber zu generieren.

  5. soner sagt:

    “Die notwendige Anzahl an Links einzuschätzen ist aber noch um einiges schwieriger als die Links selber zu generieren”

    Im Grunde genommen ja! Wobei, kennt man sich in einer/mehreren Nischen gut aus. Und stellt fest was für Voraussetzungen/Vorteile eine Kunden-Domain mit sich bringt (Domain alter, Inhalte, BKLs usw.). Ist eine Einschätzung gar nicht mehr schwer.

    Da die Kunden immer aus verschiedenen Nischen herkommen können, stimmt es im Grunde genommen wirklich:

    “wie viele benötige ich davon um das zu erreichen was der Kunde von mir erwartet.”

    (linkaufbau tipps und tricks von mir: http://vissev.net/linkaufbau-tipps-und-tricks/ )

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