Google place pages – “Eine Seite für jeden Ort der Welt”
Als “eine Seite für jeden Ort der Welt” wurden die neuen ‘Google place pages‘ vollmundig angekündigt.
Google hat damit auf einen Schlag den lokalen Suchmarkt aufgerüttelt – denn die neuen Google Maps Seiten für Ladengeschäfte, lokale Dienstleister, Betriebe aber auch Sehenswürdigkeiten und Restaurants wurden in letzten Wochen zunächst in den US auf Google.com und etwas zeitversetzt, aber noch nicht ganz so umfassend auch hier in Deutschland auf Google.de zusehends aufpoliert:
- Als erstes wurde die Darstellung der Google place pages mit Hilfe von Reitern zugunsten eines Rasters verworfen
- Anschließend wurden immer mehr Bewertungsportale sowie Wikipedia als Informationsquellen für die Google Maps Einträge herangezogen
- Hochwertige Fotografien, angereichert um Geodaten, konnten von den “bestätigten Eigentümern” der Google Maps Einträge, bzw. place pages via Panoramio hochgeladen werden
- Eine neue grüne Balkenmetrik & verfeinerte Kategorien bei der Darstellung der Bewertungen wurde eingeführt
- Google Maps Einträge, die über das Lokale Branchencenter verfiziert wurden, erhielten die neue Kennzeichnung als “vom Eigentümer bestätigter Eintrag“
- In den US wurde die neue Funktion “Post to your place page” eingeführt, die es Geschäftsbetreibern und lokalen Dienstleister ermöglicht knappe, max. 160 Zeichen umfassende Kurznachrichten und Statusmeldungen direkt an die Google place page zu senden
Google dringt massiv in den lokalen Suchmarkt ein
Flankiert wurde dieser Vorstoß in den lokalen Suchmarkt, durch folgende Maßnahmen und Innovationen:
- Einführung der blauen Google local listing ads in der Testregion San Francisco & San Diego
- Einführung des neuen Google Designs mit prominenter, querrechteckiger Google Maps Einblendung oberhalb der organischen SERPs, was die natürlichen Suchergebnisse nun noch weiter aus dem Blickfeld rückt!
- Google meldet ein Patent zur Auswertung der WHOIs-Einträge an, welches die Datamining Prozesse beschreibt, die bei der Erhebung von Adress- und Kontaktdaten für das lokale Branchencenter durchgeführt werden.
- Update 08.02.2010:Google führt “Nearby places you might like” auf den Google places pages ein.
- Update 08.02.2010:Es verdichten sich die Gerüchte, dass Google sog. “Google Store Views“, also Innenansichten von Ladengeschäften auf Google Maps anzeigen wird.
Es wird deutlich, dass Google das immense Suchvolumen auf Google Maps für sich zur Umsatzsteigerung nutzen möchte. Auf einen Punkt gebracht: Es wird den Online-Branchenverzeichnissen ganz klar der “Fehdehandschuh ins Gesicht geschleudert”, denn mit den oben angedeuten Vorstößen schickt sich Google an, den Google Maps Eintrag (= Google place pages) zur Kommandozentrale für die lokale Kundengewinnung im Internet umzubauen.
Google zapft hyperlokale Blogs & Newsquellen für die place pages an
Noch deutlicher wird die Ernsthaftigkeit, mit der Google in den lokalen Suchmarkt vordringt, wenn man den allerletzten Streich der Suchmaschine mit Bezug auf die Google place pages etwas genauer unter die Lupe nimmt.
Wie Mike Blumenthal berichtet, scheint Google mittlerweile in der Lage zu sein, lokale Bewertungen und Beschreibungen von jeder beliebigen Informationsquelle den Google Maps Einträgen zuzuordnen.
Beispiel:

[Link zur Google place page]
Von Ray is awesome. If you live in Portland and you need a trainer, you should call him to talk about your options: 503 421 5577. In the last year I’ve quit smoking, lost 10 pounds, done a triathlon, and can regularly do 300 push-ups as…
Diese lobende Beschreibung, welche als lokale Indikatoren lediglich “Portland” und die lokale Telefonnummer “503 421 5577″ beinhaltet, wurde aus jenem Blog hier exzerpiert.
Es scheint demnach gesichert zu sein, dass Google mit Hilfe von Linkgraphen und Content-Analyse in der Lage ist, hyperlokale Blogs und andere Informationsquellen als solche zu erkennen, und deren Inhalten entsprechend zu parsen, um diese Daten an anderer Stelle weiterzuverarbeiten.
Als ergänzende lokale Indikatoren auf diesem Blog wäre zum einen die Beschreibung des Blogs zu bewerten:

Außerdem bietet selbstverständlich auch die Blogroll sowie die darüber analysierbare, lokale Informationsvernetzung einen guten Anhaltspunkt für die Verankerung des Blogs im lokalen Umfeld einer bestimmten Stadt, wie in diesem Fall Portland.
Was heißt das für die Optimierung von Google Maps Einträgen?
Als Geschäftsinhaber oder lokaler Dienstleister macht es nun nicht nur Sinn, sich um möglichst viele, aussagekräftige Bewertungen zu kümmern – auch die Verbreitung von Informationen in lokalen Online-Medien wird für die Optimierung des Google Maps Eintrags immer wichtiger.
Voraussetzung für eine gelungene Optimierung mit Hilfe von hyperlokalen Blogartikeln ist dabei, dass die Beiträge und Beschreibungen über einen Dienstleister, ein Ladengeschäft oder einen Betrieb eindeutige, lokale Indikatoren enthalten:
- Name der Stadt/ Bundesland
- Nennung einer lokalen Telefonnummer
- Abbildung der vollständigen Adresse inkl. PLZ
- Vernetzung der Website innerhalb eines hyperlokalen Netzwerks
- Passende, lokale Adressinformationen z.B. im Footer der Website
Es müssen dabei nicht alle lokale Indikatoren auf ein Mal vorkommen, sehr wichtig ist wie immer auch die Reputation und die Vernetzung der Blogs innerhalb der jeweiligen hyperlokalen Sphäre, was mal wieder zum Lieblingsthema der SEO-Zunft führt:
“Gebt mir Links, Links und noch mehr Links!” – nur mit dem Unterschied, dass die Verlinkungsquellen nun noch sehr viel umfassender recherchiert und vor allem aus der hyperlokalen Sphäre akquiriert werden müssen.
Weitere Beispiele für hyperlokale Referenzen in Google Maps Einträgen
Um ergänzende Ansatzpunkte für die lokale Suchmaschinenoptimierung zu bieten hier noch ein paar Beispiele für hyperlokale News auf Google Maps Einträgen, bzw. auf den Google place pages:
- Factory Theatre Box Office [Google Place Page] > Eyeweekly.com [Hyperlokale Newsquelle]
- Bob And Paige Salon [Google Place Page] > Blogto.com [Hyperlokaler Blog]
- Factory Theatre Box Office [Google Place Page] > Blogto.com [Hyperlokale Newsquelle]
Es ist also in jedem Fall sinnvoll, wenn man sich als lokaler Dienstleister und Geschäftsinhaber um Beschreibungen, Bewertungen und selbstverständlich Verlinkungen von prominenten, hyperlokalen Informationsquellen bemüht. Diese sollten nur eben künftig nicht nur von Bewertungsportalen stammen, sondern eben auch von möglichst vielen weiteren Informationsquelle aus der direkten, hyperlokalen Umgebung.
Einmal mehr wird deutlich, dass das Engagement von lokalen Betrieben und Dienstleistern im Rahmen Kundengewinnung im Internet nicht bei der Erstellung eines optimierten Google Maps Eintrags aufhören sollte.
(Hyper-)lokale Suchmaschinenoptimierung (SEO) – seien Sie so präsent wie nur möglich!
Um erfolgreich Suchmaschinenoptimierung für Google Maps (lokale SEO) zu betreiben, ist es ratsam folgende Hinweise ernst zu nehmen und die daraus ableitbaren Maßnahmen zu ergreifen:
Beispiele für (hyper-)lokale Netzwerke:
- startblatt Deutschland
- Kiezblogs
Angesichts dieser Ansatzpunkte ist nun selbstverständlich auch die Bahn frei für Spammer, die nun einfach mal ein eben ein vollautomatisiertes Blognetzwerk rund um “Buxtehude” ins Leben rufen. Bleibt zu hoffen, dass Google die Sache in den Griff bekommt.
Ganz eindeutig verlagert sich jedoch der Stellenwert der Online-Branchenverzeichnisse aber auch der zentralen Bewertungsportale – deren Rollen könnten künftig gegebenfalls gut vernetzte und dazu noch bestens informierte hyperlokale News- und Bewertungsportale übernehmen.
Lokale Suche 2010 – Die Branche ist heiß wie nie!
Sebastian

[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von KDE Frankfurt , KDE Düsseldorf, KDE Berlin, KDE München, KDE Essen und anderen erwähnt. KDE Essen sagte: RT @kennstdueinen: NEU auf Google Maps (US) – Hyperlokale Blogs & lokale Newsquellen auf den 'place pages': http://bit.ly/8f9PtF [...]