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Google Hotpot wird Bestandteil von Google Places

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Google integriert Bewertungsplattform Hotpot in Google Places

Wie der offizielle Google Blog berichtet, hat das Unternehmen aus Mountainview nun rasch die Konsequenzen aus der konzerninternen Umstrukturierung an der Spitze der Macht seit dem Stühlerücken zwischen Eric Schmidt und dem neuem/altem Konzernchef Larry Page gezogen.

Mit Jeff Huber, als neuem Vorstand für „Local & Social Commerce“ wurde Interims-Chefin Marissa Meyer wieder aus dem lokalen Suchmarkt abgezogen, welche zuletzt wiederholt den undurchschaubaren Dschungel an Google-Tools (Google Places, Google Boost, Google Tags, Google Offers & Google Hotpot, etc.) kritisiert hatte.

Mit dem Machtwechsel tritt nun eine umfassende Änderung der Produktpolitik rund um den lokalen Suchmarkt statt, denn in einem ersten Schritt wurde am vergangenen Freitag verkündet, dass die Bewertungsplattform Google Hotpot nunmehr fester Bestandteil von Google Places wird und für das lokale Branchencenter fortan zentral die Bewertungen liefert.

Wird Google Hotpot breitenwirksam?

Der milliardenschwere US-Suchkonzern behauptet dies zumindest: Nach einigen umfassenden, auf lokale KMU ausgerichteten Marketing-Kampagenen in ausgewählten US-Regionen scheinen mittlerweile über vier Millionen Bewertungen über Google Hotpot zusammengetragen worden, monatlich würden derzeit eine Million hinzukommen. Darüber hinaus sei es Google gelungen in Märkten in denen Kundenbewertungen absolut unterrepräsentiert sind, hier ein Wachstum an Nutzermeinungen von 3% auf bis zu 37% zu erzeugen!

Dank der umfassenden Integration von Google Hotpot in das mobile Web (Beiträge zur Integration von Hotpot in Android & iPhone), wurde Hotpot sinnvollerweise von Anfang an für Smartphone Nutzer zur Verfügung gestellt. Ein richtiger Schritt, stellen doch Bewertungen eine der am weitesten verbreiteten Aktivitäten mobiler Nutzer dar.

Woran könnte Hotpot auf Google Places scheitern?

Ein von mir jedoch wiederholter Kritikpunkt, der ähnlich auch für das neue soziale Suchergebnis-Tool Google +1 lauten könnte, ist der Umstand, dass für all diese Aktivitäten ein Google-Account vonnöten ist. Da hierzulande jedoch die wenigsten Nutzer einen derartiges Nutzerprofil verwenden und darüber hinaus auch die Aktivierung von weiteren Google Produkten – wenn man denn schon einen Google-Account sein eigen nennen darf – eine recht unübersichtliche und wenig intuitive Angelegenheit ist, habe ich bezüglich Google Hotpot und der darin integrierten sozialen Netzwerk-Gedanken so meine Zweifel.

Google hat zuletzt regelmäßig bewiesen, dass das Unternehmen aus Mountainview bei der Einführung sozialer Funktionen immer wieder ein unglückliches Händchen bewiesen hat. Google ist nun mal eine Suchmaschine, die eine unüberschaubare Zahl diverser Tools kostenfrei anbietet, es aber noch nie geschafft hat, einen starken emotional verbindenen Bezug zwischen den Nutzern herzustellen, was nun mal „die Schmiere“ beispielsweise zwischen den zahllosen Aktivitäten von Facebook Nutzern darstellt…

… dagegen wirkt Google nach wie vor noch zu sehr auf den reinen Nutzen fokussiert, was ja letztlich auch dem Grundgedanken einer gut funktionierenden Suchmaschine entspricht!

Google Places wird zum „vollwertigen“ Bewertungsportal

Nun ist die Transformation von Hotpot zu Places schon mal so weit vollzogen, dass Google Places mittlerweile mit dem Slogan „Bewerten, Teilen, Unterwegs nutzen“ als mobiles Bewertungsportal beworben wird. Damit dürfte nun jedem Firmeninhaber und lokalem KMU bei der Anmeldung auf Google Places klar werden, dass auf dieser Plattform Bewertungen das A & O darstellen…

Was bedeutet Hotpot für Google Places Einträge & lokale SEO?

In jedem Fall ist die Integration von Google Hotpot in Google Places so weit fortgeschritten, dass auch noch der Hotpot Community Blog wieder geschlossen und in den Google Places Blog integriert wurde. Damit vermischen sich automatisch die dort verbreiteten Inhalte, die für Hotpot Nutzer interessant sind (neue Bewertungsfeatures, neue Apps, etc.) mit den Inhalten, die für lokale KMU von Relevanz sind (Places Qualitätsrichtlinien, neue Eintragsmöglichkeiten, Features für Firmeninhaber, Werbeinstrumente, etc.), was für wenig Übersichtlichkeit sorgt.

Hinsichtlich der Optimierung von Google Places Einträgen heißt dieser Schritt nun, dass man seine Kundschaft idealerweise auch auf Google Hotpot aufmerksam machen sollte. Bei den allermeisten wird dies jedoch vermutlich für Verwunderung sorgen, denn so bekannt wie Google Hotpot in den US sein mag, so unbekannt ist die lokale Recommendation Engine von Google noch hierzulande. Bevor die von Hotpot stammenden Bewertungen im Rahmen der lokalen Suchmaschinenoptimierung massive Auswirkungen auf das Ranking bei Google Maps ausüben, wird wohl noch ein wenig Zeit ins Land gehen.

Da aber der Siegeszug des mobile Web [Infografik] kaum noch aufzuhalten ist, sollten lokale KMU die Präsenz von Google Hotpot in jedem Fall im Auge behalten, um beizeiten entsprechend sinnvolle Maßnahmen hinsichtlich einer nachhaltigen Google Places SEO einzuleiten.


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