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Lokale Suche 3.0 – Wie wirbt der Mittelstand? Ein Marktüberblick

Geschrieben am von

telegate AG veröffentlicht Studie zur Lokalen Suche 2010

Bing MapsVom 13. bis 15. Oktober fanden die Medientage München statt, wo über den Status Quo der deutschen Medienlandschaft referiert wurde. Selbstverständlich nahm dabei im Rahmen der Vorträge auch das Internet einen großen Stellenwert ein.
Einer der abgehaltenen Vorträge, auf den ich in dem heutigen Artikel näher eingehen möchte, wurde von Dr. Andreas Albath, dem Vorstandsvorsitzenden der telegate AG präsentiert und lautet „Lokale Suche 3.0 – Marktüberblick“ (Link zum PDF). Inhaltlich dreht sich in dem Beitrag alles um die Lokale Suche.

Ausgehend von einer Begriffsdefinition wird in der Präsentation folgenden Fragen nachgegangen:

  • Wo suchen Verbraucher überhaupt nach lokalen Informationen?
  • Welche Nutzung findet bei der mobilen Suche statt?
  • Welche Werbemittel setzen lokale KMU ein?
  • Wie groß sind die Marketingbudgets deutscher KMU?
  • Entwicklung der zu erwartenden Umsatzverlagerung bis 2020
  • Vergleich lokaler Werbemarkt in den US
  • Status Quo – KMU in Deutschland
  • Wie wird Social Media derzeit von KMU genutzt?
  • Welchen Stellenwert nimmt Social Media für KMU ein?
  • Was ist mit Bewegtbildformaten?
  • Fazit: Digitales Marketing wächst und bietet Entwicklungspotenzial

Ich möchte hier nun die interessantesten Schaubilder aus dem Vortrag veröffentlichen, die für die Leser dieses Blogs von Interesse sein dürften.

Wo suchen Verbraucher überhaupt nach lokalen Informationen?

Branchensuche in Deutschland 603 Mio Suchanfragen p.a.

Wie man gut erkennen kann, hat das Internet mittlerweile das „Buch“ (damit sind wohl gedruckte Verzeichnismedien gemeint) als Spitzenreiter bei den Rechercheinstrumenten abgelöst. Weit abgeschlagen auf den Plätzen 3 und 4 rangieren die Telefonauskunft sowie die Suche per Software/ CD-ROM.

Lokale Suche gesamt 1,3 Mrd. Suchanfragen p.a.

Die Verteilung der lokalen Suchanfragen erstreckt sich dabei zu 44% auf das Internet und zu 38% auf gedruckten Medien. Mit 7% liegt die Telefonauskunft auf Platz 3, dicht gefolgt von Software (6%) und mobilen Diensten (5%).

Welche Nutzung findet bei der mobilen Suche statt?

Welche Inhalte/ Angebote nutzen Sie heute über Ihr Smartphone?

Wie auf der Grafik unschwer zu erkennen ist nimmt die Lokale Suche mit 89% bei der Smartphone Nutzung Platz 4 ein und liegt damit sogar noch deutlich vor der Nutzung traditioneller Suchmaschinen für nicht-lokale Inhalte.

Welche Werbemittel setzen lokale KMU ein?

Welche Werbemittel setzen lokale KMU ein?

Kaum nachvollziehbar aber wahr: Obwohl die Branchensuche im Internet bereits die Recherche mit Hilfe gedruckter Verzeichnismedien abgelöst hat, setzen KMU weiterhin bei der Werbung auf gedruckte Branchenbücher (48%) sowie auf die Anzeigenschaltung in regionalen Tageszeitungen (40%). Erst an dritter Stelle werden Online-Branchenverzeichnisse als Werbmöglichkeit aktiv genutzt (37%), dicht gefolgt von Printwerbung in lokalen Anzeigenblättern (33%). Rund ein Viertel aller KMU setzt auf Werbung per Briefpost (25%), ein Fünftel immerhin auf Werbung per elektronischer Post. Zwischen diesen beiden Positionen nimmt übrigens Suchmaschinenmarketing mit 23% bereits einen beachtlichen Stellenwert ein. Weit abgeschlagen liegen hingegen Telefonwerbung (5%) und Werbung per SMS (1%).

Unerklärlich erscheint somit die Diskrepanz zwischen Realität (Print ist tot!) und traditionellem Marketingverhalten (Print lebt!) bei lokalen Anbietern.

Damit bestätigen die Ergebnisse der vorliegenden telegate Studie übrigens den Zustand bzgl. der lokalen Kundengewinnung bei KMU, wie er auch im „Dienstleister-Report 2009“ – herausgegeben vom Verband der deutschen Internetwirtschaft eco zusammen mit dem Bewertungsportal KennstDuEinen.de im Jahr 2009 (Link zum PDF) – skizziert wurde:

% der Dienstleister, die klassische Werbung machen (Branchenbuch, Anzeigen,Verzeichnis, Handzettel)

Der Großteil aller lokalen Anbieter gab seinerzeit an in „klassische Werbung“ zu investieren.

% der Dienstleister, die Neukunden über ... gewinnen

Schon damals stand die Aussage der lokalen Anbieter und KMU, dass nämlich der Großteil alle Interessenten über eine Empfehlung zum Neukunde würde, auf eine krasse Weise dem Umstand gegenüber, dass vorrangig in „klassische“ Werbung investiert wurde. (Link zum umfangreichen Beitrag hier im Blog: „Neukundengewinnung für lokale Dienstleister„)

Lokale Suche 2010 – ein Fazit

Wie es scheint, ist die Lokale Suche im Jahr 2010 beim Verbraucher einen Schritt weiter, als lokale Anbieter scheinbar wahrhaben wollen. Nach wie vor wird in „klassische“ Werbung im Printbereich investiert, obwohl hier deutliche Einbuße im Nutzungsverhalten zu konstatieren sind. Vor dem Umstand, dass lt. der Studie nahezu die Hälfte aller lokalen Anbieter noch nicht ein Mal über eine eigene Firmenwebsite verfügt (39%), scheint es, als ob noch sehr viel Aufklärungsarbeit bzgl. der realen Nutzerströme im Web zu leisten ist, damit KMU mit einem schmalen Budget möglichst effizient qualitativ hochwertige Leads generieren können.

Den nur darauf kommt es letztendlich bei der Werbung für lokale Anbieter an:

Die Gewinnung hochwertiger Leads, die idealerweise zum Telefonhörer greifen, da bei der Branchensuche erwiesenermaßen die interessantesten Conversions über den klassischen Telefonanruf erzielt werden. (Linktipp: „Three Things Small Businesses Really Need„).

Angesichts des Umstands, dass lt. der gestrigen Pressemitteilung der BITKOM übrigens jedes 5. Unternehmen in Deutschland noch immer über keine Internetpräsenz verfügt (Der Wert 20% differeriert hier ein wenig mit dem der telegate Studie), liegt hierzulande augenscheinlich noch erhebliches Potenzial auf Seiten der KMU brach, um das Internet erfolgreich zur Kundenakquise gezielt zu nutzen.


2 Antworten zu “Lokale Suche 3.0 – Wie wirbt der Mittelstand? Ein Marktüberblick”

  1. Mario Träger sagt:

    Danke,
    wirklich interessanter Artikel

    by Mario Träger

  2. […] weil neue Studien, wie die von Telegate zu den diesjährigen Medientagen München veröffentlichte, zeigen, dass der Mittelstand seinen […]

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