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Google Boost – AdWords „light“ für Nutzer von Google Places

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„Google Boost“ als einfach zu handhabendes Werbeinstrument für lokale Anbieter & KMU

Logo Google PlacesWie Mike Blumenthal berichtet testet das Suchmaschinenunternehmen aus Mountain View wieder mal ein neues Feature auf Google Places (Link zum Beitrag im offiziellen Google Maps Blog: Advertise your local Business with Google Boost).

Es handelt sich dabei mit „Google Boost“ um eine stark vereinfachte Version von Google AdWords, die speziell auf die Bedürfnisse lokaler Dienstleister und Betriebe ausgerichtet sein soll und – so zumindest das Wunschdenken seitens Google – flexibel und komfortabel und über den Google Places Account gehandhabt werden kann.

Voraussetzung hierfür ist ein bestätigter Google Places Eintrag. Gesteuert wird „Google Boost“ über das Google Places Dashboard, wo bei Nutzern innerhalb der Testregion (aktuell sind das Houston, San Francisco, Chicago) folgende Ankündigung eingeblendet wird:

Werbung für Google Boost

Betriebe haben hier die Möglichkeit sich darüber informieren zu lassen, wann eine Version von „Google Boost“ auch in ihrer Region verfügbar ist.

Als Hauptgrund für die Entwicklung dieses neuen Werbeinstruments gibt Google an, dass 97% aller Nutzer sich im Vorfeld online informieren, bevor diese lokale Dienstleistungen in Anspruch nehmen, oder Produkte aus dem lokalen Umfeld erwerben, weshalb es aus unternehmerischer Sicht notwendig ist, als lokaler Anbieter eben dort präsent zu sein, wo sich die Nutzer aufhalten:

„We hope Boost provides busy local business owners with a quick and easy way to share information about themselves with the people who look for them online. (…)“

Wie funktioniert „Google Boost“?

Lokalen Unternehmen steht mit „Google Boost“ eine Option zur Verfügung, branchenspezifische AdWords-Kampagnen zu buchen, ohne sich dabei mit der Komplexität dieses Werbeinstruments befassen zu müssen. Über „Google Boost“ gebuchte AdWords erscheinen dabei in der farblich hervorgehobenen Box über den organischen Suchresultaten, also noch vor den Lokalen Branchenergebnissen.

Google Boost AdWords Anzeigen

Die AdWords Anzeigen, die über „Google Boost“ gebucht werden, werden zusätzlich mit einem blauen PIN ausgezeichnet, was wieder stark an die sog. „Local Listing Ads“ erinnert, mit denen Google im vergangenen Jahr herumexperimentiert hat.

Google Boost Detailinformationen

In diesem Beispiel führt der Link unter dem Firmentitel direkt zum Firmeneintrag auf Google Places, was auch durch die rechts befindliche Einblendung der Anzahl der Bewertungen sowie der Durschschnittnote und dem Link zur „Place Page“ signalisiert wird.

Laut Google soll es sogar möglich sein, dass auch die gelben Hervorhebungen in den lokalen Branchenergebnissen zusätzlich erscheinen, falls eine lokaler Anbieter diese sog. „Tags“ für Google Places für eine monatliche Kostenflatrate gebucht hat. (Link zur offiziellen Hilfe rund um „Tags“).

Um „Google Boost“ zu nutzen ist lediglich eine Google Place Page oder eine Webadresse nötig. Basierend auf den angegebenen Branchenkategorien, einem attraktiven Anzeigentext und dem eingestellten monatlichen Budget setzt das System die AdWords-Kampagne eigenständig auf und übernimmt dabei automatisch das Setup der Keywords, mit dem Ziel die bestmögichen Werbeperformance zu erreichen:

From there, our system automatically sets up your ad campaign – figuring out the relevant keywords that will trigger your ad to appear on Google and Google Maps, and how to get the most out of the budget you allotted. You’ll only pay when a potential customer actually clicks on your ad, and you can also view basic ad performance data from your Google Places dashboard.

Google Boost Setup
Quelle: blumenthals.com

Mike Blumenthal berichtet in seinem „follow up“ Post zu „Google Boost“ darüber, wie eine derartige Anzeige aufgesetzt wird. Die folgenden Angaben entstammen dem Beitrag „Google Boost – More Details„:

  • Pfeil 1 links: Der Anzeigentext setzt sich aus der max. 200 Zeichen umfassenden Firmenbeschreibung zusammen, die beim Google Places Eintrag angelegt wird. Betriebe haben jedoch die Möglichkeit diesen Text attraktiver zu gestalten
  • Pfeil 2 links: Die Anzeigen werden nur in den von Google vorgeschlagenen Branchenkategorien geschaltet. Benutzerdefinierte Kategorien werden nicht berücksichtigt
  • Pfeil 3 links: In Abhängigkeit von monatlichen Budget errechnet Google eine Schätzung der hierüber generierten Klicks von Nutzern. Je nach Branche variieren diese Werte erheblich, so dass plastische Kieferchirurgen hier sicher gänzlich andere Werte angezeigt bekommen, als Schreiner.
  • Pfeil 4 links: Das Minimum bei der Schaltung individueller Budgets beträgt 50US$
  • Pfeil 1 rechts: Der anklickbaren Anzeigentitel kann nicht verändert werden und entspricht dem Firmennamen beim Google Places Eintrag
  • Pfeil 2 rechts: Falls der Anbieter bereits Bewertungen erhalten hat, werden diese bei der Anzeige angezeigt
  • Pfeil 3 rechts: Google kündigt weitere Anzeigenformate an, die Links sind jedoch noch nicht aktiv

Gebucht werden die Anzeigen über die Kreditkarte, die ja auch bei Google AdWords und bei „Tags“ für Google Places benötigt wird.

Man kann die Anzeigenschaltung über „Google Boost“ auch deaktivieren:

Google Boost deaktivieren

Der Link führt einen zurück zu dem Formular, wo man „Google Boost“ aktivieren kann – ganz unten ist nun der Link „Deactivate Ads“ aktiv:

Google Boost Deaktivierung abschließen

Weiterführende Fragen rund um das neue Google Produkt werden übrigens auch in der offiziellen Hilfe rund um „Google Boost“) beanwortet.

Welche Ziele verfolgt Google mit „Boost“ sowie auf dem lokalen Branchensuchmarkt?

Interessanterwese hat Mike Blumenthal gleich auch noch ein aufschlussreiches Interview mit Chikai Ohazama (Direktor Produktmanagement bei Google Maps) geführt, aus dem ich hier einen kleinen Auszug wiedergeben möchte:


(…)

M: Are you still testing Tags?

C: Tags has rolled out nationally but we are looking at improving all the time.

M: Do you think that Boost will surpass Tags in adoption?

C: It will be key part of the full story. They (Places, Tags & Boost) all work together. It fills organic needs with Places, highlights with Tags and increased visiblity with Boost.

It should be viewed as part of the whole

M: Does this represent the full monetization effort for Maps?

C: It depends on the success of these. We will continue to add more depending on how these do. But they are and will be designed to fit and compliment each other.

(…)

Ich leite aus diesen Aussagen ab, dass Google tatsächlich eine mehrgleisige Monetarisierungsstrategie für den lokalen Suchmarkt anstrebt, die zum einen die herkömmlichen AdWords umfasst – zum anderen werden jedoch lokalen Anbietern nun zum Zwecke der einfacheren Handhabung mit „Tags“ und „Boost“ zwei verhältnismäßig unkomplizierte Werbeinstrumente angeboten.

Dazu noch ein paar passende Zitate von Chikai Ohazama aus dem o.a. Interview:

„The product is meant for the small local business to make their online buying experience simpler.“

„The core idea is a simple on line ad for small business so that they can leverage the tool and value.“

„The core idea is simplicity. Set and forget. Doing a lot of testing to make sure that it does well to meet the need of that group.“

„The key point is giving small businesses better tools to help their business. First with Tags, now with Boost. Our goal is to make it a great experience.“

Fazit:
Es geht demnach bei „Google Boost“ wohl tatsächlich darum, lokale Betriebe und KMU für mehrere Produkte auf ein Mal zu begeistern. So wünscht sich Google zum einen hochwertigen Datenbestand auf Google Places, der nur gewährleistet werden kann, wenn die dort gelisteteten Unternehmen aktiv dazu beitragen die Informationen aktuell zu halten. Darüber hinaus möchte Google selbstverständlich auch noch die Basis für den immensen Erfolg des Unternehmen – nämlich Google AdWords – promoten, indem eine simple Version angeboten wird, die im Idealfall auch durch einen bspw. wenig internetaffinen Handwerker oder Heilpraktiker zur Kundengewinnung im Internet „Do it yourself“ genutzt werden kann.

Fakt ist jedoch, dass leider das System von Google Maps noch viel zu fehleranfällig ist, um als vollwertige Werbeplattform zur erfolgreichen Leadgenerierung genutzt werden kann. Zu häufig sind noch Beschwerden über verloren gegangene Bewertungen, Probleme mit dem Firmeneintrag auf Google Places und zu einfach ist es außerdem mit manipulierten Adressdaten und frisierten Firmeninformationen mehrfache Spam-Einträge auf Google Maps zu veröffentlichen.

Ein schöner Ausblick findet sich übrigens in dem Beitrag „Google Boost“ – Werbeprogramm für lokale Unternehmen gestartet im t3n Magazin:

Ein Blick in die sicher nicht allzu ferne Zukunft könnte diese Verknüpfung mit dem Local Business noch deutlich ausbauen. Denkbar wäre beispielsweise die Anzeige der Warenverfügbarkeit in Echtzeit oder eine Möglichkeit für den Kunden, sich bestimmte Artikel zurücklegen zu lassen. Auch Preisvergleiche in der unmittelbaren Nähe oder kostenlose Lieferungen könnten dazu kommen. (…)

Weitere Beiträge zu „Google Boost“:


3 Antworten zu “Google Boost – AdWords „light“ für Nutzer von Google Places”

  1. newstube.de sagt:

    Google Boost – Vereinfachtes AdWords Management für lokale Unternehmen…

    Der Suchmaschinengigant aus Mountain View ist mal wieder auf dem lokalen Suchmarkt tätig. Gestern hat Google für Google Places ein neues Produkt auf den Markt gebracht, welches derzeit in einigen ausgewählten Städten in den US getestet wird. Allein sch…

  2. okseo sagt:

    Vielen Dank für den gelungenen Artikel. Schauen wir mal wann das in Deutschland realität wird. Die folge werden wohl wieder mehr Wettbewerber um die wichtigsten Plätze und somit erhöhte Werbekosten sein.

    Euer okseo

    • Bin ebenfalls gespannt, wie sich hier die Preisgestaltung bei wachsendem Wettbewerb entwickeln wird. Grundsätzlich soll Boost ja branchenabhängig für eine fixe Flatrate gebucht werden können. Nur sagt ja keiner, dass nicht auch ein Fixpreis nicht irgendwann mal steigen darf 😉

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