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Bewertungen auf Google Maps jetzt mit auffälligerer Optik

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Google differenziert zwischen internen und externen Bewertungen – zeichnet letztere nun mit Favicons aus

Google Maps DeutschlandIm Rahmen täglicher Checks einiger ausgewählter Rankings in den Lokalen Branchenergebnissen ist mir heute aufgefallen, dass Google dem Abschnitt „Bewertungen“ auf den Google Place Pages ein neues Erscheinungsbild verpasst hat.

Google differenziert nun sehr viel deutlicher, als bisher, zwischen den Bewertungen, die direkt über Google Maps eingegangen sind und solchen, die von anderen Websites, d.h. in aller Regel von Bewertungsportalen wie z.B. KennstDuEinen.de stammen.

Bewertungen aus dem ganzen Web

Fortan gibt es den Abschnitt „Bewertungen aus dem ganzen Web“, in dem die externen Nutzermeinungen angezeigt werden:

Google Maps - Bewertungen aus dem ganzen Web

Hier werden nun die Bewertungen der einzelnen Portale zu je einem Block pro Bewertungsportal zusammengefasst und die Gesamtsumme der Bewertungen die von diesem Portal stammen inklusive des dazugehörigen Favicons eingeblendet. Flankiert wird dies durch einen Link „Vollständige Beurteilung“. Hin und wieder kommt es auch zu eingerückten Ergebnissen, so daß bis zu zwei Nutzermeinungen einer Bewertungsplattform angezeigt werden.

Bewertungen von Google Nutzern

Daran schließt sich der Abschnitt „Bewertungen von Google Nutzern“ an, in dem wiederum nunmehr nur noch Beurteilungen angezeigt werden, die von Nutzern mit Google-Account direkt auf Google Maps online gestellt wurden:

Google Maps - Bewertungen von Google Nutzern

Neu scheint mir hier v.a. der Hinweis rechts oben „Hier gewesen? Bewertung schreiben“ zu sein, mit dem Google wohl ein wenig mehr Aktivität auf den Googe Place Pages initiieren möchte, aber vielleicht ist mir dieser Punkt bisher auch nur noch nicht aufgefallen?

Was ist der Sinn des Ganzen?

Stellt sich abschließend nur noch die Frage, warum Google diese Differenzierung nun vorantreibt? Zum einen macht es meines Erachtens rein systematisch schon mehr Sinn, Bewertungen unterschiedlicher Quellen klar erkennbar voneinander zu trennen. Gerade vor dem Hintergrund, dass einige Portale spamanfälliger sind, als andere, kann die deutliche Kennzeichnung der Informationsquelle durch ein Favicon und die Zusammenführung sämtlicher Beurteilungen dieses Portals, dem Verbraucher eine kleine Hilfestellung beim „Abscannen“ der Informationen auf der Google Place Page bieten.

Darüber hinaus dürfte die optische Aufwertung der einzelnen Beurteilungsportale auch die Betreiber derselbigen freuen, da ein kleiner Branding-Effekt entsteht, den man natürlich gerne mitnimmt. Gerade vor dem Hintergrund, dass ein großer Player auf dem Markt der Bewertungsportale wie z.B. Yelp, die Bewertungen nicht mehr als „Google local content partner“ per XML-Feed ausliefert, ist wohl die latente Aufwertung der mit Google Maps kooperierenden Bewertungsportale ein kleines Entgegenkommen, um deren Betreiber bei Laune zu halten und um ggf. weitere lokale Portale mit ins Boot zu ziehen, die ihren Content bereitwillig auf den Google Place Pages anzeigen lassen möchten.

Ein kleiner Scherz im Kommentarbereich in dem gestrigen Artikel von David Mihm könnte durchaus ein paar Funken Wahrheitsgehalt beinhalten:

Kommentar zu Marissa Mayer bei Google Maps

… ganz sicher war dies nicht bereits die erste Amtshandlung von Google VP Marissa Mayer, die erst vor wenigen Tagen ihren Verantwortungsbereich „Websuche“ abgegeben hat, um sich fortan um die Verbesserung der Lokalen Suche bei Google (Google Maps, Google Places & Mobile Search) zu kümmern (Quelle: Bloomberg).

Nichtsdestotrotz zeigt sich aber auch hier wieder, wie wichtig für Google ein wachsender Stellenwert der Google Place Pages zu sein scheint. Angesichts der fortwährenden Bemühungen im letzten Jahr diesen Seiten mehr Leben einzuhauchen sowie mit Hilfe simpler Tricks den CTR von den Lokalen Branchenergebnissen zu Google Maps endlich ein wenig zu erhöhen, erscheinen mir diese Schritte jedoch grundsätzlich nicht innovativ genug, um sowohl Verbraucher, als auch Betriebe von dem Mehrwert der Google Place Pages vollständig zu überzeugen – mal abgesehen von dem nicht existierenden Support für Privatkunden, einem total überlaufenen Hilfe-Forum sowie einem extrem fehleranfälligen System, bei dem nicht nur Betriebe oder Bewertungen sondern sich auch ganze Städte für eine Weile vollständig in Luft auflösen…

Angesichts der jüngsten Entwicklungen rund um Location Based Services wie Foursquare, Twitter Places oder Facebook Places sowie der Integration von Facebook in BING, erscheint mir die Modifikationen und Innovationen seitens Google bei der lokalen Suche außerdem als halbherzig und wenig zukunftsweisend.

Das Zusammenspiel von fehlender Qualität – Brutalstmöglicher Spam ist in manchen Branchen gewöhnlicher Alltag auf Google Maps – eine mangelnde Integration in das soziale Web sowie die Unmöglichkeit einen Ansprechpartner bei Google zu finden, der sich um konkrete Probleme lokaler Anbieter kümmert, könnte dazu führen, dass die Lokale Suche bei Google nie so richtig an Momentum gewinnen wird – ein Phänomen, dass sich in letzter Zeit fast wie ein Fluch über sämtliche jüngere Unternehmungen Google zu legen scheint (Google Wave, Google Buzz, etc.).

Bleibt für das Unternehmen aus Mountain View zu hoffen, dass Marissa Mayer ihren neuen Verantwortungsbereich gut ausfüllt, da ansonsten die Lokale Suche – sicherlich einer der wichtigsten Trends 2010/2011 – leider nicht wirklich erfolgreich als monetarisierbares Geschäftsfeld erobert werden wird.

Update:
Mike Blumenthal hat heute beobachtet, dass Bewertungen von Yelp wohl derzeit wieder bei Google Maps angezeigt werden…


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