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Google Correlate – Was ist dran an dem neuen Tool?

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Neues Analyse-Tool Google Correlate gewährt interessante Einblicke in Suchverhalten & Nutzerinteresse

Google CorrelateMit Google Correlate wurde kürzlich ein neues interessantes Tool über die Experimentierplattform Google Labs veröffentlicht.

Nachdem ich nun ein wenig damit herumgespielt habe, will ich heute ein paar Beobachtungen festhalten, die veranschaulichen, was man mit Google Correlate anstellen kann.

Suchtrends mit Google Correlate verfolgen

Wie auch schon bei den beiden Tools Google Trends und Google Insights for Search bietet Google Correlate die Option, die Verwendung bestimmter Suchbegriffe zeitlich nachzuvollziehen (derzeit nur US-Daten!).

Als Vorbereitung bzw. ergänzend zur Keyword-Recherche bietet es sich daher an, relevante Suchbegriffe über Google Correlate auf ihre Aktualität hin zu überprüfen, denn wer auf auslaufende Trends bei Keywords setzt, setzt zwangsläufig auf eine rückläufige Nachfrage, was in jedem Fall zu vermeiden ist.

Beispiele für die Nutzung von Google Correlate

Hier nun ein paar Beispiele zu der Entwicklung ausgewählter Suchbegriffe sowie ein paar Folgerungen, die man daraus ableiten kann.

Entwicklung des Suchbegriff „Google Maps“
Google Maps - Google Correlate

Man sieht deutlich, wie der Suchbegriff „Google Maps“ in den letzten Jahren stetig an Suchvolument zulegt. Ein klares Indiz für ein relevantes, aber auch ganz sicher umkämpftes Keyword. Pauschal ausgedrückt: Es lohnt sich vom Suchvolumen und -trend her auf dieses Keyword zu optimieren.

Suchbegriffe mit vergleichbarem Suchmuster zu „Google Maps“
Correlated mit Google Maps

In der zweiten Abbildung sieht man nun Suchbegriffe, die ein vergleichbares Anfragevolumen zum Keyword „Google Maps“ aufweisen. Diese Informationen kann man nun prima dazu verwenden, um 1) entweder neue, relevante Inhalte zu diesen Suchbegriffen zu erstellen, um von dem hohen Suchvolumen ebenfalls zu profitieren, oder 2) um den bereits bestehenden, möglicherweise gut rankenden Content zum Suchbegriff „Google Maps“ um relevante Keywords anzureichern, die mit „Google Maps“ in einem Zusammenhang stehen. Das wären in diesem Fall die Begriffe „Google Driving“, „Google Driving Directions“, „Google Map Directions“, „Google Directions“.

Über Google Insights for Search erhält man zu diesem Suchbegriff für die Region „USA“ übrigens noch ergänzende Informationen bzgl. der Keyword-Relevanz mitgeteilt:

Google Maps - Google Insights for search

Mit Hilfe dieser Informationen kann man nun noch den Trend der über Google Correlate ausgewiesenen Suchbegriffe analysieren, um Keywords zur OnSite-Optimierung oder auch für SEM-Maßnahmen zu festzulegen, die eine steigende Nachfrage aufweisen.

Entwicklung des Suchbegriff „Hotel Berlin“
Hotel Berlin - Google Correlate

Interessanterweise scheint laut Google Correlate der Suchbegriff „Hotel Berlin“ eine rückläufige Entwicklung aufzuweisen – und das bereits seit dem Jahr 2004. Und das Problem tritt dabei nicht nur bei „Hotel Berlin“ auf, sondern auch bei „Hotel Budapest“, „Hotel Barcelona“, „Hotel Zürich“, „Hotel in Munich“ etc.

Könnte es sein, dass man hier einen rückläufigen touristischen Trend aufgespürt hat? Suchen Nutzer bei der Recherche nach Unterkünften vielleicht nach anderen Suchbegriffen?

„Top Suchbegriffe“ zu „Hotel Berlin“ bei Google Insights for Search:
Hotel Berlin - Google Insights for search

Wie man hier sieht, darf man die Daten aus Google Correlate nicht für bare Münze nehmen. Es hat nämlich den Anschein, dass der Rückgang des Suchvolumens des Keywords „Hotel Berlin“ v.a. damit zusammenhängt, dass die Nutzer speziellen Stadtteile mit „Hotel Berlin“ kombinieren, so z.B. „Hotel Berlin Mitte“ welches derzeit einen Zuwachs von 200% aufweist!

Darüber hinaus erkennt man bei dem Graphen von Google Correlate zu „Hotel Berlin“ deutlich eine über das einzelne Jahr hinweg auf- und absteigende Kurve mit einem Höhepunkt zur Jahresmitte, was ein eindeutiges Anzeichen für die Saisonaliät eines Keywords ist.

Dies ist vermutlich auch der Grund für das aktuell 200%ige Wachstum des Begriffs „Hotel Berlin Mitte“, weil derzeit in der Hauptstadt bei gutem Wetter für Touristen einfach eine Menge geboten ist, da die Stadt ihr weltbekanntes Sommerflair ausstrahlt, welches in einem krassen Gegensatz zum winterlich-grauen Berlin steht…

Entwicklung des Suchbegriff “Flowers Online“
Flowers online - Google Correlate

Der Suchbegriff „Flowers Online“ ist ein sehr schönes Beispiel für die Saisonalität eines Keywords, das an zwei Daten im Jahr ganz besonderes Konjunktur hat: Nämlich am Valentinstag und am Muttertag.

Aus diesem Grund weist dieser Suchbegriff auch immer im Mitte Februar und Mitte Mai ein deutliches Anfragenhoch auf, was in einem krassen Gegensatz zu den Werten über den Rest des Jahres steht. Auch hier bietet sich nun für die Keyword-Recherche eine Auswertung der Suchbegriffe an, die „Correlated with Flowers Online“ sind – immer im Abgleich mit den Daten aus Google Insights for Search, Google Trends sowie zusätzlich noch dem Google AdWords Keyword-Tool.

Entwicklung des Suchbegriffs „Dentist Reviews“
Dentist Reviews - Google Correlate

Anhand des Beispiels „Dentist Reviews“ wird übrigens über die Tatsache hinaus, dass der Begriff ein kontinuierlich wachsendes Suchvolumen aufweist, auch folgendes deutlich: Bewertungen, Reviews und Nutzermeinungen sind bereits seit einer Weile im Zusammenhang mit dem Suchbegriff „Zahnarzt“ für Nutzer ein zunehmend wichtigerer Recherchebegriff, da diese gezielt nach Bewertungen von Zahnärzten suchen, um böse und ggf. schmerzhafte Überraschungen zu vermeiden.

Suchbegriffe mit vergleichbarem Suchmuster zu “Dentist Reviews”
Correlateted with Dentist Reviews

Auch hier lässt sich nun bspw. für eine Zahnarzt-Website interessantes herausholen. Denn in dem gleichen Maße, wie die Suchanfragen für „Dentist Reviews“ steigen, tun sie dies auch für die Begriffe „Family dentistry“, „Family dental“ und „now dental“. Grund genug diese Begriffe auf der Website zu ergänzen, bzw. neue Inhalte dafür zu erstellen.

Sozialforschung mit Google Correlate?

Das sich mit Hilfe von Google die Ergebnisse von Contests vorhersagen lassen ist spätestens seit dem letztjährigen Sieg Lenas beim Eurovision Contest keine Neuigkeit mehr. Dem Unternehmen aus Mountainview stehen mit den täglich millionenfachen Suchanfragen unwahrscheinlich viele Informationen über die psychologische, soziale und politische Verfassung der Nutzer zur Verfügung. Bei intelligentem Abgleich der Daten mit realen Ereignissen, News-Aufkommen und dem Verhalten der Nutzer auf den Suchergebnisseiten ist es möglich zuverlässige Aussagen über die mentale Verfassung einzelner Nationen oder Sprachregionen zu treffen.

Amateurhaft ausgewertet zeigt sich dies bspw. auch bei Google Correlate:
Plastic Surgery Los Angeles

Ich habe hier übrigens nun mal die Informationen zu den beiden unterschiedlich farbigen Linien stehen gelassen, was ich oben in den Beispielen zunächst vermieden habe. Wie man unschwer erkennt, zeigt die blaue Linie die Entwicklung des Suchbegriffs „Plastic Surgery Los Angeles“, der seit Mitte 2005 stark im Sinken begriffen ist und erst in letzter Zeit wieder ein wenig Konjunktur erfährt.

Die rote Linie hingegen zeigt die Evolution des Keywords „Buying Property“ in den vergangenen Jahren, die ein auffällig korrelierendes Anfragevolumen aufweist.

Suchbegriffe mit vergleichbarem Suchmuster zu “Plastic Surgery Los Angeles”
Correlated with Plastic Surgery Los Angeles

Interessanterweise sinkt nämlich parallel zur Nachfrage nach „Plastische Chirurgie Los Angeles“ auch die Nachfrage nach den Begriffen „Eigentum erwerben“, „Grundbesitz“ aber auch offensichtlich damit im Zusammenhang stehende Begriffe wie „Häuser in Virginia zu verkaufen“ oder auch „Häuser Nevada“.

Zeigen sich hier möglicherweise die Auswirkungen der bereits seit längerem anhalteneden Wirtschaftskrise in den US?

Entwicklung des Suchbegriffs „Financial Crisis“
Financial Crisis - Google Correlate

Erkennt man in der extrem negativen Entwicklung des Suchbegriffs „Plastic Surgery Los Angeles“ ab Mitte 2008 gar den direkten Einfluss der (globalen) Banken- und Finanzkrise?

Google Correlate – Fazit:

Ich habe ganz sicher nur an der Oberfläche von Google Correlate gekratzt. Das Tool steht aber leider auch nur für US-Suchanfragen zur Verfügung, was sich hoffentlich bald ändern wird….

… wie dem auch sei, ich denke es wird mittels der etwas groben Betrachtungsweise hier deutlich, was mit den Daten angestellt werden kann, die Google Correlate ausspuckt. Ganz sicher kann mit ein wenig Kreativität und Einfallsreichtum recht sinnvolle Informationen aus dem Tool herausholen.

Ein weiteres interessantes Feature, habe ich ebenfalls nicht angesprochen:
Man kann mit Hilfe von Search by Drawing einen Graphen zeichnen und erhält anschließend die Information darüber, welcher Suchbegriff von seiner Entwicklung her zu dem gezeichneten Graphen passt.

Darüber hinaus seht einem auch der Upload einer Tabelle im CSV-Format zu Verfügung um eigene Daten in Form von Zeitreihen auszuwerten. Ergänzt wird dies durch eine alternative Ansicht, bei der die geographische Verteilung der Suchbegriffe passend zu den hochgeladenen Daten angezeigt werden:

Annual Rainfall - Google Correlate

Auch hier sind zahlreiche Szenarien denkbar und speziell diese Art der Auswertungsmethode bietet gerade für die regionale (und vielleicht auch lokale) Recherche nach Suchanfragen einen sehr spannenden Ansatz, denn wie man in dem Beispiel hier sieht, deckt sich die jährliche Verteilungsintensität der Regenfälle in den US auffällig mit der Anfrage nach „Disney Vacation Package“ 😀

Eine umfassende FAQ sowie ein hilfreiches und wirklich konkretes Tutorial zu Google Correlate runden das Tool ab und machen „Lust auf mehr“ Ausflüge in die Welt der Suchbegriffe.


6 Antworten zu “Google Correlate – Was ist dran an dem neuen Tool?”

  1. Marco sagt:

    Hi,
    also sehr guter Artikel. Habe mir das Tool auch schon angeschaut, hatte aber leider noch nicht soviel Zeit das so ausführlich zu testen wie du.
    Aber jetzt kann ich wenigstens damit was anfangen und muss sagen, doch sehr sinnvoll das Tool

    Mit besten Grüßen
    Marco

    • Hi Marco,

      ich glaube das „Google Correlate“ das Zeug dazu hat ein sehr mächtiges Tool für SEOs, aber auch für Forscher diverser Disziplinen, wie auch für Blogger/Journalisten zu werden.

      Darüber hinaus kann man wirklich froh darüber sein, dass Google ein mal mehr seine umfassenden Datenbestände über das Such- und Nutzerverhalten (eh schon schlimm genug!) der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt.

      Was man letztlich damit anstellt hängt hierbei sehr stark vom Interesse des Nutzer ab, bzw. mit welchen Datenreihen man das Tool füttert…

      … ausreichend Einfallsreichtum selbstverständlich vorausgesetzt!

      Gruß,
      Sebastian

  2. Danke für die Vorstellung des Tools. Ist irgendwie an mir vorbeigegangen. Hoffentlich werden die Daten auch mal für Deutschland freigeschalten.

    Zu dem Hotel Berlin-Beispiel:
    Ja das fällt mir auch immer wieder auf. Egal ob Google Insight for Search oder Trends oder eben jetzt dieses Correlate. Man muss immer mit einrechnen, dass der Trend zu Mehrwort-Suchanfragen geht. Auch schön am Beispiel Music und Song Lyrics zu sehen.

  3. Klara sagt:

    Ein sehr informativer Beitrag. Google Correlate wird für die SEO Abteilung ein neues „Spiel“. Super!

    Mehr über ähnliche Artikel finden Sie auf meinem Blog: http://blog.webmaxer.de
    Herzlich willkommen!

    Klara

  4. Tmueller sagt:

    Bin über nen artikel bei chip.de auf correlate aufmerksam geworden.
    Für unsere agentur ist correlate eine gute ergänzung zu unseren bisherigen tools.

    mfg

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