KennstDuEinen Blog

Heatmap Lokale Branchenergebnisse: Map wird ignoriert

Geschrieben am von

Usability Studie der lokalen Google Suchergebnisse überrascht mit interessanten Erkenntnissen

Google Lokale Branchenergebnisse HeatmapDas Online-Marketing Unternehmen ionadas local hat gestern eine Usability-Studie veröffentlicht, die auf großes Interesse in der lokalen SEO-Szene gestoßen ist (siehe auch die Beiträge bei Matt McGee, Andrew Shotland & Mike Blumenthal) Es handelt sich bei der Untersuchung um eine Suchergebnisseiten-Analyse im Rahmen der lokalen Google Suche. Dabei wurde anhand einer Nutzergruppe von 19 Probanden deren Augenbewegungen (Eye-Tracking), Mausbewegungen (Mouse-Tracking) & Mausklicks (Click-Tracking) analysiert und das Ergebnis in Form einer Heatmap ausgewertet.

Link zur Studie (PDF): Google Search Mapped Results: Eye Tracking Insights

Wie das Unternehmen in dem Blogbeitrag zur Studie anmerkt, ist leider während der Fertigstellung der Studie zu den lokalen Branchenergebnissen die neue Google Place Search gelaunched worden, weshalb die Ergebnisse der Untersuchung nun ein kleines bißchen weniger aussagekräftig zu sein scheinen…

… wie jedoch zu Recht im dem Blogartikel hervorgehoben wird, werden derzeit noch bei vielen lokalen Suchanfragen die klassischen 7-Packs, bzw. 3-Packs eingeblendet, bei denen sich eine erneute Usability-Studie unter ähnlichen Bedingungen sicher nicht allzu sehr von an vorliegendenen Erkenntnissen entfernen würde.

Heatmap für Lokale Google Suchergebnisseiten

Lokale Google Suche Heatmap 7-Pack
Copyright:
www.sentientservices.com
www.ionadas.com

Wie unschwer zu erkennen ist, ist die Aufmerksamkeit der Nutzer am höchsten bei den obersten beiden Lokalen Branchenergebnissen. Die nächsten beiden lokalen Suchergebnisse werden ebenfalls noch eine Weile fokussiert, die sich weiter nach unten erstreckenden Suchergebnisse erhalten schließlich nur noch wenig Aufmerksamkeit. Ein wenig Aufmerksamkeit erhält außerdem noch die oberste AdWords Anzeige in der rechten Sidebar.

Auffallend ist, das die Karte nur sehr wenig betrachtet wird. Es erscheint, als ob diese lediglich unbewußt wahrgenommen wird und nur noch als lokaler Indikator fungiert, der dem Nutzer mitteilt, dass er sich auf einem lokalen Suchergebnis befindet.

War nicht gerade die Karte im Fokus der Nutzer?

Interessanterweise habe ich vor einer Weile hier im Blog bereits schon mal ähnliche Untersuchung zu lokalen Suchergebnisseiten wiedergegeben, die seinerzeit mit Hilfe des Tools AttentionWizard algorithmisch generiert wurde und zu ganz anderen Erkenntnissen gelangt ist, da v.a. die eingeblendete Google Map den höchsten Aufmerksamkeitsbereich einnahm.

Seitdem ist aber Zeit ins Land gegangen und die Nutzer entwickeln sich schließlich weiter, weshalb man die Verschiebung des Aufmerkamkeitsspektrums vielleicht auch dem Umstand zuschreiben kann, das der Nutzer sich schlicht an die Karteneinblendung gewöhnt hat. Ein möglicher Grund, warum Google nun die Karte in die rechte Sidebar verbannt hat? Man sieht jedenfalls, dass es wohl wenig Sinn macht, Usability Studien lediglich auf Grundlage von zwar sinnvoll erscheinenden Algorithmen zu erstellen, die jedoch bei Berücksichtigung realer Nutzergruppen Lügen gestraft werden.

Was lernt man daraus für die Google Place Search?

Um diese spannende Frage zu beantworten, möchte ich zunächst ein paar Sätze aus dem Blogartikel zur Studie wiedergeben:

“ (…) And our most surprising finding certainly still applies. The conventional wisdom has been that the map itself should be one of the greatest draws on the page. Our research found that the map actually receives very little attention. Most people hardly notice its presence at all. (…)“

Da in zahlreichen Fällen nach wie vor der klassische „7-Pack“ eingeblendet wird, kann man davon ausgehen, dass den dort eingeblendeten lokalen Branchenergebnisse eine ähnlich hohe Aufmerksamkeit zuteil wird, wie in der vorliegenden Studie – da außerdem die Karte ganz rechts an den Bildschirmrand verbannt wurde, fällt diese als „Aufmerksamkeitsmagnet“ nun ganz aus, weil etliche Nutzer in den letzten Jahren gelernt haben, die rechte Sidebar mit den AdWords zu ignorieren.
Dies wird zur Folge haben, dass zum einen nun den zuoberst befindlichen AdWords wieder etwas mehr Aufmerksamkeit zuteil wird und zum anderen die Prominenz der lokalen Branchenergebnisse weiter anwächst und womöglich auch noch weiter unten postitionierte lokale Resultate angesehen und geklickt werden.

Fazit:
Es wird spannend zu beobachten sein, wie sich die Verhältnisse im Rahmen einer vergleichbaren Studie im Hinblick auf die neue Google Place Search wandeln werden, da aktuell ja doch recht unterschiedliche SERP-Typen koexistieren.

Ich kann mir jedenfalls sehr gut vorstellen, dass der klassische „7-Pack“ zu einer gänzlich anderen Heatmap führt, als bspw. der SERP-Typ „Death to Directories“, wo die lokalen Suchergebnisse von sieben über die ganze Breite gehenden „Local merged results“ mitsamt Screenshots, Bewertungssternen und etlichen Links zu Bewertungsportalen, dominiert werden.

Am Ende wird wohl derjenige SERP-Typ „am Leben bleiben“, der am dazu beiträgt am meisten Geld in die Kasse von Google zu spülen…


3 Antworten zu “Heatmap Lokale Branchenergebnisse: Map wird ignoriert”

  1. Carsten sagt:

    Mich überrascht es keineswegs, dass die Karte wenig beachtet wird. Viel interessanter sind doch die Treffer rechts neben der Karte. So sehe ich das zumindest.

    • Grundsätzlich geht man ja bei auffälligen, visuellen Indikatoren (z.B. Foto von Gesichtern) davon aus, dass diese den Blick des Betrachters stark anziehen. Dieser Aspekt kommt beim Algorithmus von AttentionWizard wohl sehr stark zum Tragen, was dazu führt, dass die Karteneinblendung überbewertet wurde.

      Ich hätte aber auch subjektiv vermutet, dass die Karte deutlich häufiger angeschaut wird, da es aber so zu sein scheint, dass v.a. die Adressdaten („Ist der Zahnarzt direkt um die Ecke?“) und die Kontaktdaten im Vordergrund des Interesses stehen („Bekomme ich heute noch einen Termin beim Friseur?“), kann man davon ausgehen, dass z.B. die Bewertungstexte und die Anzahl der Bewertungen, bzw. die gelben Sternchen einen sehr starken Blickfang darstellen – ein Grund mehr, sich mit dem Thema Bewertungen auseinanderzusetzen…

      Hier übrigens noch ein alter Beitrag von Usability.de mit einer vergleichbaren Studie zum runterladen, bei dem die eingeblendete Map ebenfalls keine so große Rolle spielt:

      http://www.usability.de/publikationen/studien/goodbye-golden-triangle.html

  2. […] wenn Videos drin sind werden die Maps nicht angeschaut (den Link finde ich grad nicht wieder). Wenn Maps drin sind, werden die Anzeigen ignoriert. Ein […]

Einen Kommentar schreiben