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Google Places Profil: Bei Falschangaben droht Geldstrafe

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Münchener Landgericht entscheidet: Angabe fehlerhafter Informationen auf Google Places sind irreführend

Google PlacesWie Jan Lennart Müller, Anwalt für IT-Recht auf Gruenderszene berichtet hat das Landgericht München I im Rahmen einer Auseinandersetzung zwischen zwei Starnberger Unternehmern zu Gunsten des Klägers entschieden.

Der klagende Geschäftsinhaber hatte seinen Wettbewerber abgemahnt, da dieser auf seinem Google Places Profil die Postleitzahl der Kreisstadt Starnberg angegeben hatte, obwohl der Unternehmensstandort sich 6 km weiter im kleinen Örtchen Pöcking befindet.

Landgericht München entscheidet Falschangaben auf Google Places sind irreführend

Nachdem der Angeklagte der Forderung des Abmahners nicht nachkam, wandte sich letzterer an das Landgericht Münchnen I. Das Gericht gab schließlich dem Antragsteller recht, da kein örtlicher Bezug zur Stadt Starnberg bestand.

Darauf hin gab das Landgericht München I dem Antrag statt und „untersagte dem Antragsgegner die Angabe Starnberg beziehunsgweise die zugehörige Postleitzahl der Kreisstadt Starnberg im Google-Places-Profil zu nennen.“

Adress- & Kontaktangaben auf Google Places – Fazit

Nicht nur aus rechtlicher Sicht macht es Sinn auf Google Places korrekte Adress- und Kontaktinformationen zu hinterlegen. Auch aus Kundensicht ist die Angabe irreführender Kontakt- und Adressangaben unsinnig. Entscheidet sich ein potenzieller Kunde nämlich für ein bestimmtes Unternehmen, dass dieser auf Google Places gefunden hat, dann tut er dies oftmals auch aus Gründen der geographischen Nähe.

Wird nun der Interessent derart in die Irre geführt, so besteht die Möglichkeit, dass sich dieser enttäuscht an die Konkurrenz wendet, die weniger unethische Verhaltensweisen an den Tag legt.

Auch aus Sicht der Google Places Optimierung ist es sinnvoll im gesamten Web stets aktuelle und v.a. überall die gleichen Firmendaten zu hinterlegen, damit der Google Crawler möglichst viele „Citations“ =( Firmenerwähnungen) über das eigene Unternehmen findet. Diese von Google gefundenen Erwähnungen eines lokalen Unternehmens findet man ganz unten auf der Google Places Seite unter „Mehr zu diesem Ort“.

Weitere Tipps rund um Suchmaschinenoptimierung für Google Places?


Wichtiger Hinweis

Der vorliegende Beitrag stellt weder eine Rechts- noch Steuerberatung dar und ersetzt nicht die Beratung durch einen fachkundigen Rechtsanwalt, bei der die Besonderheiten des Einzelfalls berücksichtigt werden können. Der Beitrag ist abgestimmt auf die dem Autor bei der Veröffentlichung bekannte Rechtsprechung und die herrschende Meinung in der einschlägigen Rechtsliteratur. Es ist nicht auszuschließen, dass einzelne Textpassagen im Lichte eines unbekannten oder nicht veröffentlichten Urteils zu beanstanden sind. Bitte informieren Sie sich über derartige Umstände oder holen im Zweifel fachkundigen Rat ein. Eine Haftung wird nicht übernommen.

Bildquelle:
hofschlaeger / pixelio.de


4 Antworten zu “Google Places Profil: Bei Falschangaben droht Geldstrafe”

  1. Markus Bauer sagt:

    Hallo Sebastian,

    ich finde diese (http://bit.ly/mBIDCY) Entscheidung zum Thema Online bzw. Places Profile noch wesentlich weitreichender: „Überall dort, wo Unternehmen Angaben über sich machen und hinterlegen, müssen diese richtig, also aktuell, UND VOLLSTÄNDIG sein“. Wer sich informieren will, was das bedeutet bzw. alles beinhaltet, schaut am besten mal in § 5 TMG (http://bit.ly/kp1Go).

    VG, Markus

  2. Super Ergänzung Markus, vielen Dank für die hilfreichen Links!

    Letztendlich bedeutet dies, das Unternehmen sowohl aus Optimierungsgründen, ALS AUCH aus rechtlichen Gründen stets dafür sorgen sollten, dass die Firmendaten überall im Internet korrekt und zutreffend sind…

    Gruß,
    Sebastian

  3. okseo sagt:

    Na das ist ja wieder ein nettes Urteil. Naja ein wenig kann ich es nachvollziehen und ein wenig nicht. Sicherlich von der wettbewerbsrechtlichen Seite ist das schon ok.

    Aber ich möchte nicht wissen wieviele Adressen im Netz von Unternehmen falsch sind.

    Diese haben sich in irgendein Verzeichnis mal eingetragen und sind mittlerweile umgezogen und haben den Eintrag völlig vergessen. Tja und das Netz vergißt halt manchmal nie 🙂

    Das wäre ja bei einem alten Telefonbuch genauso. Oder bin ich Irgendwann gezwungen die alten einsammeln zu lassen ??

    • He, He… die Telefonbücher einsammeln wäre krass. Nein, denn die Telefonbücher fallen wohl nicht unter das TMG, da diese keine „Telemedien“ darstellen.

      Aber i.d.T. ist hier erhebliches Abmahnpotenzial in alle Richtungen vorhanden, wie ich auch zuletzt noch mal mit Markus diskutiert habe. Eine finale, rechtliche Klärung dieses Sachverhalts steht ja höchstrichterlich auch noch aus!

      Gruß,
      Sebastian

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